Haftbefehl statt gültiger Papiere: Nigerianer wird am Bahnhof von Polizisten aufgegriffen

Zwei Polizeibeamte der Bundespolizeiinspektion München während einer Streifentätigkeit am Hauptbahnhof im Gespräch mit Beamten d
Zwei Polizeibeamte der Bundespolizeiinspektion München während einer Streifentätigkeit am Hauptbahnhof im Gespräch mit Beamten der Bayrischen Landespolizei. (Foto: Symbol Bundespolizei)
Lindauer Zeitung

Bundespolizisten haben einen Haftbefehl gegen einen nigerianischen Staatsangehörigen vollstreckt, den Lindauer Grenzpolizisten am Bahnhof Lindau-Reutin ohne die ausreichenden Dokumente festgestellt hatten. Wie sich herausstellte, war das nicht die erste Begegnung des Mannes mit der Polizei.

Beamte der Lindauer Grenzpolizei kontrollierten den Nigerianer am Samstagabend Bahnhof Lindau-Reutin. Der 37-Jährige habe zwar seinen gültigen Reisepass vorweisen können, der italienische Aufenthaltstitel des Migranten sei aber bereits abgelaufen gewesen, teilt die Polizei mit. Weil der Verdacht bestand, dass der Mann unerlaubt eingereist war, übernahm die Bundespolizei den Fall.

Bereits zu Geldstrafe verurteilt

Gegen den Nigerianer, der in Lindenberg mit Wohnsitz gemeldet ist, aber angeblich in den Abruzzen wohnt, lag laut Polizei eine Fahndungsausschreibung vor. Die Staatsanwaltschaft Kempten war wegen Erschleichens von Aufenthaltstiteln per Vollstreckungshaftbefehl auf der Suche nach dem Mann. Ende 2021 war der 37-Jährige vom Amtsgericht Lindau zur Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von über 900 Euro verurteilt worden, hatte diese aber nicht bezahlt.

Auch die Lindauer Bundespolizei hatte den Nigerianer bereits im Juni 2020 bei den Einreisekontrollen am Grenzübergang Lindau-Ziegelhaus mit abgelaufenen deutschen und italienischen Asyldokumenten aufgegriffen und angezeigt.

Eine Nigerianerin, die mit dem Mann zusammenwohnt, habe dem Verhafteten schließlich aus der Misere geholfen, schreibt die Polizei. Die Nigerianerin bezahlte bei der Lindenberger Polizei die ausstehenden Justizschulden und konnte dadurch eine Ersatzfreiheitsstrafe für den Mann abwenden. Die Bundespolizisten nahmen die Papiere des Migranten in Verwahrung und leiteten ihn an das Ankerzentrum Augsburg weiter.

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Persönliche Vorschläge für Sie