Hunde mit Xylit-Vergiftung gerettet

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Schon geringe Dosen des Zuckerersatzstoffs Xylit können für Hunde tödlich sein.
Schon geringe Dosen des Zuckerersatzstoffs Xylit können für Hunde tödlich sein. (Foto: Archiv Christian Flemming)
Schwäbische Zeitung

Gleich zwei Hunde sind in den vergangenen Wochen mit Vergiftungserscheinungen in die Wasserburger Kleintierklinik eingeliefert worden. Beide hatten Gebäck mit dem Zuckerersatzstoff Xylit gefressen. Mittlerweile geht es den Tieren zum Glück wieder gut.

Dabei können schon kleinste Mengen des Zuckerersatzstoffs tödlich wirken, wie die Wasserburger Tierärztin Dr. Imke Janthur warnt. Für Menschen hingegen ist der Stoff vollkommen ungefährlich – und gerade im Frühjahr wieder total angesagt. Denn im Gegensatz zu Zucker hat es kaum Kalorien. Wegen seiner antikariogenen Wirkung wird es außerdem in Zahnpflege-Kaugummis verwendet.

„Wenn ein Hund eine Packung Kaugummis frisst, kann das schon gefährlich sein“, sagt Janthur. Zwar scheide das Tier die Kaugummis an sich problemlos wieder aus. Das enthaltene Xylit führt aber dazu, dass der Insulinspiegel des Tiers rasant in die Höhe schnellt. „Dann geht der Blutzucker runter und der Hund fällt in einen komatösen Zustand“, so die Tierärztin.

Hunde fressen versehentlich Gebäck

Die beiden Hunde, die in die Tierklinik eingeliefert worden sind, hatten jeweils Gebäck gefressen, das ihre Frauchen zum Auskühlen nach draußen gestellt hatten. Der Kleinere von ihnen, der nur zwei Kilo wog, hatte dabei etwa 13 Gramm Xylit abbekommen – bereits bei acht Gramm hätte er sterben können.

„Die Besitzer waren sich der Gefahr bewusst und waren 15 Minuten später in der Klinik“, erzählt Janthur. Die Zeit sei ein wichtiger Faktor, denn der Unterzucker führe zu einer Stoffwechselstörung in der Leber, Zellen würden zum Teil irreversibel zerstört. Eine erste Maßnahme des Tierarzt sei es daher, den Hund erbrechen zu lassen.

„Der kleine Hund kam gleich an die Infusion und hat intravenös eine Zuckerlösung verabreicht bekommen“, erklärt Janthur. Glücklicherweise seien die Leberwerte des Kleinen noch nicht erhöht gewesen. „Beide Fälle sind gut ausgegangen, die Hunde sind gesund.“

Allerdings wissen längst nicht alle Hundebesitzer über die Gefahr Bescheid, die von Xylit ausgeht. „Xylit ist so gefährlich, weil selbst kleinste Mengen tödlich sein können“, sagt Janthur. Hundebesitzer sollten darauf achten, dass ihre Tiere nichts fressen, was den Stoff enthält. Falls das doch einmal passiert, sollten sie so schnell wie möglich zum Tierarzt. Auch für Rinder, Ziegen und Kaninchen ist der Stoff gesundheitsschädigend. Katzen macht Xylit hingegen überhaupt nichts aus.

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