Lindaus stellt Bürger-Ideen zur Hinteren Insel auf den Prüfstand

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 Die Planungen für die künftige Bebauung auf der Hinteren Insel schreiten voran.
Die Planungen für die künftige Bebauung auf der Hinteren Insel schreiten voran. (Foto: Archiv: cf)
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Die öffentliche Sitzung des Bauausschusses im Alten Rathaus am Mittwoch, 26. September, beginnt um 17.30 Uhr. Weitere Themen sind die geplante Ausschreibung für ein Büro- und Supermarktgebäude am Ende der Kemptener Straße sowie zwei Bausachen.

Die Arbeitsgruppe für die Entwicklung der Hinteren Insel hat die Vorschläge des Bürgerworkshops aufgearbeitet. Am Mittwoch wird Chefstadtplaner Kay Koschka im Bauausschus einen Zwischenbericht geben.

Doch Koschka hat vorab bereits gute Nachrichten für die Bürger, denn: „Noch sind alle Ideen aus dem Bürgerworkshop im Rennen.“ Mehr als 120 Interessierte hatten Ende Juni Voschläge gemacht, wie die Hintere Insel zu bebauen sei. Vor allem ging es um die Nutzungen, die dort aus Sicht der Bürger nötig sind. Eine Arbeitsgruppe, in der Verwaltung, Planungsbüros und Gestaltungsbeirat arbeiten, haben sich nun laut Koschka eingehend mit dem Nutzungs- und Wohnungsmix beschäftigt.

Dabei habe das Gremium in erster Linie den Bereich des heutigen Seeparkplatzes im Blick, der nach Ende der Gartenschau zum Teil bebaut werden soll. Denn diese Grundstücke gehören der Stadt, während die meisten anderen betroffenen Grundstück im Eigentum der Bahn AG sind. Ob die Stadt diese Flächen kauft, um dann alles aus einer Hand abzuwickeln, ist in Lindau umstritten. Diese Frage werde nicht die Arbeitsgruppe klären, sagt Koschka. Das sei eine Entscheidung des Stadtrats.

Sozialwohnungen sind auch auf der Hinteren Insel Pflicht

Der Stadtrat hat bereits beschlossen, die eigenen Grundstücke der Spekulation zu entziehen. Ein Verkauf an private Bauträger ist laut Grundsatzbeschluss ausgeschlossen. Damit ist eine Entwicklung durch die GWG möglich, auch der Verkauf einzelner Flächen an Baugenossenschaften ist nicht ausgeschlossen. Wobei beim Bürgerworkshop deutlich wurde, dass andere Städte in solchen Fällen die Grundstücke nach Marktpreis verkaufen. Theoretisch denkbar wäre auch die Entwicklung durch eine neue Baugesellschaft der Stadt oder durch einen anderen Träger, der nicht nach Gewinn strebt.

Grundsätzlich gelten für die Grundstücke zudem die Regeln der Sozialgerechten Bodennutzung (Sobon), die verlangen, dass knapp ein Drittel mit Sozialwohnungen bebaut wird. So will die Stadt den in Lindau dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum schaffen lassen. OB Gerhard Ecker begründet das erneut: „Das ist eines der wichtigsten Ziele für die kommenden Jahre.“

Wie berichtet, erwarten die Verantwortlichen, dass es mindestens bis 2035 oder 2040 dauern wird, bis der gesamte Baubereich der Hinteren Insel bebaut ist. Klar ist zudem, dass am Ufer große Teile frei bleiben für einen großen Bürgerpark. Die Bebauung soll nahe der ehemaligen Inselbrauerei beginnen und sich dann im lauf der Jahre nach Norden entwickeln.

Da die Bürger im Workshop auch Bäcker, Tante-Emma-Laden, Café und ähnliches als wünschenswert genannt haben, hat die Verwaltung jetzt die Beratungsfirma Cima beauftragt, die für Lindau bereits das Einzelhandelsgutachten im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts Isek erstellt hat. Die Cima soll prüfen, ob und unter welchen Umständen solche Nutzungen auf der Hinteren Insel eine dauerhafte Zukunft haben. In den nächsten Sitzungen der Arbeitsgruppe soll es vor allem um die Fragen der Anbindung und der Parkplätze gehen.

Die öffentliche Sitzung des Bauausschusses im Alten Rathaus am Mittwoch, 26. September, beginnt um 17.30 Uhr. Weitere Themen sind die geplante Ausschreibung für ein Büro- und Supermarktgebäude am Ende der Kemptener Straße sowie zwei Bausachen.

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