Lindauer Freie Wähler schauen beim Neujahrsempfang auf die Meilensteine

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Personen stoßen mit Gläser Sekt an
Auf ein erfolgreiches Jahr 2020 stoßen beim Neujahrsempfang der Freien Wähler (von links) an: Stadtrat Andreas Reich, stellvertretender Landrat Johann Zeh, FW-Kreisvorsitzender Florian Weber, OB-Kandidatin Claudia Halberkamp und Oberbürgermeister Gerhard Ecker. (Foto: Isabel de Placido)
Isabel de Placido

Als eine Kultveranstaltung hat der Kreisvorsitzende der Freien Wähler (FW), Florian Weber, den Neujahrsempfang bezeichnet. Trotz Tradition und Kult war bei dierser zwölften Ausgabe manches ein bisschen anders.

Die Freien Wähler und ihre Gastredner blickten heuer nicht wie sonst nur nach vorn, sondern vor allem zurück. Eine Gelegenheit für Oberbürgermeister Gerhard Ecker ganz herzlich „Danke“ zu sagen. Rund 30 Mitglieder, politische Weggefährten und Freunde waren zum Neujahrsempfang in das Gemeindezentrum St. Stephan auf der Insel gekommen.

„Es war ein gutes Jahr für den Landkreis und die Kommunen“, sagte FW-Kreisrat Johann Zeh, der den Landrat vertrat. 2019 sei für die Städte und Kommunen schon allein deshalb ein gutes Jahr gewesen, weil es ihnen, dank der Kreisumlage. möglich gewesen sei, weiter Schulden abzubauen.

In Lindau sei das vergangene Jahr wegen des Bürgerbegehrens etwas aufregender gewesen, gestand Zeh der Stadt zu und gab zu bedenken: „Wenn viel getan wird, bleiben Bedenkenträger und Leute, die ihre eigene Suppe kochen nicht aus.“ Trotzdem fand er, dass Oberbürgermeister Gerhard Ecker und die Verwaltung gute Arbeit geleistet haben: „Sie haben die Stadt ein gewaltiges Stück vorangebracht“, lobte er und betonte: „Dabei waren die Freien Wähler immer ein verlässlicher Partner im Stadtrat.“

OB Gerhard Ecker bestätigte: „Die Freien Wähler waren für mich tatsächlich die wichtigste Stütze hier in Lindau.“ Ecker nahm die Gelegenheit wahr, um zahlreichen Freien Wählern namentlich zu danken, auf deren Unterstützung für viele Projekte hinzuweisen, die in den vergangenen acht Jahren entweder abgeschlossen oder auf den Weg gebracht wurden und die Ecker als „Meilensteine in der Lindauer Entwicklung“ bezeichnete.

Angefangen bei der Inselhalle samt Parkhaus und Platz, die Hauptfeuerwache und den Cavazzen, über das „Kombibad“, wie der OB die Therme im Eichwald nannte, die Freibad, Hallenbad und Wellnesslandschaft zugleich ist, und „die es am Bodensee nirgendwo gibt“, bis hin zu den 700 bezahlbaren Wohnungen, die die GWG in den nächsten Jahren bauen will.

Darüber hinaus zählte der OB diverse Bahnprojekte, wie Thierschbrücke, Unterführung Langenweg und Bregenzer Straße auf, die „jahrzehntelang aufgeschoben“ worden waren. Zudem stellte er landesweite Pressemitteilungen der vergangenen Wochen richtig, als er sagte: „Wir werden natürlich bemüht sein, auf gepachteten Flächen die Erschließung des Reutiner Bahnhofs zu bewerkstelligen.“ Ecker nannte auch die Gartenschau. Gab jedoch zu bedenken, dass es in Zukunft für den 30-köpfigen Stadtrat mit seinen ohnehin schon zehn verschiedenen Gruppierungen, immer schwerer werde, Entscheidungen zu treffen. Ecker rechnet damit, dass nach der Kommunalwahl auch die AFD in den Lindauer Stadtrat einziehen wird und beklagt: „Jeder Unzufriedene denkt darüber nach, welche neue Gruppe er gründen könnte. Das macht Entscheidungen immer schwerer.“

Einen Rundumschlag machte der OB auch in Richtung Jürgen Müller. Namentlich nannte er diesen zwar nicht. Allerdings wussten alle Anwesenden, dass er von ihm sprach, als der OB sich über das Unverständnis seines Vorvorgängers zum Thema Lindauer Schulden Luft machte.

Alles in allem schloss sich der OB den Worten seines SPD-Parteikollegen Uwe Birk an und zitierte: „So viel, wie in den letzten sechs Jahren passiert ist, ist seit den 1950er Jahren nicht mehr passiert.“ Und zwar auch dank der konstruktiven Stadtratsmehrheit aus CSU, SPD, JA und FW.

„Die Freien Wähler sind wirklich stolz darauf, Teil dieser konstruktiven Koalition gewesen zu sein“, sagte Andreas Reich, der den verhinderten FW-Vorsitzenden Manfred Kaschner vertrat. Reich hob zudem die Sicherung der Schulstandorte, die Bänke am Hafen, die Entwicklung der Kunstausstellung oder der Rahmenplan zur Hinteren Insel hervor und betonte: „Wir stehen ganz klar zur Gartenschau.“

Den FW sei zwar wichtig, vernünftige Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Handel zu organisieren: „Aber nicht, wenn einzelne wirtschaftliche Interessensgruppen mit allen Mitteln versuchen Stadtentwicklung zu verhindern“, sagte Reich. Dabei stünde die Fraktion für einen sachlichen, pragmatischen und zielorientierten Arbeitsstil: „Dinge anpacken statt sie zu zerreden. Lösungen präsentieren statt Probleme zu suchen, Mehrheiten organisieren statt zu spalten.“ Eben ganz nach dem politischen Grundsatz ausschließlich zum Wohle der Bürger und der Stadt zu arbeiten. Und das alles am liebsten mit Claudia Halberkamp.

Was die gemeinsame OB-Kandidatin der FW und der SPD ihrerseits unterstrich. Auch sie würdigte die Verdienste von Gerhard Ecker, den sie zudem als „liebenswürdigen Menschen“ beschrieb und bezeichnete die FW als „greifbare“ Menschen in einer „unaufgeregten“ Fraktion.

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