Mang operiert erneut Ramstein-Opfer

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Werner Mang untersucht den jungen Suresh aus Nepal. Die Hälfte des Gesichts des 15-Jährigen war von einem Tumor befallen
Werner Mang untersucht den jungen Suresh aus Nepal. Die Hälfte des Gesichts des 15-Jährigen war von einem Tumor befallen (Foto: privat)
Lindauer Zeitung

Seit vielen Jahren verhilft der Lindauer Schönheitschirurg Werner Mang Ramstein-Opfern wieder zu einem relativ normalen Aussehen. Dazu sind oft mehrere Operationen nötig, die im Abstand von Jahren aufeinander folgen. Aktuell betreut er Marc David Jung, der bei dem Flugshow-Unglück in Ramstein starke Verbrennungen erlitt. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor.

Marc David Jung wurde erstmals als Kleinkind direkt nach der Flugzeug-Katastrophe operiert. Dutzende Operationen folgten, die letzte im April 2015. „Natürlich lassen sich so schwer verletzte Patienten nicht wieder völlig herstellen, doch wir können ihnen zu einem relativ normalen Aussehen verhelfen“, erklärt Mang. Während der Flugzeugabstürze war Marc David Jung mit seiner Mutter und seinem Vater in der Zuschauermenge: Sein Vater starb, seine Mutter erlitt ein schweres Trauma, und Marcs Haut wurde zu 50 Prozent verbrannt.

Suresh aus Nepal bekam neues Gesicht

Vor mehr als 20 Jahren gründete der Mediziner die Prof.-Mang-Stiftung. Menschen, die nach Unfällen, Gewalteinwirkung oder schweren Krankheiten entstellt sind haben durch diese Stiftung die Chance auf eine fachgerechte, unentgeltliche Behandlung. „Natürlich ist meine Stiftung nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, so Werner Mang. Dennoch seien diese Einsätze immer etwas Besonderes für ihn. So auch der Fall des kleinen Suresh. Die Hälfte des Gesichts des heute 15-jährigen Jungen aus Nepal war von einem Tumor befallen, und das Sprechen und Essen fiel ihm schwer. Mang reiste auf eigene Kosten nach Kathmandu, um Suresh unentgeltlich zu operieren. „Die Behandlung solcher Tumorverwachsungen stehen in keinem Lehrbuch. Der Eingriff erforderte daher eine gute Vorbereitung und große Konzentration“, sagt er.

Das nächste Stiftungs-Projekt: Namibia

Im April machte sich Werner Mang bei einer Reise ein Bild von der gesichtschirurgischen Versorgung der Urvölker in Namibia. Er besuchte Stationen in einem riesigen Areal, das fast so groß ist wie die Bundesrepublik, wie es im Pressebericht heißt. Dort lebten afrikanische Naturvölker fernab von moderner Zivilisation und hätten keine medizinische Versorgung. Mang könne sich in Zukunft vorstellen, auch hier mit seiner Stiftung Projekte zu unterstützen.

Im Tagesgeschäft seiner Bodenseeklinik beschäftigt sich der Schönheitschirurg gemeinhin eher mit den Schönen und Reichen: Für Facelifts, Nasenkorrekturen oder Brustvergrößerungen ist er international seit Jahren Spezialist. „Dieser Erfolg ist für mich nicht selbstverständlich“, so Mang. „Deshalb ist es für mich seit jeher wichtig, auch etwas zurückzugeben.“

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