Lindauer Räte reden hinter verschlossenen Türen über das Hoyerbergschlössle

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 Interessierte Bürger, Stadträte und Verwaltung suchen noch immer eine Zukunft für das Hoyerbergschlössle.
Interessierte Bürger, Stadträte und Verwaltung suchen noch immer eine Zukunft für das Hoyerbergschlössle. (Foto: Archiv: cf)
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Wenn sich der Finanzausschuss am Dienstag zur ersten Sitzung des Jahres trifft und steht das wichtigste Thema im nicht-öffentlichen Teil auf der Tagesordnung. Dann geht es um das Hoyerbergschlössle.

Wenn sich der Finanzausschuss am kommenden Dienstag zur ersten Sitzung des Jahres trifft, steht das wichtigste Thema im nicht-öffentlichen Teil auf der Tagesordnung. Dann geht es um das Hoyerbergschlössle. Der Förderverein ist allerdings froh, dass keine Entscheidungen geplant sind.

Einen Sachstandsbericht von Kämmerer Felix Eisenbach werden die Stadträte im Finanzausschuss hören. Da er dabei auch über Gespräche mit einem interessierten Gastwirt berichten werden und weil es dabei auch um mögliche Pachtzahlen und andere vertrauliche Daten gehen werde, sei es zwingend, das Thema unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu behandeln, erklärt Lindaus Pressesprecher Jürgen Widmer auf Anfrage der Lindauer Zeitung. Entscheidungen stehen demnach am Dienstag nicht an.

Darüber freut sich Peter Borel vom Förderverein Hoyerbergschlössle, der sich für den Verein mehr Zeit wünscht. Zunächst freut sich Borel, dass der neue Verein vier Wochen nach der Gründung bereits 150 Mitglieder hat. Sie unterstützen das Vereinsziel, dass die Stadt das denkmalgeschützte Hoyerbergschlössle nicht verkaufen darf, sondern selbst behalten soll. „Denn es ist nicht nur ein ganz herausragendes Denkmal mit einem traumhaften Blick auf die Insel und den See, es hat auch eine ganz besondere Geschichte“, erinnert Borel: „1917 wurde es, durch Bürgerspenden finanziert, von der Gemeinde Hoyren gekauft und kam so in den Besitz der Stadt.“ Allerdings steht das Gebäude inzwischen seit sechs Jahren leer.

Der Vorstand des Fördervereins um Thomas Kubeth und Frank Eggers prüfe derzeit viele Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern, welche Nutzung zu dem Schlössle passt. „Uns ist nicht bange, dass wir eine vernünftige Lösung finden werden“, beschreibt Borel die Stimmung des Vorstands, der aber hofft, dass weitere Lindauer durch Beitritt zum Förderverein das Anliegen unterstützen.

Verwaltung und Stadtrat überlegen nach verschiedenen gescheiterten Anläufen zu einem Verkauf, ob und unter welchen Bedingungen Lindau das Schlössle behalten und sanieren kann. Zuletzt hat CSU-Stadtrat Wilhelm Böhm dies angeregt. Den Küchenanbau könne man abreißen und dadurch erhebliche Kosten sparen, wenn ein Gastwirt die Räume pachte, dem auf dem Hoyerberg eine Cateringküche reicht, weil er in Lindau ein anderes Restaurant mit funktionierender Küche habe. Diese Idee hat die Kämmerei in den vergangenen Wochen geprüft. Die ersten Ergebnisse werden die Stadträte am Dienstag zu hören bekommen.

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