Lindauer Adnan Wahhoud hofft auf Hilfe des Entwicklungsministers

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 Lindaus Bundestagsabgeordneter und Entwicklungsminister Gerd Müller beantwortet im Gewölbesaal des Hospitals Fragen der Lindaue
Lindaus Bundestagsabgeordneter und Entwicklungsminister Gerd Müller beantwortet im Gewölbesaal des Hospitals Fragen der Lindauer. Ausdrücklich hat er den CSU-Kreisvorsitzenden Ulrich Pfanner (links) gebeten, dazu den in Lindau lebenden Syrer Adnan Wahhoud dazu einzuladen. (Foto: Christian Flemming)
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Adnan Wahhoud setzt bei seiner Syrienhilfe auf Unterstützung durch Entwicklungsminister Gerd Müller. Bei Müllers jüngstem Lindaubesuch bat der in Lindau lebende Syrer den Minister um Hilfe.

Müller hatte die Vertreter der heimischen CSU gebeten, dass sie Wahhoud und dessen Frau ausdrücklich zu dem Abend einladen. Er wollte hören, was Wahhoud aus seinem Heimatland berichten kann, sagte Müller: „Ich darf nicht nach Idlib rein“, Wahhoud besucht die Region regelmäßig. Deshalb sollte er über die Zustände in der belagerten Stadt berichten.

Wahhoud berichtete von der Auseinandersetzung zwischen den Streitkräften des Machthabers Assad und der sogenannten Freien Syrischen Armee. Derzeit atmeten die Menschen auf, weil es zum Glück kaum Luftangriffe gebe. Wahhoud darf dort einreisen, weil er die syrische und deutsche Staatsangehörigkeit hat und weil die Türkei ihm weitgehende Reisefreiheit gewährt.

Laut Wahhoud ist es die türkische Armee, die in Idlib derzeit für Stabilität sorgt. Denn sie stehe zwischen den verfeindeten Kräften. Erste Menschen kämen deshalb aus Flüchtlingslagern in der Türkei wieder zurück nach Syrien. Inständig bat er Müller, die deutsche Regierung solle alles in ihrer macht stehende tun, damit es Frieden gibt in Syrien.

Wahhoud stellte seine Syrienhilfe vor: In mehr als fünf Jahren hat er im Namen seiner Lindauer Spender fünf Medizin-Stützpunkte eingerichtet, hinzu kommen weitere, die Helfer aus Roth und Krumbach finanzieren. Jeden Monat betreuen die Ärzte und Pflegekräfte in den Praxen 10 000 Patienten.

Hunger müssten die Menschen in Syrien zum Glück trotz des Krieges nicht leiden, weil die Böden um Idlib sehr fruchtbar seien. Dankbar sei er deshalb für die jüngste Spende des Rotary-Clubs Friedrichshafen-Lindau, die das Pflanzen von 140 Feigenbäumen ermöglicht habe.

Möglich ist das alles nur, weil die Lindauer sehr großzügig für die Syrienhilfe spenden. Mehrfach dankte Wahhoud allen Geldgebern. Müller dankte er für die Hilfe, als in diesem Sommer ein Container voller Medikamente und medizinischer Geräte nicht nach Syrien durchkam. Insgesamt erbat er vom Minister darüber hinaus aber auch weitere Hilfe für sein Projekt und generell für Syrien.

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