Multiresistente Keime im Bodensee bei Bregenz gefunden

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Multiresistente Keime
Eine Petrischale mit MRSA-Keimen. (Foto: Armin Weigel/Archiv / DPA)
Digitalredakteur

Ein Expertenteam hat in mehreren österreichischen Badegewässern multiresistente Krankenhauskeime entdeckt. Auch im Bodensee wurden die Forscher fündig. 

Ein Team vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Wien hat im Sommer 2017 landesweit Badestellen nach multiresistenten Keimen abgesucht. Die Ergebnisse liegen jetzt vor. Darüber berichtet das österreichische Nachrichtenportal Vol.at.

Wir haben Gewässer beprobt, bei denen man am ehesten davon ausgehen kann, solche Keime zu finden.

Humanmediziner Franz Allerberger

Gegen die Keime wirken übliche Antibiotika nicht mehr, die Krankheiten, die sie verbreiten, sind daher kaum behandelbar.

"Wir haben Gewässer beprobt, bei denen man am ehesten davon ausgehen kann, solche Keime zu finden", so der Humanmediziner Franz Allerberger (AGES) im Gespräch mit der österreichischen Presseagentur APA. 

In vier Badegewässern fanden die Experten multiresistente Bakterien: Im Stausee Forchtenstein im Burgenland, im Ossiachersee in Bodensdorf in Kärnten, im Donau Altarm Greifenstein in Niederösterreich und im Bregenzer Wocherhafen.

Wie Vol.at berichtet, ist der Keim aus dem Bodensee eine mit 40 Resistenz-Genen aufgerüstete Escherichia Coli Mikrobe. Die Bakterien sind in der Lage, selbst moderne Antibiotika zu spalten und damit wirkungslos zu machen.

Umweltinstitut: Konzentration unbedenklich 

Solche Erreger kommen vorwiegend in Krankenhäusern vor. Bei der Abteilung Gewässergüte des österreichischen Umweltinstituts sieht man in dem Ergebnis keinen Grund zur Sorge. Man teste selbst ebenfalls regelmäßig auf E.Coli bei Untersuchungen der Wassergüte. Demzufolge sei die Konzentration der Lebewesen im Bodensee unbedenklich.

92 Prozent der antibiotikaresistenten Keime bei Patienten stammen laut Untersuchungen aus der Humanmedizin, die restlichen acht Prozent aus der Viehzucht.

Für gesunde Erwachsene, Kinder und Jugendliche sind die multiresistenten Keime in den Badegewässern aber laut Mediziner Allerberger absolut unbedenklich. Lediglich bei Säuglingen und älteren Menschen ab rund 70 Jahren sei aufgrund des schwächeren Immunsystems Vorsicht angebracht.

Risikogruppen sind außerdem Krebspatienten unter Chemotherapie und Transplantationspatienten, bei denen die Abwehrkräfte durch die Therapie und Medikamente geschwächt sind.

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