Lindaus Segler diskutieren über Zukunft

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 Im Juni in Tutzing noch bei der Segelbundesliga am Start: die LSC-Crew um Leonard Kubeth, Florian Sporer, Naomi Dörr und Pius G
Im Juni in Tutzing noch bei der Segelbundesliga am Start: die LSC-Crew um Leonard Kubeth, Florian Sporer, Naomi Dörr und Pius Grauer. Am Ende stiegen die Lindauer ab. (Foto: vg)
Volker Göbner

Nach dem Abstieg des Lindauer Segler-Clubs (LSC) aus der 1. Segel-Bundesliga ist die Zukunft des Vereins im Liga-Betrieb offen. In einer Vorstandssitzung ist vor Kurzem beschlossen worden, einen Arbeitskreis einzusetzen, der sich mit dem Thema Bundesliga befassen soll.

Sechs „Spieltage“ wurden in der Segel-Bundesliga in der Saison 2018 ausgetragen – fünfmal landete das Team des LSC dabei auf Rang 18, einmal auf Rang 17. Am ersten Tag des letzten Events Mitte Oktober in Hamburg hatte das LSC-Team ein paar Lichtblicke, holte immerhin zwei zweite Plätze in acht Rennen und rangierte abends nicht mehr auf dem letzten Platz. Doch am Ende des dritten Tages hatten die Lindauer erneut die rote Laterne. „Wir hätten gerne unseren 16. Platz vom Donnerstag gehalten“, meinte ein enttäuschter Steuermann Leonard Kubeth, „aber es war nicht mehr drin. Es waren immer nur Kleinigkeiten, aber die haben sich summiert.“

Der Abstieg indes war schon vor diesem abschließenden Spieltag nicht mehr zu vermeiden, zu groß war schon der Rückstand. „Ich bedanke mich bei allen Seglern, die Einsatz für den Lindauer Segler-Club gezeigt haben“, zog LSC-Vorsitzender Karl-Christian Bay eine Saisonbilanz und fügte hinzu: „Sie haben alle viel Engagement gezeigt und viel Zeit und auch Geld investiert. Aber wir müssen anerkennen, dass wir als Verein in der 1. Segelbundesliga nicht mithalten können.“

In den beiden Ligen segeln je 18 Vereine, die sich fünf- oder sechsmal im Jahr treffen, um an drei Tagen bis zu 16 kurze Wettfahrten à 20 Minuten mit je sechs Booten in einem Start zu segeln. Ein Format, das es vorher im Segeln nicht gab und für das man auch speziell trainieren muss.

In den erfolgreichen Jahren setzte der LSC mehr oder weniger ganz auf Veit Hemmeter und seine Crew. Das waren vor allem seine früheren Vorschoter, mit denen er auf Kaderniveau auch in olympischen Bootsklassen segelte. Nachdem in dem Lindauer Verein immer wieder persönliche Spannungen auftraten, stiegen Hemmeter und seine Mitsegler Anfang des Jahres aus dem Ligateam des Vereins aus. Veit und Teresa Hemmeter sind seit etwa 15 Jahren auch Mitglied im Bayerischen Yacht-Club (BY) und waren daher dort sofort startberechtigt. Sie segelten mit dem Verein vom Starnberger See kürzlich zum Vizemeistertitel – während der LSC mit seiner jungen und weitgehend Liga-unerfahrenen Crew das Nachsehen hatte.

Als Absteiger müsste der LSC kommendes Jahr in der 2. Liga segeln. Beobachter zweifeln allerdings daran, dass das Team mit der dieses Jahr gezeigten Performance stark genug fürs Unterhaus wäre. Offenbar ist auch der Vorstand nicht so ganz davon überzeugt. In seiner Sitzung kurz nach dem letzten Spieltag der 1. Liga konnte und wollte man die Fragen nach dem Ziel für 2019 und dem Weg dahin nicht beantworten.

„Jugend früher heranführen“

„Wir müssen als Verein die Jugend früher an Regatten heranführen, das Niveau in der Bundesliga ist extrem hoch. Daher setzen wir auf unser Segel-Ausbildungszentrum in der Schiffswerfte, das wir jetzt angehen wollen. Und wenn die Basis stimmt, dann können wir erneut in den Leistungssport einsteigen”, so Bay, der mit seinem Beratungsunternehmen einer der Hauptsponsoren der Liga ist und die Szene sehr genau beobachtet.

Ein Arbeitskreis aus Seglern und Vorstandsmitgliedern soll sich in den nächsten Monaten damit beschäftigen und klären, „wie wir weiter machen“, bestätigte LSC-Pressesprecher Stephan Frank. Die nächste Mitgliederversammlung im Februar 2019 hat dann das letzte Wort.

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