Hat seit dem Sommer als Headcoach in Sonthofen das Sagen: Martin Sekera.
Hat seit dem Sommer als Headcoach in Sonthofen das Sagen: Martin Sekera. (Foto: Christian Flemming)
Sportredakteur

Wenn die EV Lindau Islanders am siebten Spieltag der Hauptrunde der Eishockey-Oberliga Süd bei ERC Bulls Sonthofen antreten (Sonntag, 18 Uhr), dann kehren die Cheftrainer der beiden Ligakonkurrenten an ihre alten Wirkungsstätten zurück. Vor seiner Verpflichtung in Lindau war Chris Stanley zwei Jahre als Spielertrainer im Allgäu tätig. Und Martin Sekera jagte, bevor er in Sonthofen das Traineramt antrat, vier Jahre als aktiver Spieler in Diensten der Islanders der Scheibe auf dem Eis nach und brachte sich bei der Nachwuchsarbeit des EVL ein.

„Das ist natürlich etwas Besonderes“, meint Sekera mit Blick auf den nächsten Gegner, der ihm nur allzu sehr vertraut ist. Ohnehin sei er räumlich den Lindauern derzeit näher verbunden als seinem neuen Arbeitgeber in Sonthofen. Mit seiner Familie lebt der 46-Jährige, der in Tschechien geboren und aufgewachsen ist und dort auch das Eishockeyspielen erlernte, in Hard (Vorarlberg) am Bodensee. Vor wenigen Wochen erst wurde Sekera Vater – und blickt privat wie sportlich auf ereignisreiche Sommermonate zurück.

Anfang Juni übernahm er die Nachfolge des scheidenden Heiko Vogler, die Vorbereitung verlief aus seiner Sicht recht ordentlich. Als Sportlicher Leiter zur Seite gestellt wurde ihm Lukas Slavetinsky, der damit zu seinem Ausbildungsverein zurückkehrte. Beide haben in früheren Jahren in der Oberliga zusammengespielt und haben „die gleiche Meinung“ über das Eishockey, das die Bulls künftig zelebrieren sollen. „Wir wollten mehr Qualität statt Quantität“, betont der neue Sonthofener Headcoach hinsichtlich der Zugänge zur neuen Saison. Nach diversen Abgängen wurden die Sturmreihen komplett neu aufgestellt und dabei, mit Martin Frolik und Petr Sinagl, ein tschechisches Kontingentspieler-Pärchen verpflichtet.

Im Rückblick auf die ersten Spieltage zeigt sich Martin Sekera zufrieden – zumindest, „was die Spielweise angeht. Von den Punkten her verlief es weniger gut“, so der 46-Jährige. Vier teils knappe Niederlagen gegen die Topteams der Oberliga Süd und ein Overtime-Erfolg über Weiden ließen die Bulls auf dem vorletzten Tabellenplatz verharren. „Das ist jetzt ein wichtiges Wochenende für uns“, weiß der neue Headcoach daher im Vorfeld. Am Freitagabend ging es zum Tabellennachbarn nach Memmingen, am Sonntag kommen die Islanders.

Gegen die hatte Sonthofen bereits zwei Testspiele absolviert und dabei 7:2 in Lindau gewonnen, während es im Rückspiel eine 2:5-Niederlage setzte. „Ich denke, ich weiß, wie Lindau am Sonntag spielen wird“, schmunzelt Sekera und freut sich auf ein Wiedersehen mit so manchem Spieler und Funktionär aufseiten des EVL. In Lindau war der gelernte Stürmer zu Bayernligazeiten auf Torejagd. Ausgerechnet beim Spiel gegen Sonthofen im ersten Oberligajahr der Islanders kassierte er zwei Checks gegen den Kopf. Marc Sill hieß damals der Übeltäter. Martin Sekera erlitt einen Halswirbelbruch, musste sofort operiert werden und seine aktive Karriere beenden.

Unterdessen haben sich beide ausgesprochen und die Hände gereicht. Sill stürmt – jetzt unter Sekera – weiterhin für die Bulls. Sein neuer Trainer hat ihm verziehen.

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