Im Schlussdrittel schwimmen die Felle weg

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 Kann die Heimniederlage gegen Rosenheim nicht verhindern: EVL-Goalie David Zabolotny (Mitte).
Kann die Heimniederlage gegen Rosenheim nicht verhindern: EVL-Goalie David Zabolotny (Mitte). (Foto: CF)
Sportredakteur

Nach drei Spielen binnen vier Tagen haben sich die EV Lindau Islanders die kleine Verschnaufpause während des Deutschland-Cup verdient. Die ersten 14 Spiele in der Hauptrunde der Eishockey-Oberliga Süd sind vorbei, auf der Habenseite verbucht die Mannschaft von Trainer Chris Stanley aktuell 17 Punkte und rangiert damit auf dem achten Tabellenrang. Dass es am Sonntagabend gegen den Tabellendritten, den Starbulls Rosenheim, nicht zu Zählbarem reichte, lag nicht zuletzt auch am Auftritt der Oberbayern.

Die waren, nach den Siegen der Lindauer am Mittwochabend zu Hause gegen das Topteam EV Landshut sowie am Freitag bei den Selber Wölfen, vorgewarnt, wie deren Chefcoach Manuel Kofler wenige Minuten, nachdem der 4:1-Erfolg der Starbulls vor rund 700 Zuschauern in der Lindauer Eissportarena unter Dach und Fach gebracht worden war, bestätigte. „Wir haben sie nicht unterschätzt“, sagte Kofler mit Blick auf den Verlauf des ersten Drittels, welches von beiden Kontrahenten auf Augenhöhe gespielt wurde. Hier zeigte das EVL-Team Biss, enormen Zug zum Tor und ließ nach hinten nichts zu. „Sie werden definitiv weiterkommen“, stellte der Rosenheimer Coach dem EVL mit Blick aufs Weiterkommen in der Meisterrunde ein präsentables Reifezeugnis aus.

Schlüssel zum Erfolg der Gäste am Bodensee war die taktische Marschroute gewesen, die Manuel Kofler im Vorfeld ausgegeben hatte. „Wir wollten uns die Kräfte für später sparen“, verriet der Starbulls-Trainer die leicht defensiv ausgerichtete Spielweise seiner Schützlinge im Eröffnungsdrittel. Anders als im zweiten und dritten Abschnitt störten seine Spieler die Islanders hier vergleichsweise spät. Das sollte sich in der Folge vor allem im Schlussdrittel bemerkbar machen und am Ende ausbezahlen. Dort hatte die Gästemannschaft unterm Strich den längeren Atem, störten die Lindauer frühzeitig im Spielaufbau und schossen sich durch drei Tore im Schlussdrittel zum Sieg.

Wobei sich die Mannen von Stanley zu keiner Sekunde geschlagen gaben, etwa während der Zwei-Minuten-Strafe von Starbulls-Kontingentmann Chase Witala. Vor Gästegoalie Lukas Steinhauer brannte es lichterloh, Tobias Fuchs im Powerplay setzte den Puck an den Pfosten. Doch nachdem Rosenheim wieder komplett war, schlugen die Rosenheimer eiskalt zu und machten den Deckel drauf. Somit konnten die Islanders ihren Überraschungscoup aus dem Vorjahr, als sie Mitte November Rosenheim als damaliger Oberliga-Spitzenreiter nach einer grandiosen Leistung mit 3:2 aus dem heimischen Stadion fegten, nicht wiederholen.

Ein Team hinter sich lassen

In der Vorsaison hatten die Lindauer in 15 Hauptrundenspielen 15 Zähler gesammelt und lagen auf Platz zehn. Aktuell beträgt ihr Abstand als Tabellenachter zum Tabellenletzten zehn Punkte.

Zur Erinnerung: Durch die ausgehandelte Planinsolvenz vor der neuen Spielzeit 2018/19 muss der SC Riessersee, unabhängig von der Platzierung, am Ende der Hauptrunde den Gang mit den besten Eishockey-Bayernligisten um den Klassenerhalt annehmen. Damit müssen die Islanders versuchen, nach der Länderspielpause mindestens eine weitere Mannschaft hinter sich zu lassen, um am 6. Januar, dem letzten Spieltag der Hauptrunde, vorzeitig den Oberliga-Verbleib perfekt zu machen.

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