Mauersegler schlafen sogar im Flug

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 Der Mauersegler fühlt sich in der Nähe von Städten besonders wohl, denn hier findet er an Gebäuden oft geeignete Brutplätze.
Der Mauersegler fühlt sich in der Nähe von Städten besonders wohl, denn hier findet er an Gebäuden oft geeignete Brutplätze. (Foto: LBV)
Lindauer Zeitung

Der Landschaftspflegeverband Lindau-Westallgäu (LPV) stellt unter dem Motto „Draußen umgeschaut“ alle zwei Monate eine Tier- oder Pflanzenart in der Lindauer Zeitung vor. In der heutigen Ausgabe steht der Mauersegler im Mittelpunkt.

Bereits Ende April sind sie aus ihren weit entfernten Überwinterungsgebieten im südlichen Afrika zurückgekehrt: die Mauersegler (Apus apus). Ihre Flugreise hat bis zu drei Monate gedauert. Sie nehmen diesen weiten Weg auf sich, um den besten Nahrungs- und Witterungsbedingungen zu folgen. Mauersegler sehen zwar einer Schwalbe ähnlich, sind aber nicht mit ihr verwandt. Sie gehören zur Familie der Segler. Sie besitzen fast sichelförmige Flügel, ihr Gefieder ist von rußig-brauner Farbe und sie haben große Augen. Kaum eine Vogelart ist besser an das Leben in der Luft angepasst: die Mauersegler jagen, schlafen und paaren sich im Flug. Ihr Ruf ist schrill und kann unter www.vogelstimmen.de nachgehört werden.

Festen Untergrund berühren sie wohl nur, um für Nachwuchs zu sorgen. Gebrütet wird dann in Gebäuden aller Art, die aber eine gewisse Höhe aufweisen müssen, damit der Nistplatz angeflogen und von dort auch wieder in die Lüfte gestartet werden kann. Die Nesteingang findet sich meist unmittelbar unter dem Dach. Mit wenig Nistmaterial, das auch in der Luft gesammelt wird, werden zwei bis drei Eier für 20 Tage bis zum Schlupf bebrütet. Nach bis zu 48 Tagen im Nest werden die Jungen flügge und starten in ein Leben in der Luft. Mauersegler brüten gerne in Kolonien und kommen auch jedes Jahr an den gleichen Brutplatz zurück. Bereits Anfang August gehen sie auf die lange Reise ins Winterquartier.

Der Mauersegler ist in Bayern außerhalb der Alpen als Brutvogel verbreitet und konzentriert sich dabei auf Städte und andere größere Siedlungen. Er gehört hier noch zu den häufigen Brutvögeln. Doch nimmt sein Bestand in Deutschland ab, was insbesondere durch die Sanierung von Gebäuden und den damit verbundenen Verlust ihrer Nistplätze bedingt ist. Menschen können diesen außergewöhnlichen Flugkünstler unterstützen, indem sie seine Nistgelegenheiten erhalten und auch an geeigneten Gebäuden Neue schaffen.

Mit einem Biodiversitätsprojekt versucht der Landschaftspflegeverband durch Beratung von Hauseigentümern und Bauherren die Lebensweise und den notwendigen Schutz von Gebäudebrütern bekannt zu machen.

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