Kunert-Areal: Gespräche als erster Schritt

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Sind mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr „sehr zufrieden“: Hubert Rhomberg (links) und Ernst Thurnher.
Sind mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr „sehr zufrieden“: Hubert Rhomberg (links) und Ernst Thurnher. (Foto: ulrich stock)
Ulrich Stock

Kaum Neues und wenig Konkretes gibt es im Zusammenhang mit der künftigen Nutzung des Kunert-Gewerbeparks im Lindauer Stadtteil Zech. „In einem ersten Schritt wollen wir mit allen Projektbeteiligten, insbesondere mit der Stadt Lindau, aber auch mit Anwohnern Gespräche führen, um den Bedarf zu erheben und die ehemalige Industriefläche gemeinsam nachhaltig weiterzuentwickeln“, erklärte Ernst Thurnher, Geschäftsführer der Rhomberg Holding (Bregenz), am Freitag am Rande des Jahrespressegesprächs gegenüber der LZ. „Arbeiten, Wohnen, Gewerbe“ – unter diesen drei Prämissen werde man ein Konzept für die Nachnutzung des rund 32 000 Quadratmeter großen Areal erarbeiten.

Wollte die zur Holding gehörende Rhomberg Bau GmbH, welche die Liegenschaften Ende Juli 2018 von der Kunert Holding erworben hatte, in Zech zunächst vor allem Wohnungen bauen, stellte die Stadt schon bald klar, dass sie auf dem Gelände auch wieder Gewerbe ansiedeln will. „Da gibt es keinen Widerspruch, beide wolle das Gleiche“, sagte Thurnher jetzt. Es sei noch zu früh zu sagen, die Anteile Wohnen und Gewerbe sollten im Verhältnis 50 zu 50 umgesetzt werden. Auf was es hinausläuft, werde man sehen, wenn die ersten Gespräche gelaufen sind. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, das Projekt gemeinsam mit der Lindauer Wohnungsbaugesellschaft GWG zu entwickeln, meinte Thurnher: „Wir haben keine Berührungsängste.“

Seit dem Frühjahr ist im ehemaligen Bürogebäude von Angell-Demmel am Rande des Kunerts-Areals die Deutschland-Zentrale von Rhomberg Bau untergebracht. Von hier aus werden alle Aktivitäten auf dem deutschen Markt gesteuert, der für das Vorarlberger Unternehmen immer wichtiger wird – nicht nur in der Sparte Bau, sondern auch in der Bahntechnik, wie der Eigentümervertreter und geschäftsführende Gesellschafter der Holding, Hubert Rhomberg betonte. Dabei stünden Projekte im süddeutschen Raum besonders im Fokus wie zum Beispiel das Rinker-Areal in Ravensburg, wo zurzeit etwa 300 neue Wohnungen, soziale Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder Gewerbeflächen entstehen. Das Pilotprojekt biete „Wohnen und Leben für Personen aus allen Altersstufen und sozialen Schichten“, so Rhomberg.

Umsatz auf Rekordhoch

Die international tätige Rhomberg Gruppe mit Standorten und Tochterunternehmen in Österreich, der Schweiz, Deutschland, den Niederlanden, Großbritannien, Irland, Kanada und Australien hat ein „sehr gutes Geschäftsjahr 2018/2019“ hinter sich, wie es beim Pressegespräch in Bregenz hieß. Demnach wurde bis Ende März in den beiden Geschäftsfeldern Bahn und Bau mit mehr als 2845 Mitarbeitern ein Gesamtumsatz in Höhe von 753 Millionen Euro erzielt – um 6,6 Prozent mehr als zuletzt.

Die Geschäftsführer Rhomberg und Thurnher sprachen von einem „historischen Umsatzrekord“, sprich noch niemals zuvor hatte das anno 1886 gegründete Familienunternehmen einen höheren Umsatz verbuchen können. Mit 428 Millionen Euro lag der Umsatz im Bereich Bahntechnik wie schon in den Jahren zuvor weit über dem der Bausparte, die im Berichtszeitraum ebenfalls kräftig auf 325 Millionen Euro wuchs. Einziger Wermutstropfen sei der Fachkräftemangel in beiden Sparten, der sich auf die Schnelle auch nicht beheben lasse, so Rhomberg.

Die Baubranche habe in den vergangenen Jahren in hohem Maße von den historisch niedrigen Zinsen profitiert, erklärte Thurnher. Sie seien ein „wesentlicher Treiber“ für das äußerst erfolgreiche Baugeschäft. Die insgesamt sehr guten Ergebnisse habe die Rhomberg Gruppe genutzt, das Eigenkapital weiter zu stärken und auf 41 Prozent auszubauen – eine Quote, die deutlich über dem Durchschnitt liegt. Hubert Rhomberg: „Dies versetzt uns in die Lage, jederzeit unabhängig agieren und reagieren zu können.“

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