Judoka Elis Bonitz ist Sportler des Jahres 2017

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Sportler des Jahres: Ob Ecker überreicht Elis Bonitz die Urkunde.
Sportler des Jahres: Ob Ecker überreicht Elis Bonitz die Urkunde. (Foto: Reiner Roither)
Schwäbische Zeitung

Diese Überraschung ist gelungen: Elis Bonitz ist der Sportler des Jahres 2017. Oberbürgermeister Gerhard Ecker zeichnete den völlig ahnungslosen 14-jährigen Judoka für seine bisherigen herausragenden Erfolge, aber auch für das große Potenzial aus, das in dem jungen Kämpfer steckt. Bei der 43.Sportlerehrung der Stadt Lindau überreichte er insgesamt 121 Sportlerinnen und Sportlern für ihre Leistungen die Medaille der Stadt Lindau.

Turnschuhe, Badehose und Eishockeyschläger blieben im Schrank. Für zwei Stunden ging es nicht um Trainingspläne oder neue Ziele. Stattdessen durften sich die herausragenden Sportler der Stadt Lindau am Freitagabend für ihre Leistungen im vergangenen Jahr feiern lassen. OB Ecker: „Unsere Ehrengäste sind heute Abend die Sportlerinnen und Sportler.“

In seiner Ansprache lobte Ecker die Leistung der Sportvereine und deren „wichtige Rolle“ in der Stadt. Als Stichworte nannte er die Integration von Menschen über Herkunft, Geschlechter und Generationen hinweg. Der Sport sei aber auch ein „wichtiger Ausgleich vom Alltag“, er ermögliche es, vom Schulstress abzuschalten und lerne Menschen, fair miteinander umzugehen. Sportvereine, so der OB weiter, schafften nicht nur eine „sportliche Heimat“, sondern auch eine „Identifikation mit unserer Stadt“. Ecker erinnerte noch einmal an die Leistungen von Heribert Hostenkamp als Vorsitzender des TSV Lindau und des Sportkreisbeauftragten Egon Hartmann, die beide im vergangenen Jahr verstorben sind. „Sie bleiben uns stets ein Vorbild.“

Die jüngsten Geehrten waren zehn, der Älteste 84 Jahre

Kondition war nun bei OB und Sportbeauftragten Uli Gebhard, aber auch bei Christiane Geiser, die die Sportlerehrung wieder einmal perfekt vorbereitet hatte, gefragt: Sie schüttelten im Akkord Hände, hängten Medaillen um und zählten die sportlichen Leistungen auf, ohne in Routine zu verfallen. Für jeden Sportler war noch Zeit für ein persönliches Wort.

Und da hatten sie einiges zu tun: 121 Sportlerinnen und Sportler galt es zu ehren, die Meister- und Pokalsiege, sogar vordere Plätze bei Welt- und Europameisterschaften errungen hatten: Die Palette der Sportarten war breit, Schwimmer, Segler, Ruderer, aber auch Eishockeyspieler, Tänzer und Schützen waren dabei. 41 von ihnen bekamen diese Auszeichnung zum ersten Mal, vier Sportler schon zum 25. Mal. Die Jüngsten, die Bayerischen Meister-Jungs vom Eisjockey – alle schick im weißen Hemd –, waren zwischen zehn und elf Jahre alt, der älteste war Schwimmer Fritz Ilgen mit 84 Jahren, der bereits zum 34. Mal geehrt wurde. Die meisten Erfolge hatten wieder einmal die Schwimmer aufzuweisen.

„Beste Botschafter“ für Lindau

Nicht alle herausragenden Sportler konnten da sein. Einige Sportler wie Rekord-Schwimmer Ossi Ilgen, der zum 38. Mal ausgezeichnet werden sollte, waren krank. Die Fußballerin Janina Minge, die erst eine Auszeichnung als beste Nachwuchsspielerin der Saison 2016/2017 erhalten hatte, und der Schwimmer Sebastian Schulz, der mittlerweile am Olympiastützpunkt in Hamburg trainiert, waren in Trainingslagern. Und die Islanders sicherten sich zeitgleich zur Sportlerehrung in Landsberg den Klassenerhalt. „Sie sind die besten Botschafter, die man sich nur wünschen kann“, sagte der OB an die Adresse aller Sportler gerichtet.

Eine schmissige Boogie-Woogie Vorführung des TC 75 und Gesangseinlagen der Musikschule Lindau sorgten zwischen den zwei Ehrungsmarathon-Blöcken für willkommene Abwechslung. Als Alicia Plieninger und Regina Kuhn gefühlvoll den Olympia Song „One Moment in Time“ sangen, sorgten sie für Gänsehaut-Feeling.

Es dauerte bis Elis verstand, dass er gemeint war

Nun warteten alle gespannt auf die Ehrung des Sportlers des Jahres. Und die fiel auf einen, der gar nicht damit gerechnete hatte. Dabei gab Ecker in seiner Ansprache einige Hinweise. Jung sei der Sportler, verriet er. Auch als Ecker von der „Stärkung des Selbstbewusstseins und der psychomotorischen Förderung unter gleichzeitiger Rücksichtnahme auf den Gegner“ sprach, blieb der 14-jährige Gymnasiast entspannt. Erst als das Stichwort Judo fiel, fiel auch bei ihm der Groschen. „Ich war ja der einzige Judoka hier“, sagt er später kopfschüttelnd. OB Ecker lobte seine großen Erfolge, seine Siege bei der Süddeutschen Meisterschaft 2016, aber auch sein tolles Comeback nach längerer Verletzungspause mit dem dritten Platz bei den Süddeutschen Meisterschaften 2017 und erste internationale Erfolge. Sprachlos und kopfschüttelnd nahm er die Urkunde entgegen.

Turnschuhe, Badehose und Eishockeyschläger blieben im Schrank: An diesem Abend ging es nicht um Trainingspläne oder neue Höchstleistungen. Stattdessen durften sich 121 herausragende Lindauer Sportler bei der Sportlerehrung der Stadt für ihre Erfolge feiern lassen. Einer hatte besonderen Grund zum Jubeln: Der erst 14-jährige Judoka Elis Bonitz wurde überraschend zum Sportler des Jahres 2017 gewählt.

Kurze Nacht: Das nächste Trainingslager steht an

Nach dem offiziellen Teil war das Buffet frei, und die Sportler nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Überall wurde noch lange disziplinenübergreifend geplaudert.

Auch Elis hatte seine Stimme inzwischen wiedergefunden und war ein begehrter Gesprächspartner. Als er mit seinen Eltern nach Hause ging, lag eine kurze Nacht vor dem Sportler des Jahres: Das nächste Trainingslager in Baden-Baden wartete. Aber das war Elis an diesem Abend egal. „Ich bin motiviert, wieder so weiter zu machen.“

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