„Male ich einen Baum, wird er mir zum Freund“

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Trunk-Art in der Galerie Angelo-arte
Trunk-Art in der Galerie Angelo-arte (Foto: GAlerie)
Lindauer Zeitung

Eine Premiere in Lindau: Zum ersten Mal zeigt die Londoner Bildkünstlerin Jocelyn Görner ihren in Salzburg entstandenen Platanenrindenzyklus.

„Natur gebiert Formen, auch jene holzhaltigen der Baumrinde. Rinde ummantelt, nährt und schützt, schält sich, wirft sich ab, zieht Blicke auf sich, fordert die künstlerische Hand zur gelinden Verwandlung auf, wie im Fall dieses zwölfteiligen Zyklus der Londoner Bildkünstlerin, Jocelyn Görner“, heißt es in einer Pressemitteilung der Galerie Angelo-arte.

Von Montag, 29. Juli, bis Samstag, 24. August, zeigt die Galerie Angelo-arte an der Schafgasse 5 in Lindau den Bilderzyklus von Jocelyn Görner. Inspiriert von der Natur, insbesondere von der Platane mit ihrem Formenspiel in der sich wandelnden Rinde, schaffe die Künstlerin eine unvergleichliche Hommage an die Bäume, wie es in der Vorschau weiter heißt. Sie selbst sagt: „Male ich einen Baum, wird er mir zum Freund.“ Diese Innigkeit in der Beziehung zum Baum verbinden die Werke von Jocelyn Görner mit den Holzobjekten von Angelo De Moliner. Auch er sieht in den Bäumen die Wesensverwandtschaft zu uns Menschen. In seinem Atelier wandeln sich Bäume, die gefällt werden müssen, in neue Daseinsformen.

Zu Ihrem Bilderzyklus sagt Jocelyn Görner: „Wir sind von Kunst umgeben und zwar von jener, welche die Natur uns zur Verfügung stellt. Ich wohne im näheren Umfeld eines Royal Park in der Grafschaft Surrey, England, von über 2500 Ar, der mich seit über zehn Jahren dazu inspiriert, seine Bäume und Seen in jeder Jahreszeit zu malen.“

Potenzial für abstrakte Muster

Die Formen, Schatten, Farben und Arten dieser Bäume regen laut Görner in ihrer enormen Vielfalt zu künstlerischer Umsetzung an. „Male ich einen Baum, wird er mir zum Freund. Ich lerne ihn kennen, werde Zeuge seiner Entwicklung oder seines Verfalls über die Jahre hin.“ Als Görner ein Jahr lang in Salzburg lebte und dem Fluss Salzach entlang ging, faszinierten sie die Muster in der Rinde der Platanen: „In ihnen sah ich ein Potenzial für abstrakte Muster, die ich in meinen Baumarbeiten weiter ausführen konnte. Auf diese Weise entstand meine Art von Rinden- oder Baumstammkunst.“

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