In Lindau parken heute Autos, wo vor 50 Jahren noch Wasser war

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Das Foto vom 24. Januar 1968 aus der Lindauer Zeitung zeigt, wie Lastwagen den Damm aufschütten, in dem später das Material aus
Das Foto vom 24. Januar 1968 aus der Lindauer Zeitung zeigt, wie Lastwagen den Damm aufschütten, in dem später das Material aus dem Kleinen See gepumpt wurde. So entstand der Seeparkplatz. (Foto: Repro: Stadtarchiv Lindau)
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Die Stadt beginnt mit vorbereitenden Arbeiten für die künftige Bebauung auf der Hinteren Insel. Ab Montag lässt die Stadt den Baugrund im Bereich des Seeparkplatzes untersuchen. Deshalb fallen Parkplätze weg. Vor 50 Jahren gab es an dieser Stelle noch gar keine Insel, sondern Wasser.

Für die Gartenschau und die spätere Bebauung auf dem Seeparkplatz sind nach Mitteilung der Stadt Untersuchungen des Baugrunds nötig. Eine Firma wird deshalb ab Montag an insgesamt 43 Stellen vom Sina-Kinkelin-Platz über den Seeparkplatz weiter zum dortigen Spiel- und Scaterplatz sowie entlang des Uferweges in die Tiefe bohren, um den Baugrund zu überprüfen. Betroffen ist vor allem der Seeparkplatz.


Diese Luftaufnahme aus dem Jahr 1939 zeigt, dass im Bereich des heutigen Seeparkplatzes vor der Aufschüttung noch Wasser war.
Diese Luftaufnahme aus dem Jahr 1939 zeigt, dass im Bereich des heutigen Seeparkplatzes vor der Aufschüttung noch Wasser war. (Foto: Sammlung Karin Xander)

Die Arbeiten werden insgesamt etwa drei Wochen dauern. In dieser Zeit wird die Stadt jeweils einzelne Stellplätze für das Untersuchungsteam absperren. Betroffen sind bis zu zehn Stellplätze am Tag. Das will die Stadt jeweils frühzeitig mit Schildern markieren. Wer sein Auto mit Dauerkarte auf der Hinteren Insel parkt und im August im Urlaub ist, sollte sein Auto so abstellen, dass es den Untersuchungen nicht im Weg steht. Autofahrer können mit ihrer Dauerkarte auch den Karl-Bever-Platz benutzen.

Seeparkplatz besteht aus Schlamm aus dem Kleinen See

Zugezogene Lindauer wissen gar nicht, dass man vor gut 50 Jahren noch schwimmen konnte, wo heute die Autos parken. Denn in dem Bereich wurden im Laufe des Jahres 1968 etwa vier Hektar Neuland aufgeschüttet. Das ist auch der Grund dafür, dass die Stadt prüfen muss, wie belastbar dieser jüngste Teil der Hinteren Insel ist und welche Gründungen und andere Maßnahmen für die dort geplanten Wohngebäude mitsamt Tiefgaragen nötig sind.

Im Januar 1968 haben Lastwagen Material für eine Dammaufschüttung zwischen Stern- und Pulverschanze angefahren. 50 Lastwagen transportierten zu diesem Zweck täglich Kies und Geröll aus Kiesgruben bei Oberreitnau, Tettnang und Kressbronn sowie später auch Wasserbausteine heran. Nachdem der Damm aufgeschüttet und befestigt war, begann im Mai 1968 ein schwimmender Saugbagger damit, Schlamm aus dem Kleinen See abzusaugen und über mächtige Rohrleitungen zum Auffüllgelände bei der Hinteren Insel zu pressen. Bis zum Jahresende waren diese Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Im Jahr 1971 war das Gelände so stabil, dass die Stadt dort einen Parkplatz einrichten konnte.

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