Jöckel will aus dem Berliner Platz eine ovale Niere machen

Lesedauer: 4 Min

So stellt sich Ulrich Jöckel künftig den Berliner Platz vor.
So stellt sich Ulrich Jöckel künftig den Berliner Platz vor. (Foto: Jöckel)

Um den Berliner Platz soll es bei der nächsten Bürgerrunde gehen, zu der FDP-Stadtrat Ulrich Jöckel an diesem Freitag, 16. März, ab 19 Uhr in die JT-Seminarhalle einlädt. Jöckel teilt schon im Vorfeld mit, dass er die von der Verwaltung jüngst vorgestellten Pläne für eine Zwischenlösung ablehnt. Vielmehr hat er einen eigenen Vorschlag.

Jöckel wirft in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Untätigkeit vor, denn die Verantwortlichen hätten direkt nach dem Bürgerentscheid 2012 die Anbindung des neuen Bahnhofs planen und mit dem Staatlichen Bauamt absprechen sollen. Der CSU wirft der FDP-Stadtrat vor, dass sie im Herbst die vom Stadtrat eigentlich beschlossene Unterführung gestoppt hat. Doch den eigentlich versprochenen Plan C gebe es jetzt nicht.

Jöckel hat beim Lindauer Seminar seiner Firma JT-Elektronik vergangene Woche mit Professoren der Abwassertechnik über die Verkehrsdrehscheibe Berliner Platz diskutiert. Dabei sei aus der Ideensammlung ein Entwurf entstanden, der nur vorhandene Verkehrsflächen und Grundstücke der Bahn benötige. „Die Doppel-Kreis-Lösung generiert längere Straßenabschnitte, so dass eine bessere Verflechtung und Leistungsfähigkeit erreicht werden könnte“, schreibt Jöckel. Diese Lösung könne vermutlich ohne eine Unterführung auskommen, angesichts der wahrscheinlich weiteren Verkehrszunahme sollte die Stadt das aber prüfen lassen.

Eine Skizze nach diesen Vorschlägen zeigt den Berliner Platz in gänzlich anderer Lage und Aufteilung. Aus dem Kreisverkehr sollte ein asymmetrisches Oval in Nierenform werden, in dem alle sechs Achsen integriert wurden, also auch eine direkte Zufahrt zum neuen Bahnhof. Mit einer Unterführung würde sich der Verkehr auf dem Berliner Platz verringern, da der stadtauswärts fließende Autoverkehr unter dem Platz direkt zur Autobahn abgeleitet würde. „Die Platanenallee wird bei dieser Lösung nicht tangiert und kann durch den Rückbau der westlichen Bregenzer Straße auf zwei Spuren vermutlich sogar aufgewertet werden“, behauptet Jöckel.

Er habe mit Bahnvertretern gesprochen, demnach brauche die Bahn bis September 2019 nur einen kleinen Bereich im alten Reutiner Bahnhofsgebäude für die dort befindlichen Signal- und Weichen-Steuerungseinheiten. „Das Gebäude könnte jedoch bereits heute bis auf die noch benötigten Bereiche zurückgebaut werden“, so dass Platz entstünde für den Umbau. Bahnvertreter haben bisher schon mehrfach öffentlich geäußert, dass das Gebäude erst nach Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs, also erst 2021 abgerissen werden kann.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen