Islanders verlieren gegen Deggendorf

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Kaum eine Chance hatten die Islanders am Sonntag.
Kaum eine Chance hatten die Islanders am Sonntag. (Foto: Christian Flemming)
Martin Deck

Eigentlich waren die EV Lindau Islanders auf Wiedergutmachung aus. Nach der 1:3-Niederlage am Freitagabend beim SC Riessersee war die Mannschaft von Trainer Franz Sturm auf Platz zehn und somit ans Ende der Meisterrunde der Eishockey-Oberliga Süd abgerutscht, da die beiden Konkurrenten um Platz acht, die Selber Wölfe (7:3 in Deggendorf) und die Blue Devils Weiden (5:2 gegen Rosenheim) zeitgleich ihre Duelle überraschend deutlich gewonnen hatten. Um den Rückstand auf den letzten Play-off-Rang nicht zu groß werden zu lassen, sollte am Sonntag gegen den Tabellenzweiten, den Deggendorfer SC, mindestens ein Punkt her. Doch daraus wurde nichts: 3:7 hieß es am Ende aus Sicht der Lindauer. „Wir bekommen gerade eine Watschn nach der anderen“, ärgerte sich Österreicher Sturm nach der deutlichen Niederlage.

Schon nach 14 Sekunden wurde die Strategie der Islanders über den Haufen geworfen. Michael Fomin, der erst am Donnerstag von den Ravensburg Towerstars aus der DEL2 nach Deggendorf gewechselt war, traf zum 0:1 – wenn auch mit verdächtig hohem Schläger. Da es in der Oberliga jedoch keinen Videobeweis gibt, hatte der Treffer auch nach kurzer Diskussion der Schiedsrichter Bestand. „Das Tor darf man nie geben“, schimpfte Sturm anschließend und kritisierte die Schiedsrichterleistung generell. „Wir sind die graue Maus der Liga und haben nicht solche Stars wie Deggendorf, die ständig mit den Schiedsrichtern diskutieren. Das bekommen wir jedes Mal wieder zu spüren.“

Ganz so einfach wollten sich die Lindauer dem Favoriten dann aber doch nicht geschlagen geben. Sie kämpften sich besser ins Spiel und wurden in der 9. Minute belohnt: mit dem 1:1 durch Simon Klingler und unzähligen Kuscheltieren. Nach der Torsirene warfen die rund 600 Zuschauer beim sogenannten Teddy-Bear-Toss säckeweise Pinguine, Einhörner, Eisbären und vieles mehr aufs Eis, die nun an die Hilfsorganisation Humedica gespendet werden. Auch nachdem die Spielfläche wieder freigeräumt war, blieben die Islanders gut in der Partie und gingen mit einem verdienten 1:1-Unentschieden in die erste Drittelpause.

Doch der zweite Durchgang startete ähnlich schlecht wie der erste. Dieses Mal brauchte der Favorit aus Deggendorf 73 Sekunden, um wieder in Führung zu gehen. Anschließend spielten die Islanders zwar weiter gut mit, scheiterten aber ein ums andere Mal am ehemaligen Lindauer Publikumsliebling David Zabolotny im Gästetor. Ganz anders die Favoriten aus Deggendorf, die unbedingt zurück in die DEL2 wollen. Sie nutzten ihre Chancen an diesem Abend eiskalt, erhöhten noch vor der Drittelpause auf 3:1 und kurz nach Wiederbeginn auf 4:1.

Doch die ersatzgeschwächten Lindauer mobilisierten nochmals alle Kräfte und kamen tatsächlich noch einmal ins Spiel zurück. Durch einen Doppelschlag von Brent Norris und Florian Lüsch stand es 15 Minuten vor dem Ende nur noch 3:4. Der EVL drückte auf den Ausgleich, für die große Überraschung reichte es aber nicht mehr - weil die Deggendorfer nach einer kurzen Phase der Verunsicherung ihre ganze Erfahrung auf die Eisfläche brachten und durch zwei Tore von Ex-DEL-Spieler Andreas Gawlik und eines von Ex-Nationalspieler Thomas Greilinger bis zur Schlusssirene auf 7:3 stellten. „Heute haben die Tore entschieden“, analysierte Franz Sturm nach der vierten Niederlage in Folge. „Meine Jungs haben alles gegeben. Aber wenn Deggendorf vor dem Tor war, war der Puck drin.“

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