Hospital rekrutiert Pflegekräfte aus dem Ausland

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Heimleiter Klaus Höhne freut sich mit Mariana Serafimov (links) und Ruza Tosic über die erworbenen Fachkraft-Qualifikationen.
Heimleiter Klaus Höhne freut sich mit Mariana Serafimov (links) und Ruza Tosic über die erworbenen Fachkraft-Qualifikationen. (Foto: Ust)
Lindauer Zeitung

Der Personalmangel im Pflegebereich ist hinreichend bekannt. Die Politik verspricht zwar Besserung, doch das dauert. Daher hat sich das Senioren- und Pflegeheim Evangelische Hospitalstiftung Lindau entschlossen, eigene Wege zu gehen und ausländische Pflegekräfte bei der Ausbildung zur anerkannten Gesundheits- und Krankenpflegerin zu unterstützen. Zwei Mitarbeiterinnen, die in ihrer Heimat Serbien bzw. Bosnien-Herzegowina bereits als Krankenschwester beschäftigt waren, wurden zunächst als Pflegehelferinnen eingestellt. Nach und nach erkämpften sie sich den Sprachnachweis und die fehlenden Theorie- und Praxisteile, die für den deutschen Fachabschluss notwendig sind.

„Wer aus dem Ausland kommt und bei uns als Pflegefachkraft arbeiten will, muss vor allem drei Bedingungen erfüllen“, sagte Klaus Höhne, Stiftungsverwalter und Leiter des Hospitals. Zunächst müsse derjenige einen Aufenthaltstitel bekommen, dann die deutsche Sprache lernen, sprich sicher schreiben und verstehen, und als Drittes Berufspraxis mitbringen. Idealerweise sind das Pflegekräfte, die in ihrem Heimatland bereits eine Fachausbildung absolviert haben, beispielsweise als Krankenschwester, so Höhne in der Pressemitteilung.

Das trifft auf Ruza Tosic zu, die seit knapp einem Jahr als Gesundheits- und Krankenpflegerin im Lindauer Hospital beschäftigt ist. Die 23-Jährige, die in Deutschland geboren, aber in Bosnien-Herzegowina aufgewachsen ist, hatte in ihrer Heimat eine Ausbildung als Krankenschwester gemacht. Weil sie dort aber keine Arbeit finden konnte, kam sie im Frühjahr 2015 nach Deutschland und arbeitete hier zunächst zwei Jahre als Pflegeassistentin. Von Anfang an beschäftigte sie sich mit dem Gedanken, sich zur Pflegefachkraft fortbilden zu wollen. Doch auf diesem Weg galt es, erst einmal einige Hürden zu überwinden. „Nur ein Teil meiner Ausbildung wurde von den Behörden anerkannt“, berichtet Tosic. Auch mussten viele Dokumente, die bei der Regierung von Schwaben vorzulegen waren, ergänzt werden. Unterlagen zur Sprachprüfung, der sogenannte B2-Schein, waren ebenso vorzuweisen wie bisherige Ausbildungen. Um alle Anforderungen zu erfüllen, absolvierte sie auch noch ein achtmonatiges Praktikum am Klinikum Friedrichshafen. Im Mai 2018 schließlich konnte sie ihre Urkunde als anerkannte Gesundheits- und Krankenpflegerin entgegennehmen.

Während eines Besuchs bei ihrer Freundin in Bregenz habe sie Lindau kennengelernt und sich sofort in die Stadt verliebt, erzählt Serafimovic. Um ihr Berufsziel Altenpflegerin zu erreichen, hatte sie sich für den Weg der Nachqualifizierung entschieden. Und auch wenn es stressig gewesen sei, hat sie es letztlich geschafft: Seit Januar 2019 arbeitet Serafimovic als Gesundheits- und Krankenpflegerin im Hospital.

Weitere Bewerberinnen

Heimleiter Höhne ist überzeugt, dass dies der richtige Weg ist, Fachkräfte für die Pflege zu gewinnen. Er schwärmt geradezu Mitarbeiterinnen. Sie seien „gut ausgebildet, sehr belastbar und bereit zu kämpfen – und dies mit Herz und Verstand“. Obwohl in seinem Haus nach Tarif bezahlt werde, gebe es immer weniger Menschen, die bereit sind, eine Ausbildung in der Pflege zu machen. Nach seiner Erfahrung scheuen diese nicht nur den Schichtdienst, sondern auch die körperliche und seelische Belastung, die der Pflegedienst zuweilen mit sich bringt. Höhne: „Inzwischen verfügen wir durch unsere bereits angeworbenen Kräfte über ein ganzes Netzwerk vor Ort – im Klartext, in Bosnien-Herzegowina warten bereits zwei weitere Bewerberinnen auf ihre Ausreise und ihre Arbeitserlaubnis.“

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