Landkreis plant neues Nahverkehrskonzept

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Im Entwurf des neuen Nahverkehrskonzepts des Landkreises gibt es für die Seebuslinie 21 kein Zusammentreffen mehr mit dem Linda
Im Entwurf des neuen Nahverkehrskonzepts des Landkreises gibt es für die Seebuslinie 21 kein Zusammentreffen mehr mit dem Lindauer Stadtbus am ZUP. Sie soll vielmehr zwischen Wasserburg und dem künftigen Bahnhof Lindau-Reutin am Berliner Platz fahren. (Foto: Christian Flemming)
Schwäbische Zeitung

Überall wird über Klimaschutz diskutiert. Dass der private Autoverkehr das Klima schädigt, ist vielen klar. Doch bisher ist der öffentliche Nahverkehr im Landkreis Lindau nur selten eine Alternative: An den wenigen Bahnhöfen im Kreis halten die Züge nicht verlässlich im Takt, und die Buslinien sind oftmals „bedarfsorientiert“, sprich an Schulzeiten ausgerichtet. Das soll sich ändern: Der Landkreis will ein neues Nahverkehrskonzept beschließen. Die damit beauftragten Schweizer Verkehrsplaner plädieren vor allem für einen zuverlässigen Taktverkehr, der Menschen zum Umsteigen in Bus und Bahn bewegen könne.

Der öffentliche Nahverkehr im Landkreis ist überschaubar: Bis auf vier Linien fahren die meisten Busse „bedarfsgerecht“, wie es die Verkehrsplaner nennen. Und dieser Bedarf orientiere sich fast immer an den Unterrichtszeiten der Schüler. Das mache die Buslinien weder für Pendler attraktiv noch für Menschen, die beispielsweise Einkaufen wollen. Dabei zeige der Blick über die Grenze, dass es auch anders geht, heißt es im Entwurf des neuen Nahverkehrskonzepts: In Vorarlberg gibt es drei S-Bahn-Linien und ein dichtes Busnetz, Züge und Busse fahren weitgehend im 30-Minuten-Takt. Dahinter stehe „die Überzeugung, mit einem attraktiven Angebot möglichst viele Fahrgäste... anzusprechen“.

Künftig Unterricht am Fahrplan ausrichten

Für den Landkreis Lindau bedeute das, ein neues Konzept für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) „soll sich auf die allgemeine Nachfrage ausrichten“. Das künftige Buskonzept müsse auf die Bahn abgestimmt werden und auf „konsequenten Taktfahrplänen“ beruhen, stellen die Schweizer Verkehrsplaner fest. Wichtig ist den Planern dabei auch, dass die Schüler im Landkreis ebenfalls mit den im Takt verkehrenden Bussen zum Unterricht und wieder nach Hause fahren. Dazu heißt es im Entwurf weiter: „Mit der Ausrichtung des Buskonzepts auf das Konzept der Bahn wird Sicherheit geschaffen, dass auch das Buskonzept „langlebig“ ist und über viele Jahre in den Fahrplanzeiten Bestand hat. Dies sollte es den Schulen erleichtern, die Schulzeiten auf den Busfahrplan abzustimmen (und nicht wie bisher umgekehrt).“

Bus und Bahn sollen zusammenspielen

Die Bahn spielt in den Augen der Schweizer eine wichtige Rolle. So sollen bekanntlich zwischen Lindau und Hergatz bis zum Jahr 2023 fünf neue Bahnhalte entstehen, stündlich Züge von Lindau nach Wangen und Kempten rollen. Darauf bauen die Verkehrsplaner ihren Entwurf genauso auf wie auf die Strecke der Bodenseegürtelbahn zwischen Lindau und Nonnenhorn: Denn die Regionalbuslinien sollen nach ihrer Ansicht statt auf die Insel künftig zum Berliner Platz rollen, wo im Dezember 2021 der neue Bahnhof Lindau-Reutin eröffnet wird.

Wer aus den umliegenden Gemeinden auf die Insel will, der soll künftig per Zug dorthin fahren. So ist geplant, dass die Buslinie 21 zwischen Wasserburg und Lindau an den Bahnhöfen Wasserburg und Enzisweiler Anschlüsse an die Züge nach Lindau hat. Durch den Verkehrsverbund Bodo sei ein Umsteigen nun problemlos möglich. Die künftige Seelinie D, für die die Verkehrsplaner einen „konsequenten ganzjährigen Grundtakt mindestens stündlich in den Hauptverkehrszeiten“ forden, soll dann auch nicht mehr den ZUP der Lindauer Stadtbusse in der Anheggerstraße anfahren, sondern durch das Schulzentrum zum Berliner Platz als End- und Wendepunkt rollen.

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