Lindau braucht viel mehr Geld für Instandsetzung der Straßen

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Redaktionsleiter

Auch wenn der Stadtrat heuer mehr Geld als zuletzt für den Straßenbau bereitgestellt hat: Es reicht nicht, um Lindaus Straßen in guten Zustand zu versetzen und dort auch zu halten. Doch die Verantwortlichen haben noch gar keine Grundlage für eine gute Planung.

Erst im Sommer wird das Straßenzustandskataster vorliegen, auf dessen Grundlage der Fachbereichsleiter Straßenbau der Garten- und Tiefbaubetriebe (GTL), Pius Hummler, den Straßenerhalt wirklich gut und systematisch planen kann. Bisher sei das oft nicht gelungen, räumte er im jüngsten GTL-Werkausschuss ein: „Die finanziellen Mittel werden bei uns leider nicht immer zielführend ausgegeben.“ Denn wo wirklich dringender Handlungsbedarf herrscht und wo eine schnelle Instandsetzung eine später viel teurere Reparatur vermeiden kann, das weiß er heute meist nicht.

Hinzu kommen die Folgen der Sparentscheidungen früherer Jahre, die oft zulasten des Straßenbaus gegangen sind. Auch da gibt es also einen Investitionsstau, den Lindau aufholen muss. Deshalb werden die bisher jährlich zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausreichen. Verschärft wird das durch Unvorhergesehenes, wie den diesjährigen Winter, der Lindau im Straßenbau „noch einiges kosten“ werde, wie Hummler vorhersagte. Den Ausmaß an Schäden in Lindaus Straßen werde er aber erst im Frühjahr abschätzen können, wenn Schnee und Eis endgültig weg sind.

Hummler stellte den Stadträten im Werkausschuss das Programm für den Straßenausbau vor. Dabei sprach er kurz auch über die Projekte für die kommenden Jahre, bat die Räte aber, die vorgelegte Liste nicht allzu ernst zu nehmen. Denn das will Hummler systematisch planen, wenn er auf das Zustandskataster zugreifen kann. Bis zu den Haushaltsberatungen werde er besser sagen können, was wirklich dringend ist.

Klar ist, dass mit dem Binsenweg in Lindau der Straßenausbau unter den neuen Finanzierungsregeln beginnt. Anwohner müssen sich nicht mehr an den Kosten beteiligen. Dennoch wird die GTL sie informieren, bevor die Stadträte im April die Pläne für den Umbau beschließen sollen. Die Bauarbeiten sollen heuer beginnen, die nötigen knapp 600 000 Euro stehen im Haushalt bereit. Zugleich planen Stadtentwässerung und Stadtwerke dort auch Erneuerung der Leitungen und Kanäle.

Außerdem stehen heuer zum Ausbau nur ein weiterer barrierefreier Zugang zum Aeschacher Friedhof und die Asphaltschicht auf der Zwanziger Straße im Bereich der Inselhalle an. Größere Maßnahmen soll es im kommenden Jahr geben, deshalb plant die GTL heuer den Ausbau des Stiftsplatzes und der Köchlinstraße im Bereich zwischen Motzacher Weg und Schulstraße, der 2020 einher gehen soll mit dem Ausbau des Baches dort. Grundsätzlich will Hummler künftig in jedem Jahr Ausbauten planen, die im Folgejahr gebaut werden sollen. Denn zwei Jahre Vorlauf vom Grundsatzbeschluss bis zum Baubeginn seien nötig.

Erläutert hat Hummler auch das anstehende Programm für Instandsetzungsarbeiten (siehe Kasten). Dabei handelt es sich um verschiedene Projekte, die zwischen 8000 und 60 000 Euro kosten. Hummler hofft, dass für die Beseitigung der Winterschäden die geplanten 140 000 Euro reichen, andernfalls muss er auf gute Haushaltslage und einen Zuschlag des Stadtrats im Sommer hoffen oder geplante Projekte verschieben.

Der GTL-Ausschuss hat die Straßeninstandsetzung im Gesamtwerk von etwa 750 000 Euro am Donnerstag an die Lindenberger Baufirma Dobler vergeben, welche die Aufträge im Laufe des Jahres ausführen wird.

Stadt plant auch Verbesserungen an einzelnen Bushaltestellen

Vorgesehen sind auch Aufwertungen der Radwege sowie Umbau der Stadtbushaltestellen gemäß der Planung. Dabei geht es vor allem darum, den barrierefreien Zugang zu den Bussen zu verbessern. In Oberreitnau-Nord ist außerdem ein Wartehäuschen geplant. Auf Anfrage von Max Strauß (BL) erklärte GTL-Werkleiter Kai Kattau, dass der Aufbau eines Wartehäuschens beim Lindaupark bereits im vergangenen Jahr geplant war. Das habe sich verzögert. Aber das Dach sei bestellt und werde baldmöglichst aufgebaut. Dafür gebe es noch Resthaushaltsmittel.

Auf Frage von Matthias Kaiser (BL) berichtete Kattau, dass die Verwaltung mit der Bahn an Plänen für eine Überführung am Bahnübergang Lotzbeckweg arbeite und ebenfalls an einer neuen Unterführung in der Wackerstraße. Er hoffe, dass er Planungen bald auch den Räten und der Öffentlichkeit vorstellen könne.

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