Mit wenig Geld hoch hinaus

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Präsentieren sich als schlagkräftiges Team im Vorstand (von links): Patrick Meier (Marketing), Bernd Wucher (Erster EVL-Vorsitze
Präsentieren sich als schlagkräftiges Team im Vorstand (von links): Patrick Meier (Marketing), Bernd Wucher (Erster EVL-Vorsitzender), Sascha Paul (Sportlicher Leiter) und Vizepräsident Thomas Gläßer. (Foto: Peter Schlefsky)
Sportredakteur

Der Spielplan für die neue Oberligasaison 2018/19 wird nächste Woche veröffentlicht.

Eigentlich hatten die Mitglieder des EV Lindau Islanders bereits Mitte September 2017 über mehrere Satzungsänderungen abgestimmt – die nun am Montag dennoch wieder auf der Tagesordnung der Hauptversammlung standen. Doch wegen eines Formfehlers bei der Einladung verlangte das zuständige Registergericht die Wiederholung – die die 30 anwesende Vereinsmitglieder im Gasthof Köchlin routiniert hinter sich brachte. Nicht dabei: Präsident Marc Hindelang, der beruflich verhindert war.

Seit Montag ist somit der erweiterte EVL-Vorstand, dem neben Hindelang Stadtwerke-Chef Thomas Gläßer als Vizepräsident, Marketingvorstand Patrick Meier und der neue Sportliche Leiter Sascha Paul angehören, auch formell abgesegnet.

Paul folgt auf Bernd Wucher, der nach 18 Jahren sein Amt abgibt und in seinem letzten Rechenschaftsbericht auf das „zweite, schwierige Oberligajahr“ der ersten Eishockeymannschaft zurückblickte. Nach der Trainerentlassung von Headcoach Dustin Whitecotton habe es eines Kraftakts mit einem „schweißtreibenden Februar und März“ und zweier Interimstrainer bedurft, um den Klassenerhalt in der Verzahnungsrunde gegen den HC Landsberg unter Dach und Fach zu bringen. Was folgte, waren heiße Halbfinalduelle gegen Höchstadt und „drei geile Spiele“ um die bayerische Play-off-Meisterschaft gegen den Dauerrivalen ECDC Memmingen.

In seinem Ausblick auf die anstehende Spielzeit 2018/19 verwies Sascha Paul auf den erneuten Umbruch in der Mannschaft. Der verzeichnet, wie schon vor einem Jahr, zehn bis elf Zugänge, weist ein Durchschnittsalter von etwa 24 Jahren auf und dürfte damit, gleich hinter den Eisbären Regensburg, als jüngster Oberligakader Ende September ins Rennen gehen. Hier, so Paul, sei nicht zuletzt die Handschrift des neuen Trainers Chris Stanley erkennbar. „Er arbeitet akribisch mit dem Team, auch mit jungen Spielern. Wir werden eine Mannschaft bekommen, die sehr hungrig ist.“

Zweiter Ausländer noch unklar

Bedeckt halten sich die EVL-Verantwortlichen beim zweiten Kontingentspieler. Der hätte eigentlich am Montag gleich bei der Hauptversammlung präsentiert werden sollen. Immerhin seien zwei Favoriten dieser Tage in die engere Auswahl genommen worden, man werde zeitnah Vollzug melden können, versprechen die Verantwortlichen. Klar ist dagegen jetzt schon das neue Saisonziel der Islanders: Nach 2016/17 (Klassenerhalt) und 2017/18 („so früh wie möglich mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben“) wird die Messlatte weiter nach oben geschraubt. „Wir wollen die Meisterrunde und auch die Play-offs erreichen“, betont Paul. Will heißen: Im ersten Schritt muss – im Konzert von zwölf Oberligisten – mindestens Platz zehn, nach der Meisterrunde gar Play-off-Platz acht erreicht werden. Ein durchaus ambitioniertes Unterfangen, misst man sich im Konkurrenzkampf doch mit etablierten Branchengrößen wie den EV Lands- hut, SC Riessersee oder Rosenheim – allesamt Traditionsclubs mit einschlägiger DEL- und DEL2-Vergangenheit. Zumal auch finanziell in Lindau die Bäume nicht ungebremst in den Himmel wachsen.

Mit einer Bilanzsumme von inzwischen rund 750 000 Euro (Stand: 31. März 2018, Vorjahr: 568 000 Euro) hat der Trägerverein zwar wieder zulegen können und wächst auch beim Sponsoring kräftig weiter. Für den Oberligaspielbetrieb blieben jedoch schlussendlich zwischen 300 000 und 350 000 Euro übrig, wie EVL-Finanzvorstand Matthias Vogel auf Nachfrage unserer Zeitung einräumte. Ob diese Größenordnung perspektivisch für Lindau reicht, um im dritten Jahr der Oberligazuhörigkeit genügend Qualität aufs Eis zu bringen und eine Zitterpartie um den Klassenerhalt vermeiden zu können, bleibt abzuwarten.

Nicht mehr der EVL-Führungsriege angehören wird übrigens Sebastian Schwarzbart: Der bisherige Schriftführer, Teammanager und Geschäftsführer sei „aus gesundheitlichen Gründen ausgeschieden“, der Vorstandsposten werde neu besetzt.

Der Spielplan für die neue Oberligasaison 2018/19 wird nächste Woche veröffentlicht.

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