Islanders beschließen Hauptrunde mit einem Derby

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Das Heimderby am Sonntag gegen die Indians aus Memmingen wollen die Islanders (rechts: EVL-Stürmer Andreas Farny) für sich entsc
Das Heimderby am Sonntag gegen die Indians aus Memmingen wollen die Islanders (rechts: EVL-Stürmer Andreas Farny) für sich entscheiden. (Foto: Christian Flemming)

Das abschließende Hauptrundenspiel der EV Lindau Islanders in der Eishockey-Oberliga Süd hat es noch einmal richtig in sich. Am Sonntag, 14. Januar (Beginn: 18.30 Uhr) kommen die Memminger Indians zum Derby in die Eissportarena im Eichwald. Hier soll es um mehr gehen als nur ums Prestige.

Die Ausgangslage bei Redaktionsschluss am Freitagabend (20 Uhr) war noch unklar. Bei eigenem Sieg in Miesbach und der gleichzeitigen Niederlage von Weiden in Deggendorf hätten die Lindauer am Sonntag ein Endspiel um Platz acht. Sollten die Play-offs nicht mehr möglich sein, geht es darum, sich vor der Verzahnungsrunde mit den besten Bayernligisten gegen einen starken Gegner und Erzrivalen von der besten Seite zeigen.

Dazu müssen die Islanders ihren Fans etwas zurückgeben. Alle drei Heimderbys gegen Sonthofen (zweimal) und Memmingen wurden auf zum Teil enttäuschende Weise verloren, ein Sieg wäre also auf jeden Fall Pflicht für den EVL. Dies umso mehr, da der Fanklub „Bodensee Fighters“ der Mannschaft am Donnerstag beim Abschlusstraining vor dem Wochenende ein klares Signal gab. In voller Ausrüstung mit Fahnen und Trommeln sorgten die Fans der Islanders beim Training für „Endspielstimmung.“ „Eine tolle Aktion. Die Fans haben uns gezeigt, dass sie so an uns glauben wie wir auch selbst an uns“, so EVL-Kapitän Philipp Haug.

Um die Chancengleichheit am Sonntag im Fernduell mit Weiden zu wahren, wurde auch die Anfangszeit beider Partien angeglichen. Deshalb beginnen die beiden Derbys der Blue Devils gegen Selb und Lindau gegen Memmingen nun um 18.30 Uhr. Bereits fest steht, wie es weitergeht. In der Meisterrunde würde es am Freitag, 19. Januar, zum Auftakt nach Rosenheim gehen. In der Verzahnungsrunde stünde ein Heimspiel gegen den Fünftplatzierten der Bayernliga an. Aktuell ist dies der TSV Erding.

Für die Indians aus Memmingen ist schon seit geraumer Zeit klar, dass es in die Verzahnungsrunde geht. Zwar hatten die Allgäuer als Aufsteiger lange sehr gut mitgehalten und waren ein direkter Konkurrent der Islanders im Kampf um den achten Platz. Im Schlussdrittel der Saison ereilte den ECDC jedoch großes Verletzungspech, das entscheidende Punkte kostete, sodass sich die Allgäuer auf dem zehnten Platz festspielten.

Enttäuscht ist man in Memmingen deshalb allerdings nicht, denn die Zuschauerzahlen (1700 im Schnitt, der fünftbeste der Liga) zeigen, dass die Fans nach dem Bayernliga-Meistertitel den Aufstieg honorierten, die neue Liga mit qualitativ hochwertigerem Eishockey annahmen und die Indians eine deutliche Bereicherung für die Oberliga Süd sind. Zudem meint es der Modus auch gut mit den Indians, die in der Gruppe B auf jeden Fall auf den Nachbarn Landsberg und wohl auch auf den EV Füssen treffen werden – was erneut volle Hallen garantiert.

Dementsprechend laufen jetzt die Vorbereitungen in Sachen Klassenerhalt. Vor allem gilt es aktuell, Topscorer Antti-Jussi Miettinen zu ersetzen, der mit 44 Punkten (9 Tore) auf Platz neun der Liga steht. Schon im Lauf der vergangenen Wochen musste auf den Ausfall des torgefährlichen Petr Haluza mit der Nachverpflichtung des Letten Kirils Galoha reagiert werden – wie auch Leistungsträger wie Torhüter Jochen Vollmer, Jan Benda und Jan Kouba ausfielen.

Für das Derby spielen derartige Personalien allerdings ebenso wenig eine Hauptrolle wie der Tabellenstand. Beide Teams werden, egal zu welcher Ausgangsposition, jeden Zentimeter Eis bearbeiten und ihren Fans einen würdigen und vor allem erfolgreichen Hauptrundenabschluss bescheren wollen.

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