Medienzentrum wird an einem Standort zentriert

Lindauer Zeitung

Das Medienzentrum des Landkreises Lindau gibt es seit rund 30 Jahren. Es hat aktuell zwei Standorte: am Valentin-Heider-Gymnasium in Lindau und an der Mittelschule Lindenberg. Nun soll es zu einem IT- und Medienkompetenzzentrum an nur noch einem Standort weiterentwickelt werden – das hat der Ausschuss für Bildung, Soziales und Sport bei seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen.

Mitarbeiter der Verwaltung werden nun gemeinsam mit der medienpädagogischen Beraterin, Doris Sippel, das Konzept für das neue IT- und Medienkompetenzzentrum weiterentwickeln und einen geeigneten Standort dafür suchen. Geplant ist, dass das Medienzentrum sich als IT- und Medienkompetenzzentrum 2022 an einem neuen Standort präsentiert, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

„Damit das bisher sehr gut geführte Medienzentrum weiterhin für die Zukunft handlungsfähig bleibt, ist es an der Zeit, die Handlungsfelder neu zu sortieren und mit der Zusammenlegung der beiden Standorte die aktuelle Arbeit neu auszurichten. Somit kann zielorientierter und praxisnäher ein pädagogischer Beratungs- und Schulungsauftrag mit dem Schwerpunkt Digitalisierung angeboten werden“, erklärt Landrat Elmar Stegmann. Weitere Gründe für eine neue Ausrichtung sind außerdem der erhöhte Raumbedarf des Valentin-Heider-Gymnasiums. Aufgrund der Wiedereinführung des G9 in Bayern ist zukünftig dauerhaft mit mehr Klassen zu rechnen. Darüber hinaus hat auch der Rechnungsprüfungsausschuss im Rahmen einer Prüfung des Medienzentrums die Frage aufgeworfen, ob zwei Außenstellen tatsächlich benötigt werden.

Aktuell wird das Medienzentrum des Landkreises Lindau seit rund 30 Jahren von Wilfried Fuchs geführt. Zusätzlich beschäftigt der Landkreis dafür zwei weitere Verwaltungsangestellte. Insgesamt fallen jährlich Kosten in Höhe von 50 000 Euro für das Medienzentrum an.

Grundsätzlich haben Sachaufwandsträger Medienzentren zu betreiben und den Schulen unterrichtsbezogene Medien zur Verfügung zu stellen. Ebenso bieten sie pädagogische Beratungen zum Einsatz von Medien im Unterricht an. Medienzentren sind somit wichtige Ansprechpartner für Schulen, da sie lizenzrechtlich einwandfreie Medien für den Unterrichtseinsatz bereitstellen und ein Ort sind, an dem Interessen und Wünsche aller Schularten zusammenlaufen, wie sin der Mitteilung weiter heißt.

Die Zielgruppe eines Medienzentrums sei jedoch nicht nur das Lehrpersonal der angegliederten Schulen, Kindergärten und Kitas, Vereine und Verbände. Es suche auch die Zusammenarbeit mit anderen Bildungs- und kulturnahen Einrichtungen wie VHS, Kinderschutzbund, Jugendhäuser, Polizei, Bibliotheken, Jugendarbeit oder Bayernlabs .

Im Zuge des Voranschreitens der Digitalisierung können die Medienzentren zielgenau regional unterstützen. Vor allem das Streaming der Onlinemedien wird durch den geförderten Breitbandausbau in Zukunft sicherlich noch stärker zunehmen.

Die Nutzung digitaler Medien in der Schule sei an große Erwartungen geknüpft. Der Einsatz von mobilen Endgeräten und internetbasierten Anwendungen sei keine Ausnahmeerscheinung mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit. Lehrkräfte greifen, ablesbar in den jährlich steigenden Abrufzahlen, verstärkt in ihrem Unterricht auf ein umfangreiches Angebot lehrplanrelevanter, pädagogisch hochwertiger und interaktiv einsetzbarer Inhalte der kommunalen Medienzentren zurück.

Somit sehen die Medienzentren sich als regionale Vermittler von Lernmaterialien (online sowie offline), wollen aber auch neue Themenbereiche wie zum Beispiel außerschulische Lernorte für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Eltern oder pädagogisches Personal im Bereich der aktiven Medienarbeit (Videoerstellung, Podcasting, kreative Arbeit mit dem Tablet) erschließen.

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