Islanders misslingt die Derby-Revanche

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Sportredakteur

Vor dem Spielwochenende der EV Lindau Islanders in der Eishockey-Oberliga Süd gegen Höchstadt und Memmingen hat Bernd Wucher die Messlatte heraufgeschraubt: „Ich erwarte für die bevorstehenden Spiele mindestens drei bis vier Punkte“, ließ der Erste Vorsitzende der EV Lindau Islanders mit Blick auf die zuvorigen Niederlagen gegen Weiden (1:5) und Regensburg (1:6) in einer Pressemitteilung verlautbaren. Nachdem die Mannschaft von EVL-Headcoach Chris Stanley am Freitagabend in Mittelfranken mit 2:3 (0:1, 0:1, 2:1) die Segel streichen musste, standen die Lindauer keine 48 Stunden später im Derby zu Hause gegen die Indians unter großem Erfolgsdruck – und hielten auch diesem letztlich nicht stand: Bei der bitteren 0:1 (0:1, 0:0, 0:0)-Heimpleite sprang für den Tabellenneunten zum vierten Mal in Folge nichts Zählbares heraus.

Wucher persönlich hatte in einer Kabinenansprache vor dem sonntäglichen Spielbeginn im prestigeträchtigen Duell klare Worte an die Lindauer Spieler gerichtet und sie aufgefordert, bis zum Umfallen zu kämpfen. Das beherzigten die Islanders im Eröffnungsdrittel zunächst auch und drückten die Gäste während der ersten Spielminuten ins eigene Drittel zurück. Die erste zwingende Aktion hatten jedoch die Indians: Einen Schuss brachte Milan Pfalzer nicht im Tor von EVL-Goalie Zabolotny unter (4.).

Was folgte, war wenige Minuten später die Schlüsselszene in der gesamten Partie. Zwei Lindauer und zwei Memminger Spieler keilten sich im Kampf um die Scheibe an der Bande direkt vor dem Gäste-Fanblock ein. Martin Jainz, der am Sonntag seine letzte Vorstellung auf Eis gab, bekam den Puck im Gestochere irgendwie zu fassen und schob ihn weiter zu Timo Schirrmacher. Der hatte frei Bahn, lief zwei, drei Schritte und hielt aus sehr spitzem Winkel drauf. Zabolotny bekam das Spielgerät nicht unter Kontrolle – 0:1 aus Lindauer Sicht.

„Wir haben das erste Mal in dieser Saison überhaupt über 60 Minuten hinweg gut gespielt. Doch der eine Fehler im ersten Drittel führte zum entscheidenden Tor“, bilanzierte Stanley die Derbyniederlage in der anschließenden Pressekonferenz und hob ein weiteres Manko der vergangenen Wochen hervor. „Wir sind einfach zu harmlos vor dem Tor“. Sein Memminger Trainerkollege Sergej Waßmiller nannte als Schlüssel zum Erfolg die „geschlossene Mannschaftsleistung“.

0:3 gegen Höchstadt in Rückstand

Die erste Schlappe des Wochenendes kassierten die Islanders am Freitag in Höchstadt. Rund 600 Zuschauer bejubelten einen knappen Heimsieg ihrer Alligatoren, die durch zwei schnelle Treffer ihres tschechischen Kontingent-Verteidigers Ondrej Nedved in den ersten beiden Dritteln (3./23.) mit 2:0 in Führung gingen. In schöner Regelmäßigkeit bremsten sich die Gäste vom Bodensee durch Strafzeiten selbst aus und bezogen das 0:3 durch Florian Szwajda. Erst zum Ende hin wachten die Lindauer auf. Zu mehr als den beiden Anschlusstreffern durch Santeria Ovaska und Anthony Calabrese reichte es allerdings nicht mehr.

Nur ein schwacher Trost dürfte für die EVL-Verantwortlichen der Ausgang des 20. Spieltags der Oberliga-Hauptrunde gewesen sein – trat doch die gesamte Konkurrenz der Islanders im Kampf um das Erreichen des zehnten Tabellenplatzes auf der Stelle. Sowohl der Tabellenletzte EHC Waldkraiburg (nach Overtime) als auch die davor rangierenden Bulls aus Sonthofen und die Blue Devis Weiden verloren am Sonntagabend ihre Spiele.

Rein tabellentechnisch gesehen bedeuten die beiden Lindauer Niederlagen vom Wochenende für Chris Stanley & Co. der neunte Platz mit 20 Punkten und damit ebenfalls Stillstand. Hier ist, wie bei der jungen Mannschaft des EVL, dringend Weiterentwicklung angesagt. Ansonsten verspricht die Weihnachtszeit ungemütlich für die Eishockeyfamilie am Bodensee zu werden.

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