Lindauer Feuerwehr jetzt mit zwei neuen Fahrzeugen unterwegs

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Zwei neue Fahrzeuge der Lindauer Feuerwehr sind jetzt im Einsatz: Oberbürgermeister Gerhard Ecker übergibt die Schlüssel an Mat
Zwei neue Fahrzeuge der Lindauer Feuerwehr sind jetzt im Einsatz: Oberbürgermeister Gerhard Ecker übergibt die Schlüssel an Matthias Griebeln (links) und Daniel Thullner (rechts). Hinter Ecker der Lindauer Feuerwehrkommandant Max Witzigmann. (Foto: Christian Flemming)
Christian Flemming

Als „lange überfällig“ hat der Kreisbrandrat Friedhold Schneider den neuen Mannschaftstransportwagen (MTW) bezeichnet, als „notwendigen Ersatz“ der Lindauer Feuerwehrkommandant den neuen Einsatzleitwagen (ETL): Die beiden neuen Fahrzeuge für die Feuerwehr Lindau sind im Rahmen einer traditionellen Fahrzeugweihe von den Vertretern der beiden Kirchen gesegnet worden. Die gute Nachricht daran: Der Mannschaftswagen ist nötig, weil es in der Lindauer Wehr bisher keinen Personalmangel gibt.

Dieser lange überfällige MTW für die Wache Nord, also Unter- und Oberreitnau, ist nach den Worten Witzigmanns ein Beleg dafür, dass die Lindauer Feuerwehr noch genug Einsatzkräfte hat: „Wir haben Glück, dass wir da Bedarf haben“. Dieser MTW „wird weder Atemschutz noch Löschmittel transportieren, sondern unser wertvollstes Gut, unsere Mannschaft“, stellte Witzigmann bei der Präsentation des Neufahrzeuges klar. Wobei Platz für Gerätschaften auch in diesem Wagen trotz der neun Sitze gegeben ist: Sie können mit dem eingebauten Rollcontainersystem einfach be- und entladen werden. Der MTW im Wert von 53 000 Euro (davon zahlt der Landkreis 12 500 Euro als Zuschuss) steht jetzt einsatzbereit in der neuen Feuerwehrgarage in Unterreitnau.

Einiges teurer ist der neue Einsatzleitungswagen ETL: 185 000 Euro mussten für das mit modernster Technik vollgeladene Fahrzeug berappt werden. Dafür gab der Landkreis 30 000 Euro Zuschuss. Dieses Fahrzeug wurde notwendig, da der bisherige Einsatzleitwagen schlicht und einfach „fertig“ war, sowohl, was das Fahrzeug als solches anbelangte, als auch die technische Ausstattung. Die Anforderungen heutzutage, die diversen Funk- und Telefontechniken machten ein Arbeiten im alten ETL fast unmöglich. Daher waren die Anforderungen, die ein zehnköpfiges Beschaffungsteam um Michael Gränz in monatelanger Ausarbeitung aufgelistet hatte, sehr komplex, um im Endeffekt die ganze Technik möglichst einfach beherrschen und anwenden zu können.

Dazu gehört beispielsweise, dass die beiden Computerarbeitsplätze in dem Fahrzeug jeweils nur noch einen Telefonhörer benötigen, mit dem sie sowohl digital oder analog oder im Zwei-Meter- und Vier-Meter-Band funken, telefonieren oder über Außenlautsprecher kommunizieren zu können. Zuvor hat es für jede Anwendung einen Extrahörer gegeben.

Rettungskräfte jetzt optimal koordinieren

Zwei große Monitore helfen bei der Koordinationsarbeit, einen Überblick über die Situation können sich die Feuerwehrkameraden im ETL über die eingebaute und auf einige Meter herausfahrbare Kamera verschaffen. Der Mast, an dem die Kamera angebracht ist, dient gleichzeitig auch für die Beleuchtung und als Funkantennenmast. Für die Firma BOS im westlichen Niedersachsen, die den Ausbau des Sprinters übernehmen durfte, sei das eine ziemliche Herausforderung gewesen, wie Sigurd Vrielink offen zugibt. Er war extra zur Fahrzeugweihe in den Süden gereist.

Über die Zusammenarbeit schwärmen beide Seiten in höchsten Tönen: „Mir sind die Kunden die liebsten, die mit klaren Vorstellungen kommen“, so Vrielink – „die Kooperation mit der kleinen Firma konnte besser nicht sein“, so Kommandant Witzigmann. So sieht sich die Lindauer Feuerwehr nun zumindest für die nächsten zehn und mehr Jahre gut gerüstet, man könne bei größeren Einsätzen von diesem ELW aus alle Rettungskräfte koordinieren.

Bei aller Freude über die neuen Fahrzeuge machte sich Pfarrer Jörg Hellmuth, der mit seinem katholischem Kollegen Georg Alois Oblinger die Fahrzeuge segnete, einige Gedanken zum Ansehen der Feuerwehr. So sei dies der Beruf mit der höchsten Beliebtheit und Akzeptanz in der Bevölkerung, was er selbst sehr gut fände. Er frage sich aber, ob da das schlechte Gewissen eine Rolle spiele oder Verantwortung auf die Feuerwehr abgeschoben werde. „Vielleicht sollte unsere Feuerwehr auch mal Nein sagen bei manchen Alarmierungen“.

Oberbürgermeister Gerhard Ecker lobte in seiner Ansprache das Ehrenamt und dabei insbesondere das freiwillige unentgeltliche Engagement der Feuerwehrleute, die praktisch rund um die Uhr für die Bevölkerung einsatzbereit seien.

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