Nach Ausbruch aus Memminger Gefängnis: Zweiter geflohener Häftling gefasst

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Deutsche Presse-Agentur

Ausbruch aus Gefängnis nicht strafbar

Der Ausbruch aus einem Gefängnis an sich ist in Deutschland nicht strafbar. „Das resultiert aus der Idee, dass der Gesetzgeber anerkennt, dass jeder Mensch einen Drang nach Freiheit hat“, erklärt Matthias Jahn, Professor am Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie der Goethe-Universität Frankfurt und Richter am Oberlandesgericht. „Das ist der bestechend einfache Grundgedanke.“ Dieses Freiheitsideal, das auch einem Strafgefangenen das Recht zugestehe, nach seiner Freiheit zu streben, sei eine deutsche Besonderheit und stehe in der Tradition des Philosophen Immanuel Kant.

Die Grenze der Straffreiheit ist den Angaben zufolge allerdings erreicht, wenn der Gefangene bei seiner Flucht Rechtsgüter anderer in Mitleidenschaft zieht — etwa bei Sachbeschädigung oder Gewalt gegen Beamte. Strafbar macht sich außerdem, wer Häftlinge befreit oder ihnen zur Flucht verhilft. (dpa)

Nach der Festnahme eines Straftäters am Montagnachmittag hat die bayerische Polizei auch den zweiten flüchtigen Mann gefasst - im gleichen Ort wie den ersten: Lauben im Unterallgäu.

Die beiden waren am Sonntag während eines Hofgangs im Gefängnis in Memmingen über eine Mauer geflüchtet. Zunächst wurde der 37-Jährige am Montagnachmittag in Lauben im Landkreis Unterallgäu gefasst. Wenige Stunden später nahm die Polizei nach Hinweisen der Bevölkerung im selben Ort auch den zweiten Flüchtigen, einen 36 Jahre alten Mann, fest. 

Die beiden Männer waren am Sonntag während eines Hofgangs über eine Mauer geflüchtet. Die Polizei hatte die Bevölkerung davor gewarnt, sich den Männern zu nähern.

Zugverkehr unterbrochen

Wohl im Zuge einer Suchaktion der Polizei wurde der Zugverkehr in Memmingen am Sonntag vorübergehend eingestellt.

Ausbruch aus Gefängnis nicht strafbar

Der Ausbruch aus einem Gefängnis an sich ist in Deutschland nicht strafbar. „Das resultiert aus der Idee, dass der Gesetzgeber anerkennt, dass jeder Mensch einen Drang nach Freiheit hat“, erklärt Matthias Jahn, Professor am Institut für Kriminalwissenschaften und Rechtsphilosophie der Goethe-Universität Frankfurt und Richter am Oberlandesgericht. „Das ist der bestechend einfache Grundgedanke.“ Dieses Freiheitsideal, das auch einem Strafgefangenen das Recht zugestehe, nach seiner Freiheit zu streben, sei eine deutsche Besonderheit und stehe in der Tradition des Philosophen Immanuel Kant.

Die Grenze der Straffreiheit ist den Angaben zufolge allerdings erreicht, wenn der Gefangene bei seiner Flucht Rechtsgüter anderer in Mitleidenschaft zieht — etwa bei Sachbeschädigung oder Gewalt gegen Beamte. Strafbar macht sich außerdem, wer Häftlinge befreit oder ihnen zur Flucht verhilft. (dpa)

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