Mozarts „Spatzenmesse“ für die große Musikliebhaberin

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Münsterchor und ein kleines Orchester unter der Leitung von Nikolaus Schwärzler führen zu Ehren der verstorbenen Angela Heilmann
Münsterchor und ein kleines Orchester unter der Leitung von Nikolaus Schwärzler führen zu Ehren der verstorbenen Angela Heilmann Mozarts „Spatzenmesse“ auf. (Foto: Helmut Voith)
Christel Voith

Unvergessen ist in Lindau die im vergangenen August im Alter von 71 Jahren verstorbene Angela Heilmann. Von 1987 bis 2011 hat die promovierte Kunsthistorikerin die städtischen Kultureinrichtungen geleitet, wofür ihr die Stadt Lindau ein ehrendes Andenken bewahrt. Am Sonntag, an dem sie ihren 72. Geburtstag gefeiert hätte, hat die katholische Kirchengemeinde im Münster „Zu Unserer Lieben Frau“ der Verstorbenen gedacht und ihr zu Ehren in der Abendmesse Mozarts „Spatzenmesse“ aufgeführt.

Zahlreiche Besucher waren zu Ehren von Angela Heilmann gekommen und füllten die Kirche, auch vom Museum Langenargen, das sie bis zu ihrem Tod ehrenamtlich geleitet hatte, war ein Kleinbus gekommen. Wie Pfarrer Wolfgang Bihler, der langjährige Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Lindau-Aeschach, sagte, wollte die katholische Kirche mit der Eucharistiefeier und der Orchestermesse der Verstorbenen danken für alles, was sie auf kultureller Seite geleistet hatte, aber ganz besonders für ihr großes Engagement für die Kirche und den Münsterchor, das nach außen weniger wahrgenommen worden sei. Als überzeugte Christin habe sie ihren Glauben im Alltag, im Beruf und in ihrer Familie gelebt, wo sie der Mittelpunkt der sechs Geschwister gewesen sei. Ein Instrumentalensemble aus Lindauer Musikern, die Angela Heilmann verbunden waren, begleitete den Münsterchor unter der Leitung von Münsterkantor Nikolaus Schwärzler. Die Sopranistin Francesca Paratore, die Nichte der Verstorbenen, hatte abgesagt.

Mozarts „Spatzenmesse“ KV 220 ist eine Missa brevis et solemnis, eine kurze Messe mit volkstümlichem Charakter, den Streicher, Pauken und Trompeten festlich unterstreichen. An Vogelgezwitscher erinnernde Violinfiguren im Allegro des „Sanctus“ und „Benedictus“ sollen der Messe ihren Namen gegeben haben, andere hören aber auch kleine Engel darin singen.

Schön ist es immer, solche Messen nicht nur konzertant, sondern im Rahmen der Eucharistiefeier, für die sie geschaffen wurden, zu erleben. Das Alternieren von Männer- und Frauenstimmen, die sich wieder vereinen, schafft hier eine besondere Spannung. Deutlich hob der Münsterchor auch die Stimmungen hervor, ob im innigen „et incarnatus est“ oder im trauernd schleppenden „crucifixus est“, dem ein freudiges „et resurrexit“ folgte. Dynamisch sang der Chor das „Sanctus“ und kehrte im „Dona nobis pacem“ zur Musik des „Kyrie“ zurück.

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