Lindau professionalisiert die Bürgerbeteiligung

Lesedauer: 5 Min

 Ob beim Isek, dem Klimo oder bei anderen Fragen – Lindau hat schon bisher Bürger beteiligt. Künftig soll die Bürgerbeteiligung
Ob beim Isek, dem Klimo oder bei anderen Fragen – Lindau hat schon bisher Bürger beteiligt. Künftig soll die Bürgerbeteiligung aber noch besser und professioneller werden. (Foto: Archiv: dik)
Redaktionsleiter

Ein erster Termin für die Bürgerwerft steht bereits fest: Am Montag, 5. November, will die Verwaltung in der Inselhalle über die Gartenschau informieren. Die Uhrzeit wird noch bekannt gegeben.

Die Stadt bietet nach eigenem Urteil zwar schon viele Möglichkeiten für Bürger, sich an der Stadtplanung und anderen Projekten zu beteiligen. Doch manches davon kommt offensichtlich nicht an. Anderes ließe sich besser bekanntmachen. Deshalb will die Stadt die Bürgerbeteiligung professionalisieren und weitere Möglichkeiten schaffen.

Pressesprecher Jürgen Widmer hat die sogenannte Bürgerwerft im jüngsten Stadtrat vorgestellt. Unter dem Motto „Miteinander unsere Stadt gestalten“ will die Verwaltung alle Veranstaltungen bündeln. Dabei erhofft sich Widmer mehr Beteiligung und damit letztlich auch einen besseren Umgang miteinander.

„Denn es gibt ein etwas schwieriges Dialogklima in der Stadt“, stellt Widmer fest und führt das nicht nur auf scharfen Ton auf Facebook und anderen Netzwerken zurück. Letztlich habe auch die Fülle an Bürgerentscheiden gezeigt, wie wichtig es ist, Bürger frühzeitig besser in Projekte und Planungen einzubinden. Andernfalls werde sich die Stadt immer weiter aufteilen in Gewinner und Verlierer – oder zumindest in solche, die sich so fühlen.

Die Stadt setzt als Gegenmaßnahme bewusst auf direkte Kommunikation und will deshalb die persönliche Begegnung und keine Onlineplattformen. Themen dafür gibt es laut Widmer genug: Gartenschau, Parkplatz Karl-Bever-Platz, Umbau des Berliner Platzes, Bebauung Hintere Insel, alles Themen rund um die Bahnhofsplanung, Cavazzen – um nur die wichtigsten zu nennen. Jedes dieser Thema setzt so viele Reize, dass niemand einen Bürgerentscheid ausschließen kann.

Nach eigenem Dafürhalten hat die Verwaltung schon bisher viele Workshops, Stadtteilspaziergänge und Infoabende zur Bürgerbeteiligung geboten. Widmer räumt aber ein, dass dies nicht ausreichend deutlich geworden ist. Deshalb will er das vorhandene Angebot bündeln und besser sichtbar machen. Zusätzlich soll es ganz neue Formate geben, um die Dialogbereitschaft innerhalb der Bürgerschaft zu verbessern.

Unter dem Titel „Bürgerwerft“ will Widmer zuerst alle Veranstaltungen – von der Bürgerversammlung über Bürgersprechstunde und alle anderen Angebote – unter einem Dach vermarkten. Vor allem bei großprojekten soll es zudem einen für jeden Lindauer erkennbaren Standardprozess geben, der regelt, wie Bürger Informationen erhalten und ihre Ideen einbringen können. Wichtig ist dabei auch, jedem Beteiligten klarzumachen, dass Vorschläge willkommen sind, dass es am Ende aber der Stadtrat ist, der entscheidet und der dafür auch den Kopf hinhält.

In Projektwerften soll jeder über fast alles diskutieren dürfen

Hinzu kommen soll die sogenannte Projektwerft, die Widmer dem Stadtrat bereits im Mai vorgestellt hatte. Dort will die Verwaltung Themen oder Projekte diskutieren, diese Möglichkeit soll aber auch jeder Bürger sowie Vereine oder Initiativen erhalten, wenn kein kommerzielles Interesse dahintersteckt. Sie können sich Anregungen holen oder auf Kritik frühzeitig reagieren. In Vorarlberg hat sich diese Form des Austausches sehr bewährt. Denn damit geht es konstruktiver zu und nicht vor allem mit Negativmeinungen, wie Diskussionen in Lindau zuletzt oft geführt wurden. Im kommenden Jahr plant Widmer als Testlauf acht Termine für solche Projektwerften, die allesamt in der Inselhalle stattfinden sollen. Danach will er mit den Stadträten Bilanz ziehen und entscheiden, ob das in Lindau ein dauerhaftes Format werden soll.

Ein erster Termin für die Bürgerwerft steht bereits fest: Am Montag, 5. November, will die Verwaltung in der Inselhalle über die Gartenschau informieren. Die Uhrzeit wird noch bekannt gegeben.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen