Islanders fahren drei wichtige Punkte ein

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 Hält überragend beim 4:1-Heimerfolg gegen den SC Riessersee: Islanders-Goalie David Zabolotny (Mitte).
Hält überragend beim 4:1-Heimerfolg gegen den SC Riessersee: Islanders-Goalie David Zabolotny (Mitte). (Foto: Reiner Roither)
Sportredakteur

Ein Eishockeyspiel mit drei ganz verschieden verlaufenden Dritteln haben 525 Zuschauer am Freitagabend in der Lindauer Eissportarena zu sehen bekommen. Dabei behielten die Islanders gegen den SC Riessersee am Ende mit 4:1 (1:0, 0:0, 3:1) die Oberhand und konnten den Abstand zum Play-off-Platz acht, den momentan der Höchstadter EC einnimmt, von sechs auf drei Punkte verkürzen. Das wurde möglich, weil die mittelfränkischen Panzerechsen aus dem Aischgrund in ihrem Heimspiel gegen Landshut knapp unterlegen waren.

Dass die Lindauer einen letztlich so klaren Heimsieg gegen die Oberbayern, die - zusammen mit dem EHC Waldkraiburg – nach dem Wochenende den Gang in die Play-downs mit den acht bestplatzierten Mannschaften der Bayernliga antreten müssen, einfahren konnten, war im Eröffnungsdrittel so nicht abzusehen.

Ganz im Gegenteil: Vor der ersten Drittelpause verbuchte die Gästemannschaft, deren Spieler fast durchweg zwischen 17 und 23 Jahre alt waren, ein klares Chancenplus. Die größte Möglichkeit vergab Jakob Mayenschein, der in einer 3:1-Situation freistehend vor dem Kasten von EVL-Goalie David Zabolotny den Puck über die Querlatte drosch (12.).

A propos Zabolotny: Der mutierte im Laufe des Abends zum Matchwinner für die Lindauer und entschärfte eine ganze Reihe an hochkarätigen Tormöglichkeiten der jungen Garmischer Truppe, die sich am EVL-Torhüter geradezu die Zähne ausbissen. Weder Philipp Wachter (13.) noch Kontingentmann und Topscorer Victor Östling (17.) konnten aus aussichtsreichen Positionen den SCR in Führung bringen. „Wir waren ganz nah dran an dem ersten und zweiten Tor“, stellte Gästecoach George Kink in der anschließenden Pressekonferenz zutreffend fest.

Nicht nur im Fußball, auch im Eishockey scheint es sich zu bewahrheiten, dass nicht genutzte Torchancen in der Regel bestraft werden. So war es letztlich auch am Freitagabend im Eichwaldstadion: Nach und nach schwammen sich die Hausherren im Mitteldrittel frei, übernahmen das Kommando und zeigten gute Offensivaktionen.

Als sich Christian Hummer in einen Zweikampf vor dem eigenen Tor gegen Viktor Lennartsson einließ, lauerte Filip Stopinski am rechten Pfosten, bekam die Scheibe weitergeleitet und vollendete aus spitzem Winkel zum 1:0 für Lindau (34.). Überhaupt war EVL-Zugang Lennartsson bei allen vier Treffern der Islanders in der Vorbereitung beteiligt und scheint langsam aber sicher im Lindauer Trikot auf Touren zu kommen.

Im Schlussdrittel verwerteten die Lindauer ihr drittes Überzahlspiel des Abends eiskalt. Nachdem zuvor die EVL-Fans bei einem Alleingang von Tobias Eder, der Zabolotny nicht überwinden konnte, kräftig durchschnauften, war es Dominik Ochmann, der den von Lennartsson servierten Puck ins Gästetor hämmerte (43.). Als gut zehn Minuten später Kai Laux sich im Gewühl vor SCR-Goalie Elias Fischbacher in unwiderstehlicher Manier durchsetzte und zum 3:0 vollendete, war die Partie so gut wie gelaufen.

Zwar konnte Daniel Reichert, nach einer Unaufmerksamkeit in der Hintermannschaft des EV Lindau, fast genau drei Minuten vor Schluss verkürzen, Gästecoach Kink setzte alles auf eine Karte und wollte Fischbacher, bei eigenem Scheibenbesitz, zugunsten eines zusätzlichen Angreifers aus dem Spiel nehmen. Doch der Garmischer Torhüter war noch nicht einmal vom Eis verschwunden, da zappelte der Puck im leeren Gehäuse der Gäste. Diesen schnappte sich Sekunden zuvor Andreas Farny, fein bedient durch den aufmerksamen David Zabolotny, der nach Erhalt das Spielgerät sofort nach vorne bugsierte. Der EVL-Kapitän setzte sich energisch gegen Eder und Wachter durch und netzte zum 4:1-Endstand ein.

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