Lindau hat jetzt eine „Singende Tagespflege“

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Crossmedia Volontärin

Einfache Texte mit vielen Wiederholungen, die jeder sofort mitsummen oder mitsingen kann. Darum geht es beim heilsamen Singen. Die Tagespflege der Sozialstation Lindau bietet diese Art des Singens seit drei Jahren für ihre Tagesgäste an. Jetzt ist sie vom Verein „Singende Krankenhäuser“ als „Singende Tagespflege“ zertifiziert worden.

„Hey, Hallo, Bonjour und Guten Tag“, begrüßen einen die Gäste der Tagespflege im Einklang. Sie sitzen im Sonnenschein im Garten der Sozialstation Lindau, schunkeln und halten sich an den Händen. „Schöner Feiern geht gar nicht“, kommentiert das Sozialstations-Geschäftsführer Gerhard Fehrer. „Singen macht Spaß, und deswegen hatten wir die Idee, das hier gemeinsam zu machen“, sagt er.

Es gehe dabei nicht um Perfektion, sondern um leistungsfreies Singen, betont Gabi Hermle-Fehr. Sie ist die Leiterin der Tagespflege. Gleichzeitig übernimmt sie die Singleitung. Dazu hat sie mehrere Weiterbildungen im Schwarzwald besucht.

Anregend für den Kreislauf

Hermle-Fehr weiß, welche positiven Effekte das Singen auf die Patienten hat, die zum großen Teil unter Demenz leiden und tagsüber in der Tagespflege der Sozialstation von Fachkräften betreut werden. „Die Atmung wird ausgeglichener, die Lungen werden besser durchlüftet. Dadurch kommt der Kreislauf in Schwung.“ Gleichzeitig sei das Singen Thrombose-Prophylaxe, denn man bewege sich beim Singen, und dadurch würden die Muskeln gestärkt.

Durch die einfachen Liedtexte könne jeder sofort mitsingen, und es entstehe schnell ein Gemeinschaftsgefühl. Damit seien neben den körperlichen auch die psychischen Vorteile des heilsamen Singens nicht zu unterschätzen. Es unterscheide sich damit vom Singen von Volksliedern, bei denen es mehr darum geht, die Erinnerung zu stärken.

Man könne die Lieder auch an die jeweilige Stimmung der Patienten anpassen, sagt Hermle-Fehr. „Wenn ich jemanden bemerke, der eher zurückgezogen ist, dann nehme ich ein Lied das Freude versprüht. Wenn ich merke, jemand ist traurig, dann nehme ich ein entsprechendes Trostlied.“

Als erste Tagespflege zertifiziert

Für ihr Engagement ist die Lindauer Tagespflege ausgezeichnet worden. Sonja Heim, die Geschäftsführerin des Netzwerks „Singende Krankhäuser“, das sich für die Förderung des Singens in Gesundheitseinrichtungen einsetzt, übergibt die Urkunde an Gabi Hermle-Fehr.

Krankenhäuser habe der Verein schon viele ausgezeichnet. Lindau sei aber die erste Tagespflege, die ein Zertifikat erhalte, sagt Heim. „Es ist schön, diesen Poniergeist zu spüren“, sagt sie. Die Lindauer Tagespflege zeige, indem sie das heilsame Singen für ihre Patienten anbiete, dass sie ein humanes Haus sei, das Gemeinschaftsgefühl fördere.

„Da sind wir sehr stolz drauf“, sagt Gabi Hermle-Fehr, als sie das Zertifikat in den Händen hält. Die Weiterbildungen hätten sich bezahlt gemacht. Bevor die Tagesgäste gemeinsam mit Pflegern und Angehörigen die Auszeichnung bei Bowle und Häppchen feiern, stimmen alle gemeinsam natürlich noch ein Lied an.

Lindau hat jetzt eine „Singende Tagespflege“
Einfache Liedtexte mit vielen Wiederholungen, die jeder sofort mitsummen oder -singen kann. Darum geht es beim so genannten Heilsamen Singen. Die Tagespflege der Sozialstation Lindau bietet diese Art des Singens seit drei Jahren für ihre Tagesgäste an, von denen viele unter Demenz leiden. Jetzt ist die Tagespflege vom Verein „Singende Krankenhäuser“ zertifiziert worden.
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