Jahrmarkt lockt Besuchermassen auf die Insel

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Susi Donner

Der Jahrmarkt ist in Lindau und aus allen Himmelsrichtungen pilgerten die Menschen am Wochenende auf die Insel. Am Samstag bei herrlichem Sonnenschein – einem milden Herbsttag wie er schöner nicht hätte sein können.

Es ist viel los in den Gassen der Inselaltstadt. Mit mal mehr und mal weniger Geschiebe geht es durch den Krämermarkt, auf dem es von der Spülbürste aus Holz mit Wildschweinborsten bis zum ultimativen Brillenreiniger wirklich alles gibt, was man sich nur vorstellen kann. Die Insel ist zu einem riesigen Erlebnis-Freiluftkaufhaus geworden. Das nach Krautschupfnudeln, Bratwürstle, Zuckerwatte, gebrannten Mandeln, Feuerzangenbowle und Schokolade duftet.

Renate Sprenger aus Tettnang und Birgitt Wachinger aus Lindau, zwei Freundinnen, gehen jedes Jahr auf den Lindauer Jahrmarkt, schon von klein auf. „Das ist eine echte Tradition bei uns. Wir würden am liebsten jeden Tag hergehen“, sagt Sprenger fröhlich und zählt auf, was alles zum Pflichtprogramm gehört: Apfelküchle, Rostbratwürstle, Magenbrot, und irgendwelche praktischen Haushaltshelfer finden die beiden auch immer. Im Moment stehen sie am Stand von Kerstin Christeros. Wobei Stand fast zu viel gesagt ist. Auf einem Miniklapprad und in feschen Lederhosen präsentiert die Berlinerin ihre Ware: Den Safti – ein kleiner raffinierter Entsafter für Zitrusfrüchte. Im Moment ist sie schon ausverkauft. Ihr Kompagnon ist unterwegs, neue Saftis zu holen. Mit so einem Ansturm habe sie gar nicht gerechnet.

Auch Renate Helmich aus Kempten interessiert sich dafür. Sie sei zum ersten Mal auf dem Lindauer Jahrmarkt und überrascht, wie schön und groß er ist. „In Kempten war auch erst Jahrmarkt. Aber der hier ist viel schöner. Das habe ich gar nicht erwartet“, sagt sie begeistert und meint, sie müsse nun weiter, weil es noch so viel zu sehen gebe. Gerhard Alger aus Ellhofen hat mitgehört und stimmt ihr zu: „Ich bin heute auch zum ersten Mal auf dem Lindauer Jahrmarkt und wirklich begeistert. Er ist riesig groß und die Kulisse ist einfach zauberhaft“, schwärmt er. Murmeltiersalbe habe er bisher gekauft, beim „Billigen Jakob“, ansonsten lasse er sich mit seiner Frau durch das Getümmel treiben.

Auch die Kinder haben viel zu erleben

Ein paar Meter weiter ist Clown Toni von einer Menschentraube umgeben. Auf Spendenbasis knotet er für die Kinder Luftballontiere. „Ich will den Kindern eine Freude machen. Ich mag leuchtende Kinderaugen“, verrät er, während er für Sam und Lucienne aus Bregenz die Luftballons in die gewünschte Form bringt. Sams Mutter Marion Vogl und Luciennes Vater Florian Schwärzler erzählen, dass auch sie zum ersten Mal auf dem Lindauer Jahrmarkt sind und völlig begeistert seien.

Weiter geht es durch die Cramergasse in die Fußgängerzone. Vorbei an Gemüsehobel, Grillmatten, Schuheinlegesohlen bis zum Brunnen beim Stift. Da steht der Lindauer Danny Hemkens und verkauft das ultimative Grillwerkzeug: ein Wendespies, der kinderleicht zu bedienen ist, und bei dem keine Pfanne mehr verkratzt. Heiko Ständeke aus Biberach und seine Familie überlegen lange und probieren aus und wollen schließlich später wieder vorbeikommen.

Weiter hinein ins klingende Glitzern und Blinken. An den Fahrgeschäften ist viel los, aber die Schlangen sind überschaubar. Am Riesenrad ruht sich die Lindauer Familie Baas aus: Petra und Michael und ihre beiden Kindern Lennart (9) und Carla (6). „Wir haben alles gemacht und manches sogar mehrmals“, sagt Petra. Hundert Euro hatten sie dafür eingeplant und seien damit gut über die Runden gekommen. „Essen, Trinken, Riesenrad, Kettenkarussell, Autoscooter – wir konnten alles machen worauf wir Lust hatten, und hatten drei herrliche Stunden lang richtig viel Spaß“, erzählt Michael Baas. Und die strahlenden Augen seiner Kinder beweisen, wie Recht er damit hat.

Die Dämmerung schleicht sich über die Insel. Nun kommen die blinkenden Lichter richtig zur Geltung. All überall werden Handys gezückt und wohl viele Tausend Fotos gemacht und in die Welt geschickt, vom Riesenrad das sich im Bodensee spiegelt.

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