National Dance Company Wales gastiert in Bregenz

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In „Folk“ hängt ein kahler Baum kopfüber von der Decke. Die Tänzer bewegen sich zur Choreografie von Caroline Finn.
In „Folk“ hängt ein kahler Baum kopfüber von der Decke. Die Tänzer bewegen sich zur Choreografie von Caroline Finn. (Foto: Rhys Cozens)
Lindauer Zeitung

Die National Dance Company Wales steht beim Bregenzer Frühling am Samstag, 11. Mai, ab 20 Uhr auf der Bühne des Festspielhauses. Frech, spielerisch, ironisch, aber ebenso emphatisch und voller Poesie entwickelt die Company laut Veranstalter ihre fesselnden Geschichten und zeigt einen nuancenreichen dreiteiligen Abend, der sowohl Tanzfreunde als auch Tanzneulinge begeistern wird.

„Tundra“, ein atmosphärisch dichtes Werk des jungen spanischen Tanzschöpfers Marcos Morau, eröffnet den Reigen. Moraus bewegte Bilder sind von kraftvoll fotografischer Intensität: Acht Tänzer reisen zurück in die Welt der russischen Revolution. Streng sind die Haartrachten, mystisch und hypnotisierend die Musik. Das Vokabular, dessen sich Morau in seinen expressionistischen Tableaus bedient, ist filigran, schnell und voller Witz, heißt es in der Pressemitteilung. Im minimalistisch-kühlen Bühnendesign bewegen sich die Akteure klar und kompromisslos fort.

„Atalaÿ“ ist ein Leuchtturm, der von allen vier Seiten gesehen werden kann; ein ansteckender Tanz, beeinflusst von der Wärme des Mittelmeers. Mario Bermudez Gil, vom Dance Magazine als einer der „25 to Watch“ (2017) gefeiert, schafft laut Veranstalter eine quirlige Theatralik mit einem ungewöhnlichen Charakter, die ein unglaubliches Können von den Tänzerinnen und Tänzern verlangt.

Das Stück „Folk“ von Caroline Finn, die Hauschoreografin des Ensembles, beschließt den Abend. In ihrem eigensinnigen und mitreißenden Choreografiestil erforscht sie die zwischenmenschlichen Spannungen und Sozialdynamiken, die mit jeder Existenz verbunden sind. Ein kahler Baum hängt kopfüber von der Decke, seine vertrockneten Blätter übersäen den schwarzen Bühnenboden. Ebenso surreal scheinen die fantastischen Bewohner, die dieses dunkle und zeitlose Märchenuniversum bevölkern.

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