Lindauer Gegner eines Verkaufs gründen Förderverein Hoyerbergschlössle

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 Der Vorstand des neu gegründeten Fördervereins Hoyerbergschlössle (von links): Peter Borel, Sabine Gasch, Frank Eggers (Zweiter
Der Vorstand des neu gegründeten Fördervereins Hoyerbergschlössle (von links): Peter Borel, Sabine Gasch, Frank Eggers (Zweiter Vorsitzender), Thomas Kubeth (Vorsitzender), Anton Ziegler, Reinhard Thorbecke und Klaus Burger. Nicht auf dem (Foto: oh)
Lindauer Zeitung

Lindauer, die einen Verkauf des Hoyerbergschlössles verhindern wollen, haben einen Förderverein gegründet. Die Lindauer Architekt Thomas Kubeth ist Vorsitzender des neuen Vereins.

Bei den Bürgern, die den von der Stadt favorisierten Verkauf des Hoyerbergschlössle kritisch hinterfragten und seit Jahren versuchten, die Stadt davon abzubringen, war die Gründung eines Fördervereins immer im Hinterkopf, heißt es in einer Pressemitteilung. Sie wollen mit großer Mitgliederzahl ein entscheidendes Gewicht in die Waagschale werfen, um den Oberbürgermeister und die Stadträte umzustimmen. Nachdem selbst im Jahr 2014 die Einreichung von 2200 Unterschriften nur wenig bewirkte, war es nur eine Frage der Zeit, wann sich engagierte Bürger zu einem Verein zusammenschließen würden, mit dem Ziel, das Denkmal Hoyerbergschlössle, das seit sechs Jahren leer steht, vor einem Verkauf zu bewahren.

Die erste Projektwerft der Stadt im Dezember, bei der dieses Streitobjekt als Thema eingebracht wurde, gab nun den letzten Anstoß zur Vereinsgründung. Oberstes Ziel, so ist es in der einstimmig beschlossenen Satzung verankert, ist das Lindauer Kleinod in städtischer Hand zu erhalten. Die Stadt soll das Schlössle mit Unterstützung des Vereins sanieren und dort oben wieder eine dauerhafte öffentliche, bürgerfreundliche Nutzung entwickeln. „Und dies sollte nach Einschätzung des neu gewählten Vorstandes gelingen“, erklärte Pressesprecher und Beisitzer Peter Borel, „wenn die Stadt endlich mitzieht.“

An die 30 Mitglieder fanden sich zur Gründungsversammlung im Haug am Brückele ein, um unter der Leitung von Werner Berschneider den Förderverein Hoyerbergschlössle aus der Taufe zu heben. Die sorgfältig vorbereitete Satzung wurde Schritt für Schritt besprochen und für gut befunden.

Jeweils einstimmig erfolgte die Wahl des Vorstandes und der vier Beisitzer für die ersten drei Vereinsjahre. Vorsitzender wurde der Lindauer Architekt Thomas Kubeth, an seiner Seite steht als Zweiter Vorsitzender Frank Eggers, der die Facebook-Gruppe „Interessengemeinschaft Hoyerbergschlössle“ ins Leben gerufen hatte. Als Schatzmeisterin wurde in Abwesenheit Bettina Weishaupt gewählt, die Erfahrung mitbringt. Schriftführerin wurde Sabine Gasch. Begleitet und beraten wird der Vorstand von den vier Beisitzern Peter Borel, Klaus Burger, Reinhard Thorbecke und Anton Ziegler, der mit seiner Erfahrung wesentlich die Vereinsgründung vorbereitet hatte. Als Kassenprüfer wählte die Versammlung Lars Persson und Kurt Göppel.

Verein will zunächst die Gemeinnützigkeit erreichen

Nach Eintragung des Vereins ist das erste Ziel die Erlangung der Gemeinnützigkeit. Danach könne der Verein, so schreibt Borel, auch Spenden sammeln, die für die Umsetzung der Ziele eingesetzt werden sollen. Nicht nur Ideen wolle man liefern, sondern auch tatkräftig die Sanierung des Denkmals unterstützen, das 1917 durch großherzige Bürgerspenden in Besitz der Gemeinde Hoyren kam. Bei der Stadt müsse aber nun erst einmal ein Umdenken erfolgen, damit das „Schlössle“ in der Hand der Bürger bleibt. Der Finanzausschuss will in seiner nächsten Sitzung über das weitere Vorgehen beraten.

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