Nach einer Dusche wird das „Komm und See“ voll

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Dunkle Wolken ziehen am Freitagabend am Bodenseeufer entlang. Dann fängt es an zu schütten. Andere Weinfeste wären an diesem Punkt vielleicht vorbei. Nicht das „Komm und See“. Als die kurze Dusche zu Ende ist, füllen sich Bierbänke und Gartenstühle sofort wieder. Und die Gäste tanzen, trinken und feiern bis spät in die Nacht. Übertroffen wird der stimmungsvolle Auftakt des Winzerfestivals am Samstag: Bei strahlendem Sonnenschein platzen die Weingüter aus allen Nähten.

„Die Atmosphäre ist der Hammer, der Wein ist toll und das Essen schmeckt super“, sagt Valentina Barann, während sie in frittierte Calamares beißt. Gemeinsam mit Mann und Freunden sitzt sie beim Weingut Hornstein am See auf einer Bierbank am Wasser. „Es ist bezaubernd, es fühlt sich an, als sei man am Meer“, pflichtet ihre Freundin Tina Steiger ihr bei. Die beiden Frauen sind zum ersten Mal beim Winzerfestival dabei. Gestartet sind sie am Winzerhof Gierer, wo sie zum Pulled Pork und Lachshäppchen einen Bacchus probiert haben. Dass es bei ihrer Ankunft kurz geregnet hat, ist den beiden Frauen egal. „So haben wir wenigstens gleich einen Platz bekommen“, sagt Valentina Barann.

„Als am Freitagabend der Wasserspritzer kam, dachte ich schon, die Leute laufen davon“, sagt Josef Gierer am Sonntag. „Aber das war gar nicht so. Ich war überrascht, wie viele Leute da waren.“

Die Wangener um Valentina Barann und Tina Steiger zieht es gegen Mitternacht weiter. Von Hornstein am See wechseln sie zum Weingut Lanz, wo die Tanzfläche voller gutgelaunter Menschen ist. „Es war echt schön, wir hätten nicht gedacht, dass so viele Leute kommen“, sagt Cleo Lanz.

Jeder Gast findet das, was ihm gefällt

Am Samstagvormittag haben die Winzer nur eine kurze Verschnaufpause. „Das Wetter war gut, aber eben nicht so heiß, da konnte man schon mittags ein Glas Wein trinken“, sagt Josef Gierer. Aus diesem Grund sei es auf den zwölf Weingütern um Lindau so voll gewesen, wie schon lange nicht mehr. „Es war perfekt, ich weiß nicht, was man anderes möchte.“

So ähnlich sehen das auch die Gäste: „Es war mega, und es war die Hölle los“, sagt Melissa Lonetti, die in München studiert und fürs „Komm und See“ extra an den Bodensee gekommen ist. Ihr gefällt vor allem die Atmosphäre am See „und dass es so stilvoll und gemütlich ist“.

Ob man nur gemütlich einen Wein trinken, sich durchfuttern oder zu Livemusik abtanzen möchte – beim „Komm und See“ ist für alle was dabei. „Jeder macht aus seinem Betrieb das Optimale, jeder hat seinen eigenen Stil“, beschreibt Josef Gierer die Vielfalt des Winzerfestivals. „Und so findet auch jeder Gast das, was ihm gefällt. Und da bleibt er dann einfach ein bisschen länger sitzen.“

Trotzdem haben viele Besucher die Gelegenheit genutzt, mehrere Weingüter zu besuchen. So traf man auf den Straßen zwischen den Weingütern viele fröhliche Gruppen, andere nutzten den Shuttlebus – und wieder andere das Fahrrad.

Betrunkener Mann stürzt mit Fahrrad

Dass man sein Rad nach zu viel Wein allerdings besser stehen lassen sollte, hat ein 29-jähriger Mann in der Nacht auf Sonntag am eigenen Leib erfahren. Er wollte, wie die Polizei schreibt, nach einem nicht unerheblichem Weinkonsum noch nach Hause radeln. „Dies war nicht seine beste Idee“, schreibt die Polizei. Mit rund 1,6 Promille stürzte der Mann. Dabei zog er sich eine Platzwunde am Kopf zu und verletzte sich am Ohr. Ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr.

Ansonsten sei das „Komm und See“ aus Sicht der Polizei ruhig verlaufen. „Neben einzelnen wenigen Ruhestörungen kam es zu keinerlei Zwischenfällen mit den vorbildlichen Weingenießern.“

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