Mit der Bahnhofsmission sicher unterwegs

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 Hilfe beim Einsteigen: Hans-Jörg Boschner, ehrenamtlicher Helfer der Lindauer Bahnhofsmission, packt mit an.
Hilfe beim Einsteigen: Hans-Jörg Boschner, ehrenamtlicher Helfer der Lindauer Bahnhofsmission, packt mit an. (Foto: oh)
Lindauer Zeitung

Beim Umsteigen gehbehinderten Reisenden aus dem Zug helfen. Mit ratlosen Fahrgästen den richtigen Button am Ticketautomaten drücken: Auch dafür gibt es die Bahnhofsmissionen. Mehr als 47 000-mal leisteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 13 bayerischen Bahnhofsmissionen im vergangenen Jahr Hilfe beim Reisen. Auch in Lindau sei die Unterstützung von Reisenden immer noch die Hauptaufgabe der dortigen Bahnhofsmission, heißt es in einer Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern.

Auch wenn die Bahnhofsmissionen vor allem als Anlaufstelle für Menschen in sozialen Notlagen bekannt sind, sei die Unterstützung von Reisenden ein wichtiger Teil ihrer Arbeit, heißt es in der Pressemitteilung. So helfen Mitarbeiter nach Voranmeldung beispielsweise Menschen, die nicht mehr so mobil sind, beim Ein- oder Aussteigen. Konkret boten die Mitarbeitenden der bayerischen Bahnhofsmissionen 2018 fast 33 000 Hilfen direkt im Reiseverkehr im Bahnhof und am Bahnsteig. 1500-mal vermittelten sie Reisende an andere Bahnhofsmissionen. Und über 9000-mal kontaktierten sie Dienste der Bahn, um Menschen auf Reisen weiterzuhelfen. Darüber hinaus boten sie Aufenthalt und diverse kleinere Hilfen – von einer Tasse Tee über das Aufladen eines Mobiltelefons bis zur Wickelmöglichkeit in ihren Räumen.

„Es ist uns wichtig, dass Menschen, die aufgrund ihres Alters, einer Krankheit oder einer Behinderung eingeschränkt sind, selbständig leben und mobil bleiben könnent“, sagt Hedwig Gappa-Langer (IN VIA Bayern) von der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern. Das sei nur durch das hohe Engagement der fast 400 ehrenamtlichen Mitarbieter möglich, ergänzt Heidi Ott (Diakonisches Werk Bayern).

In Lindau zeige sich ein ähnliches Bild. Die Unterstützung von Reisenden sei auch für die Lindauer Bahnhofsmission „zahlenmäßig“ die Hauptaufgabe. „Sie machen fast 90 Prozent unserer Kontakte aus“, so die Leiterin der Lindauer Bahnhofsmission, Conny Schäle. Aber: „Immer wieder stranden auch verwirrte, psychisch auffällige oder wohnungslose Menschen am Bahnhof“, ergänzt Schäle. „Wir geben ihnen Schutz und Ruhe bis wir eine Lösung gefunden haben, wie es für sie weitergehen kann.“ Das geschehe meist in Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen in der Stadt, der Bahn oder auch der Bundespolizei.

Die Arbeit nimmt zu. 2018 hatten die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden laut Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern 285 000-mal Kontakt mit Hilfesuchenden – dies ist eine Steigerung um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt erbrachten sie fast 570 000 Hilfeleistungen vom Aufenthalt über Notverpflegung und Vermittlung bis zu seelsorgerischen und Krisengesprächen. Das entspricht einem Plus von zwei Prozent gegenüber 2017.

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