Landesbund für Vogelschutz sucht dringend Mitglieder

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Norbert Hillenbrand, Ansprechpartner des LBV im Landkreis Lindau, erklärt Grundschülern Natur und Umwelt.
Norbert Hillenbrand, Ansprechpartner des LBV im Landkreis Lindau, erklärt Grundschülern Natur und Umwelt. (Foto: Lieselotte Häge)
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Der Landesbund für Vogelschutz hat, laut Theresa Rauneker, insgesamt 85 000 Mitglieder in ganz Bayern. Im Landkreis Lindau gebe es 120 Mitglieder, aber eben nur wenig aktive. 1909 sei der LBV auf Betreiben des Königlich Bayerischen Innenministers zwar als Vogelschutzbund gegründet worden, ab den 60er Jahren seien die Themen und Arbeitsbereiche des Verbandes aber breiter geworden. Der Verein betreibt Arten-, Landschafts- und Biotopschutz sowie Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Der LBV ist der bayerische Partnerverband des NABU. Durch einen Zuwachs der Mitgliedszahlen seit den 1970er Jahren, hat der LBV mehr Aufgaben übernehmen können, dazu zähle beispielsweise auch der Ankauf oder die Pacht von Flächen.

Der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) sucht im Landkreis Lindau Menschen, die sich aktiv einbringen. Norbert Hillenbrand ist zurzeit das einzige aktive Mitglied und der einzige Ansprechpartner des LBV vor Ort. Er wünscht sich mehr Unterstützung, um die heimische Artenwelt zu schützen.

Norbert Hillenbrand hat zuletzt einen Feuersalamander gesehen, da war er etwa zehn Jahre alt. Seitdem ist ihm die Amphibie nicht mehr begegnet. „Es ist fünf vor zwölf“, sagt er. „Die heimische Natur und Umwelt ist vom Artenschwund bedroht.“ Immer mehr Tiere würden in ihrem Lebensraum eingeschränkt und deswegen seltener. Die Menschen würden beispielsweise häufiger Häuser ohne Nischen bauen, oder sie abdichten. Dabei würden sie lebenswichtige Nistplätze für Mauersegler vernichten. Gleichzeitig gehe das Engagement in den Bereichen Natur und Umwelt immer mehr zurück. „Dabei ist es so wichtig, dass man in diesem Bereich etwas tut.“

Nistkästen und Populationen kontrollieren

Der Verband, der sich trotz seines Namens nicht nur um Vögel kümmert, will im Landkreis Lindau jetzt verstärkt neue Mitglieder gewinnen. Passive will er dazu animieren, aktiv zu werden, um dem Artenschwund entgegen zu wirken. „Wir sind grundsätzlich offen für alle, die Interesse und Freude an der Natur haben“, sagt Ehrenamtsmanagerin Theresa Rauneker. Spezielle Vorkenntnisse brauche man nicht, um mitzuhelfen. Naturschutz könne sehr vielfältig sein: Mitglieder könnten zum Beispiel Nistkästen anbringen, sie kontrollieren und pflegen oder Tierpopulationen erfassen. „Wenn Leute verletzte Vögel oder allein gelassene Jungtiere finden, rufen sie bei mir an“, ergänzt Nobert Hillenbrand. Er sei aber berufstätig und reiche als einziger ehrenamtlicher Ansprechpartner in solchen Fällen nicht aus. „Es wäre toll, wenn sich das auf mehreren Schultern verteilt“, sagt er.

„Jedes Mitglied ist für uns wichtig“, sagt Theresa Rauneker. Gleichzeitig weiß sie, dass sich das Ehrenamt in den letzten Jahren gewandelt hat: Früher seien die Menschen in den selben Verein eingetreten, wie die Eltern und oft ihr ganzes Leben dort Mitglied geblieben. Heute sei das nicht mehr so. Die Menschen würden wegen der Arbeit öfter umziehen und könnten sich deshalb nicht mehr so festlegen. Der LBV will sich dem anpassen: „Jeder gibt so viel Zeit, wie er kann und will“, sagt Rauneker. Außerdem versuche der Verband, den Mitgliedern genau zu sagen, wie viel Zeit sie für welches Projekt mitbringen müssen, „damit die Leute genau wissen, was auf sie zukommt.“

Keine Konkurrenz zum Bund Naturschutz

Im Landkreis Lindau ist ein Naturschutzverband bereits sehr aktiv: der Bund Naturschutz. Dem wollen die LBVler aber keine Konkurrenz machen. „Unsere Schwerpunkte sind doch etwas anders“, sagt Rauneker. Der LBV kümmere sich verstärkt um den Arten- und Biotopschutz, während der Bund Naturschutz mehr politisch aktiv sei. Norbert Hillenbrand erklärt das am Beispiel der Windkraft. „Da ist der Bund Naturschutz dafür, weil er regenerative Energien unterstützt. Der LBV ist eher contra, weil die Windräder eine Gefahr für Vögel darstellen.“ Wenn nun beide Interessen aufeinanderträfen, kämen da meistens ganz gute Kompromisse raus. Daher glauben Rauneker und Hillenbrand, dass LBV und Bund Naturschutz sich gut ergänzen.

„Was wir letztlich wollen, ist ein möglichst lebendinger und möglichst aktiver Verband hier im Landkreis“, sagt Norbert Hillenbrand. Ziel müsse es sein, die heimische Artenwelt zu schützen und den dramatischen Bestandsrückgängen Einhalt zu gebieten. Mit Nachdruck sagt Hillenbrand: „Ich möchte, dass die künftige Generation den Laubfrosch, die Erdkröte oder den Feuersalamander nicht nur aus dem Zoo kennt.“

Der Landesbund für Vogelschutz hat, laut Theresa Rauneker, insgesamt 85 000 Mitglieder in ganz Bayern. Im Landkreis Lindau gebe es 120 Mitglieder, aber eben nur wenig aktive. 1909 sei der LBV auf Betreiben des Königlich Bayerischen Innenministers zwar als Vogelschutzbund gegründet worden, ab den 60er Jahren seien die Themen und Arbeitsbereiche des Verbandes aber breiter geworden. Der Verein betreibt Arten-, Landschafts- und Biotopschutz sowie Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Der LBV ist der bayerische Partnerverband des NABU. Durch einen Zuwachs der Mitgliedszahlen seit den 1970er Jahren, hat der LBV mehr Aufgaben übernehmen können, dazu zähle beispielsweise auch der Ankauf oder die Pacht von Flächen.

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