Lindauer Stadträte wollen am Beverplatz ein Parkhaus mit 700 Stellplätzen

Lesedauer: 6 Min

Wie groß das Parkhaus auf dem Karl-Bever-Platz sein soll, ist zwischen Verwaltung und Stadträten umstritten.
Wie groß das Parkhaus auf dem Karl-Bever-Platz sein soll, ist zwischen Verwaltung und Stadträten umstritten. (Foto: cf)
Redaktionsleiter

Statt einer Tiefgarage soll es am Karl-Bever-Platz jetzt doch ein Parkhaus geben. Stadtratsmehrheit und Verwaltung sind sich aber nicht einig, wie groß das werden soll. Außerdem ist strittig, ob die Stadt zuerst das Parkhaus auf dem Beverplatz oder das neben dem neuen Reutiner Bahnhof bauen soll. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die sich am Dienstag mit dem Parkkonzept befasst hat.

Vier Jahre nachdem der Stadtrat die Gartenschau 2021 beschlossen hat und zwei Jahre bevor wegen der Bauarbeiten dafür auf dem Seeparkplatz kaum mehr Stellplätze zur Verfügung stehen werden, hat sich eine Arbeitsgruppe Parken erstmals getroffen. Die Verwaltung räumte dabei ein, dass sich die bisher verfolgte Idee einer Tiefgarage am Karl-Bever-Platz nicht umsetzen lässt, wie Pressesprecher Jürgen Widmer und Chef-Stadtplaner Kay Koschka auf Anfrage der Lindauer Zeitung erläutern. Die Zeit reiche nicht, außerdem würde eine Tiefgarage so nah am See viel zu teuer.

Koschka stellte deshalb am Dienstagabend ein Konzept vor mit zwei Parkhäusern am Beverplatz und am Reutiner Bahnhof, die jeweils Platz für 500 Autos bieten sollen. Vorrangig aus Sicht der Verwaltung ist das Bauwerk in Reutin, in dem vor allem Tagesgäste ihr Auto abstellen sollen. Das bringt laut Verkehrsgutachten Klimo eine Entlastung des Berliner Platzes und der Zufahrt zur Insel.

Außerdem sei die Folge, dass Bewohner, Kunden, Patienten oder Beschäftigte, die auf die Insel müssen, dort auch sicher einen Parkplatz finden. Während Auswärtige künftig im Sommer für das parken auf und direkt vor der Insel mehr zahlen sollen als im Winter, sollen Einheimische über eine sogenannte City-Card Rabatte erhalten, so dass sie auch im Sommer die günstigen Winterpreise zahlen.

Weil die Stadt nicht zwei Parkhäuser gleichzeitig bauen kann und würde nach Plan der Verwaltung der Bau auf dem Beverplatz erst nach der Gartenschau fertig. Deshalb hat Koschka am Dienstag einen Plan mit Ersatzparkplätzen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet vorgelegt. Das traf allerdings nicht auf Zustimmung der Mehrheit der anwesenden Stadträte.

Letztlich setzten sich die Räte durch und forderten die Verwaltung auf, bis zur Stadtratssitzung Ende September beide Parkhäuser so vorzubereiten, dass die Räte alles Nötige beschließen können. Vorrangig sehen die Räte aber das Gebäude am Beverplatz an, das zudem Platz für 700 Autos bieten soll. Auch die nötigen Genehmigungsverfahren soll die Verwaltung so schnell wie möglich vorbereiten. Zudem erwarten die Räte bis in acht Wochen Aussagen zu den wahrscheinlichen Kosten der Gebäude.

Räte wollen ihr Versprechen für 700 Stellplätze einhalten

Stadträte loben auf Anfrage der LZ die Vorarbeit der Verwaltung. Die Räte sind aber nicht einverstanden mit der geplanten Reihenfolge. So verweisen Roland Freiberg (BU) und Martin Schnell (LI) darauf, dass die Stadt am Reutiner Bahnhof auf Flächen plant, die noch der Bahn gehören. Der Beverplatz sei dagegen Eigentum der Stadt. Die beiden fühlen sich im übrigen ebenso wie Mathias Hotz (JA) und Günther Brombeiß (FB) Versprechen verpflichtet: Im Wahlkampf für das Inselhallenparkhaus habe man am Beverplatz als Ersatz für die Hintere Insel 700 Stellplätze versprochen, und das müsse man halten.

Dennoch wollen die Räte beide Gebäude gleichzeitig planen. Hotz sprach von möglichen „Unwägbarkeiten“, man wolle für jeden Fall gewappnet sein, es wäre „blauäugig“, nur auf eine Lösung zu setzen. Denn planungsrechtlich ist ein Bau auf dem Grundstück direkt am Kleinen See nicht so einfach, außerdem haben die Bunten bereits mehrfach einen Bürgerentscheid angekündigt, sollte die Ratsmehrheit das Parkhaus am Beverplatz zu groß bauen wollen.

Vor allem Freiberg und Uli Jöckel (FDP) kritisierten gegenüber der LZ, dass die Pläne zu spät kämen. Die Verwaltung sei für den Zeitdruck verantwortlich. Jöckel erkennt in den Vorschlägen einige seiner Ideen für Beverplatz und Berliner Platz wieder. Einig sind sich die Räte, dass die Umsetzung jetzt sehr zügig erfolgen muss. Deshalb setzen sie auf gute Planungen bis zum Stadtrat im September, damit die Räte diese dann auf den Weg bringen können.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen