Landratsamt sieht Lindaus Schuldenentwicklung kritisch

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 Das Landratsamt sieht die Entwicklung der Schulden in Lindau kritisch.
Das Landratsamt sieht die Entwicklung der Schulden in Lindau kritisch. (Foto: Michael Eichhammer, via www.imago-images.de)
Lindauer Zeitung

Lindau steht ein Jahr mit Rekord-Einnahmen und -Ausgaben bevor, da die laufenden und geplanten Großprojekte viel Geld kosten. Während die Stadt sich für die kommenden Jahre trotzdem solide aufgestellt sieht, sieht das Landratsamt die Entwicklung kritisch. Landrat Elmar Stegmann ärgert sich außerdem über die Forderung von Oberbürgermeister Gerhard Ecker, der Landkreis solle die Kreisumlage senken.

„Der Landkreis Lindau steht für eine solide und für eine gemeindefreundliche Finanzpolitik. Wir bauen unsere Schulden kontinuierlich ab und dies, obwohl wir seit Jahren die mit Abstand niedrigste Kreisumlage in ganz Schwaben haben“, schreibt Stegmann in einer Pressemitteilung. „Wichtig ist dem Kreistag, der Verwaltung und mir persönlich der Aspekt der Nachhaltigkeit: Wir prüfen bei unseren Investitionen sorgfältig, welche notwendig und sinnvoll sind und wie wir uns diese leisten können, ohne nachfolgenden Generationen einen Schuldenberg zu hinterlassen. Die einzelnen Projekte werden dann wiederum sorgfältig geplant, um Kostensteigerungen möglichst gering zu halten. Wir gehen also Schritt für Schritt vor – zielgerichtet und immer in dem Wissen: Es sind Steuergelder, mit denen wir arbeiten,“ so Stegmann weiter. Wie berichtet, hält OB Ecker eine Senkung der Kreisumlage für angebracht, wie er der LZ sagte. „Der Landkreis hat seine Schulden auf Kosten der Kommunen abgebaut“, sagte er.

„Aufgerundet 319 000 Euro – dies wäre der Betrag, den sich die Stadt Lindau gespart hätte, wenn der Kreisumlagehebesatz heuer um einen weiteren Prozentpunkt gesenkt worden wäre,“ so Stegmann. „Angesichts der Höhe der Neuverschuldung der Stadt Lindau steht dies in keiner Relation.“

Laut Landratsamt hat die Stadt Lindau Ende 2019 auf 96,9 Millionen Euro Schulden. „Bis Ende 2022 sollen diese über 117 Millionen Euro betragen“, heißt es in der Pressemitteilung des Landratsamts. Dabei seien jedoch noch nicht alle Kosten berücksichtigt, beispielsweise Kostensteigerungen für den Cavazzen, zusätzliche Kosten für den Kita-Neubau Zech, die Gartenschau, das Parkhaus am Karl-Bever-Platz, der Bahnübergang Hasenweidweg oder das Hoyerbergschlössle. „Die Schulden dürften bis Ende 2022 also weit über 117 Millionen Euro liegen“, schreibt das Landratsamt. „Diese Entwicklung sieht die Kommunalaufsicht äußerst kritisch.“

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