Landratsamt Lindau: Thermen-Baustelle im Eichwald ist in Ordnung

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 Das Landratsamt entkräftet alle Vorwürfe des BN gegen die Verantwortlichen der Therme. Bei den Bauarbeiten würden alle Auflagen
Das Landratsamt entkräftet alle Vorwürfe des BN gegen die Verantwortlichen der Therme. Bei den Bauarbeiten würden alle Auflagen zum Schutz des Eichenhains eingehalten. (Foto: Archiv: BN)
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Das Landratsamt bescheinigt den Verantwortlichen für den Bau der Therme, dass sie die Auflagen zum Umweltschutz eingehalten haben. Das diene vor allem dem Schutz des Eichenhains. Anderslautende Vorwürfe des Bund Naturschutz seien nicht zutreffend.

Barbara Schmaler, Leiterin des Fachbereichs Umwelt- und Naturschutz im Landratsamt, hat die Thermen-Baustelle überprüft, nachdem der BN vor gut vier Wochen angebliche Verstöße gegen Umweltschutzauflagen bemängelt hatte. Sie habe alle Vorwürfe geprüft, aber keine Verstöße gefunden, schreibt Schmaler nun dem BN. Sie habe mit Vertretern der Stadt Lindau die Baustelle besichtigt und dabei keine Verstöße gegen den Baumschutz gefunden, und sie werde dies auch weiterhin kontrollieren.

Schmaler stellt dabei fest, dass die Bauarbeiten von Fachleuten des Naturschutzes begleitet werde, wie in der Baugenehmigung verlangt. Der BN hatte Anfang Februar das Gegenteil behauptet. Seit Beginn der Bauarbeiten sei ein Landschaftsplanungsbüro mit der sogenannten ökologischen Baubegleitung beauftragt. Vor Ort sei ein fixer Fachmann eingesetzt, den zudem ein fachkundiger Baumpfleger unterstütze. Die ökologische Baubegleitung binde zudem das Landratsamt „in regelmäßigen Abständen“ ein.

In ähnlicher Weise widerlegt das Landratsamt den Vorwurf des BN, die Arbeiter nähmen bei der Einrichtung der Baustelle keine Rücksicht auf die Bäume. Tatsächlich entspreche die Lagerung von Material im Bereich der Bäume nicht einer DIN-Norm. Aber Schmaler urteilt: „Nicht zutreffend ist die Schlussfolgerung, dass deshalb der Baumschutz nicht gewährleistet ist.“ Denn der Boden sei wegen der jahrzehntelangen Nutzung als Parkplatz bereits versiegelt und stark verdichtet. Deshalb sei es zulässig, in Zusammenarbeit mit einem Fachgutachter als Lager zu nutzen. Das gelte erst recht für die Flächen, auf denen früher zum Beispiel die Umkleidekabinen standen. „Im Übrigen sichern Schutzzäune aus Stahlgittern die Bäume auf der Baustelle vor baubedingten Schäden“, schreibt Schmaler.

Richtig sei es, dass Teile des Eichenhains noch als Parkplatzfläche dienen. aber auch das sei entgegen dem Vorwurf des BN kein Verstoß gegen die Genehmigung, denn demnach dürfe erst mit Inbetriebnahme der Therme dort kein Auto mehr parken. Es sei Sache der Stadt zu entscheiden, wenn es im Eichenhain schon früher ein Parkverbot geben soll.

Richtig sei die Beobachtung des BN, dass ein Fahrweg sich durch den Eichenhain zieht. Dort fahren laut Landratsamt aber nur Pkw, was an den Fahrspuren eindeutig zu erkennen sei. Schmaler weist deshalb die Behauptung des BN zurück, dort würden Baufahrzeuge fahren. „Aufgrund der geringen Breite des Fahrweges durch den Eichenhain hätte hier die Nutzung mit Lkws nachhaltige Spuren an den bestehenden Bäumen oder entsprechend breite Fahrspuren hinterlassen müssen. Entsprechende Hinweise haben wir aber vor Ort nicht vorgefunden“, urteilt die Naturschutz-Fachfrau. Ob und wie die Durchfahrt der Pkw dort zu verhindern ist, sei Sache der Stadt.

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