In Lindauer Krankenhaus rumort es

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Asklepios stellt ab Herbst mehr Pflegekräfte fürs Lindauer Krankenhaus ein. Dass dort einige Bereiche neu organisiert werden, s
Asklepios stellt ab Herbst mehr Pflegekräfte fürs Lindauer Krankenhaus ein. Dass dort einige Bereiche neu organisiert werden, sorgt allerdings für Unruhe. (Foto: Christian Flemming)

Anfang Oktober wird ein wichtiger Zeitraum für das Lindauer Krankenhaus: Dann sollen zum einen die Bauarbeiter endlich abziehen – aber auch neue Pflegefachkräfte ihre Arbeit aufnehmen. Davon verspricht sich Klinikträger Asklepios eine spürbare Entlastung für alle. Was an der ein oder anderen Stelle für Unruhe sorgt, sind organisatorische Veränderungen, die Asklepios in Lindau plant. So soll etwa der Einkauf neu aufgestellt werden. Kliniksprecher Christopher Horn betont jedoch: „Die sichere Patientenversorgung in der Klinik Lindau war und ist selbstverständlich gewährleistet.“

Das Lindauer Krankenhaus gilt als „Haus der Grund- und Regelversorgung“, wie es offiziell heißt. Über 300 Mitarbeiter sind dort aktuell beschäftigt. Dass davon 88 Kräfte in der Pflege auf den verschiedenen Stationen aktiv sind, teilt der Kliniksprecher allerdings erst nach mehrfachen Nachfragen der LZ mit. Zunächst verweist Horn nur auf Verdi-Zahlen, wonach bundesweit an die 70 000 Pflegefachkräfte fehlen. „Die daraus resultierende hohe Arbeitsverdichtung ist aber eine Folge der chronischen Unterfinanzierung der Kliniken seitens der Länder und der Kostenträger“, stellt der Asklepios-Sprecher fest, „nicht die Schuld der Klinikträger“.

Aus den Antworten des Kliniksprechers lässt sich herauslesen, dass auch die Pflegekräfte im Lindauer Krankenhaus derzeit ein immenses Pensum an Arbeit leisten müssen. Wobei die Klinik in den vergangenen Monaten keine Betten stillgelegt hat: Das hatten die Betriebsräte angesichts der angespannten Personalsituation in einem offenen Brief Ende April gefordert. „Wir haben das Planbettenvolumen aufrechterhalten“, stellt Horn auf Nachfrage der LZ fest. Nach Aussage von Geschäftsführer Andreas Fischer in einem Pressegespräch im Frühjahr hat das Lindauer Krankenhaus Platz für 135 Patienten.

Ab Herbst Personalplan „mehr als erfüllt“

Immerhin gibt es für die Mitarbeiter in der Pflege jetzt einen Lichtblick – denn ab Oktober stockt Asklepios das Pflegepersonal in Lindau auf. Zum einen werde die Klinik jene Pflegeschüler übernehmen, die bis dahin ihre Examen bestanden haben. Außerdem habe Asklepios – „trotz der bundesweit mangelnden Verfügbarkeit von Pflegepersonal“ – sieben Fachkräfte neu eingestellt. Damit werde der Personalplan für Lindau „mehr als erfüllt“.

Keine Aussagen machen will Horn hingegen zu Informationen, die der LZ-Redaktion zugegangen sind zu Um- oder Neuorganisation verschiedener Krankenhausbereiche: „Wir möchten Sie um Verständnis bitten, dass wir uns grundsätzlich zu Gerüchten nicht äußern können.“ Immerhin bestätigt der Kliniksprecher, dass im Bereich Einkauf Veränderungen anstehen. Diese würden „im Großteil der Asklepios-Einrichtungen bundesweit erfolgreich durchgeführt“, wie Horn schreibt. Das geschehe „aber ausschließlich über konzerneigene Organisationseinheiten“. Und weiter betont Horn: „Auf die Versorgung unserer Patienten hat dies keine Auswirkungen.“ Also auch, wenn sich beispielsweise parallel auf B 31 und Autobahn schwere Unfälle ereignen würden, könnten alle Patienten in Lindau medizinisch versorgt werden.

Tag der offenen Tür am 13. Oktober

Froh sind Klinikleitung, Mitarbeiter und Patienten auf jeden Fall, wenn die Bauarbeiter im Oktober abziehen: Dann werden die knapp 15 Millionen Euro teuren Umbau- und Erweiterungsarbeiten im Lindauer Krankenhaus endlich abgeschlossen. Derzeit ziehen Aufwachraum und Intensivstation um an ihren neuen Platz. Wie es im Inneren des Lindauer Krankenhauses nach Abschluss der jahrelangen Bauarbeiten aussieht, welche medizinischen Bereiche dort künftig zu finden sind, das will Asklepios der Bevölkerung dann im Rahmen eines Tages des offenen Tür am Samstag, 13. Oktober, zeigen.

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