Lindaus neuer Oberbürgermeister heißt Gerhard Ecker

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Schwäbische Zeitung
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Der 54-jährige Ecker hat die Stichwahl am Sonntag deutlicher als von den meisten Beobachtern erwartet gewonnen. 5959 Lindauer machten am Sonntag ihr Kreuz hinter seinem Namen, so dass er auf einen Anteil von 60,3 Prozent kam. Klaus Tappeser wollten nur 3925 Lindauer als OB sehen, was einen Anteil von 39,7 Prozent bedeutet.

Entscheidend war, dass die Wähler, die in der ersten Runde für Petra Seidl und Max Strauß gestimmt hatten, gestern mehrheitlich ins Ecker-Lager gewechselt waren. Der Stadtdirektor aus Augsburg ging damit in 15 von 16 Wahlbezirken als Sieger hervor. Nur in Oberreitnau baute Tappeser seinen Vorsprung aus. Am deutlichsten vorn lag Ecker in Zech und auf der Insel, wo jeweils sieben von zehn Wählern ihn als Chef des Rathauses wollten.

Rund 600 Bürger und viele Journalisten hatten sich am Sonntag bis 18 Uhr in der Inselhalle versammelt. Nachdem die Wahllokale geschlossen hatten, sollten auf der Großleinwand dort wieder die Ergebnisse zu sehen sein. Die meisten Beobachter erwarteten ein knappes Rennen, wenn auch Ecker eindeutiger Favorit war. Doch mehr als 55 Prozent wollte ihm zu diesem Zeitpunkt kaum ein Gesprächspartner zubilligen.

Dass der Sieg doch klarer ausfallen sollte, deutete knapp eine Viertelstunde später bereits das erste Ergebnis an. In Unterreitnau, wo vor zwei Wochen Petra Seidl deutliche Siegerin war, holte Ecker 110 Stimmen, Tappeser nur 106. Dabei hatte sich die CSU in diesem traditionell konservativen Stadtteil einiges ausgerechnet.

Großen Jubel gab es, als das Zecher Ergebnis auf der Leinwand erschien. Nach fünf ausgezählten Bezirken stand damit das Ergebnis mit 60:40, an dem sich bis zum Schluss fast nichts mehr änderte. Dass Ecker am Schluss sogar in Schachen und Hoyren vorne lag – Stadtteile, die Tappeser vor zwei Wochen noch für sich entschieden hatte – machte die Freude seiner Anhänger schier grenzenlos, übertroffen allerdings, als mit einigen Minuten Verzögerung als letztes das Ergebnis der Insel aufleuchtete und Eckers Triumpf perfekt machte. Der 54-jährige Gerhard Ecker wird sein Amt am 1. April antreten.

Kopfschütteln löste bei allen Seiten die niedrige Wahlbeteiligung aus: Von 19.216 Wahlberechtigten sind genau 9931 Frauen und Männer am Sonntag in die Wahllokale gegangen. Die Wahlbeteiligung sank damit auf 51,7 Prozent. Das sind nur drei Prozentpunkte mehr als bei der Wahl vor sechs Jahren, als sich Seidl und Strauß gegenüberstanden. „Schämt Euch“, meinte ein Zuschauer. „Aber wenn es ums Meckern geht, sind alle wieder dabei.“

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