Mehr als nur ein Gebäude aus Backsteinen

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 389 Konfirmanden, 389 Taufen und 67 Trauungen hat es in der Versöhnerkirche in Zech seit ihrere Einweihung vor 50 Jahren gegebe
389 Konfirmanden, 389 Taufen und 67 Trauungen hat es in der Versöhnerkirche in Zech seit ihrere Einweihung vor 50 Jahren gegeben. (Foto: Diana Rach)
Diana Rach

Nunmehr 50 Jahre zuvor, am 1. Advent 1968, ist die Versöhnerkirche in Zech eingeweiht worden. Die Gemeinde feierte zu diesem Anlass einen festlichen Gottesdienst mit musikalischer Unterstützung der Lindauer Bläser.

Vor dem von Gemeindemitgliedern eigenhändig geknüpften Wandteppich und dem schlichten, den Altarraum dominierenden Holzkreuz würdigten die Pfarrer Matthias Vogt und Jörg Hellmuth die für ein Kirchengebäude bisher zwar recht junge, aber doch reich angefüllte Gemeindegeschichte, bevor der langjährige Pfarrer Gerd Gruber das Wort an die Gläubigen richtete. Zehn Jahre nach der Einweihung der benachbarten katholischen Kirche sei hier kein bloßes Gebäude aus Backsteinen entstanden, sondern ein lebendiges Gemeindewesen begründet worden. Dafür sei er voller Dank.

In den Jahrzehnten ihres Bestehens durfte die Gemeinde 389 Konfirmanden, 389 Taufen und 67 Trauungen feiern. „Allein wegen dieser Momente ist dies hier ein heiliger Raum“, schloss sich der Kemptener Dekan Jörg Dittmar an. „Es ist ein Ort, der aus der Zeit genommen ist und Geborgenheit schenkt.“

In seiner Predigt schwangen jedoch durchaus auch melancholische Töne mit, da ein solches Jubiläum angesichts von Mitgliederschwund in der Evangelischen Kirche die Frage aufwerfe: Wie wird es weitergehen? Eine ähnliche Frage, wie sie auch Jesus seinen verbliebenen zwölf Jüngern im Johannesevangelium, Kapitel sechs, stellt, denn die Menschenmenge, die ihm bis dato gefolgt war, ist von dannen gezogen: „Wollt ihr auch weggehen und mich verlassen?“ Petrus antwortete ihm darauf: „Herr, zu wem sonst sollten wir gehen? Deine Worte bringen das ewige Leben. Wir glauben und wissen, dass du der bist, in dem Gott uns begegnet.“

Die Kirche, so Dittmar, biete die Möglichkeit, Antworten auf elementare Fragen, wie die nach dem Ursprung der Liebe, abseits der bloßen Reduktion auf biochemische Prozesse, zu finden.

Zu den Gratulanten am vergangenen Adventssamstag gehörten auch der Zweite Bürgermeister Karl Schober und ein Vertreter der katholischen Nachbargemeinde, der das ökumenische Miteinander der „Schwesternkirchen“ hervorhob.

Im Anschluss waren alle Gäste in das benachbarte festlich geschmückte Gemeindehaus eingeladen und ließen den Tag in festlicher Atmosphäre ausklingen.

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