Hafenweihnacht endet nach 16 erfolgreichen Markttagen

Lesedauer: 7 Min
 Immer ein Highlight: Die Lindauer Hafenweihnacht.
Immer ein Highlight: Die Lindauer Hafenweihnacht. (Foto: sd)
Susi Donner

So schnell sind vier Wochen vorüber: Am Sonntagabend haben sich die Pforten der Lindauer Hafenweihnacht, nach dem festlichen Turmblasen und nach 16 sehr erfolgreichen Markttagen geschlossen.

Arnold Weiner steht am Tor zur Hafenweihnacht. Eben ist ein Schiff mit Besuchern aus der Schweiz angekommen und er schaut, ob die Menschenmenge, die nun in das romantische Hüttendorf drängt, noch reinpasst. Sie passt. Eng wird es nur immer, wenn zwei Schiffe gleichzeitig anlanden. Es ist der letzte Samstag der Hafenweihnacht und das bisherige Resümee des Marktleiters ist durchweg positiv. Es waren „heiße Wochen“ für ihn, in denen er täglich am Hafen war. Er weiß, wann Schiffe ankommen und die großen Züge. Dann ist „Rush Hour“ auf der Hafenweihnacht. „Wir haben nur einmal für fünf Minuten das Tor schließen müssen. Sonst haben sich die Besucherströme stets rasch und gut verteilt“, sagt er. Die Erweiterung am Reichsplatz sei sehr gut angenommen worden und dadurch sei eine Entlastung für den ganzen Markt entstanden.

Die Hafenweihnacht 2018 stand unter guten Sternen. Das Wetter war fast immer phänomenal. Der Sturm am zweiten Wochenende, das einzige mit einem Regentag, habe Lindau nur gestreift. Was ihn besonders freue: Es gab nicht einen einzigen unangenehmen Vorfall. Und das obwohl – und das sei nur eine Schätzung – insgesamt wohl über 200 000 Menschen die Hafenweihnacht besucht haben. „An Tagen wie heute denke ich schon, dass über die Öffnungszeit verteilt 20 000 bis 30 000 Menschen auf der Weihnachtsmeile sind. Das ist schon eine Hausnummer“, sagt Weiner zufrieden.

Alle sind zufrieden

Zufrieden seien auch die Markthändler und ebenso die Hotellerie. Von Samstag auf Sonntag sei es in den vergangenen vier Wochen sehr schwer gewesen, auf der Insel überhaupt noch ein Zimmer zu bekommen. Der Einzelhandel sei ebenfalls dankbar für die vielen Gäste, die die Hafenweihnacht auf die Insel holt. „Ich freue mich darüber, wie voll auch die Fußgängerzone ab Donnerstag immer war. Wie im Hochsommer. Restaurants und Cafés waren gut besucht. Die Inhaber der Läden haben ihre Schaufenster sehr schön geschmückt. Die Bäumchen der Schulkinder, unsere Weihnachtsbeleuchtung und der große Christbaum am Alten Rathaus mit der gemütlichen Hütte haben für weihnachtliche Gefühle gesorgt. Die Insel war wirklich eine Weihnachtsinsel. Christiane Maier von der LTK hat erzählt, dass 120 Stadtführungen gebucht waren – was ebenfalls nahe an den Zahlen der Sommermonate sei“, berichtet Weiner froh.

Viele Busunternehmen seien Stammkunden auf der Hafenweihnacht und einige seien inzwischen mit ihren Reisenden sogar über Nacht in Lindau.

Manchmal denke ich ‚zwick mich, ich glaube, ich träume‘, so schön ist das.

Arnold Weiner

Die Schiffsrundfahrten seien in der Regel ausgebucht gewesen und die schwimmende Brücke zwischen Bregenzer Weihnachtsmarkt und Hafenweihnacht, das Weihnachtsschiff MS Austria, auf der eine Krippenausstellung mitfährt, sei super angekommen. „Ich stehe oft mitten unter den Besuchern, Österreicher, Franzosen, Schweizer, Italiener, Holländer… und höre, zu was sie reden und freue mich, wie gut ihnen unsere Hafenweihnacht gefällt, wie viele Fotos gemacht werden, die um den ganzen Globus gehen. Manchmal denke ich ‚zwick mich, ich glaube, ich träume‘, so schön ist das.“

Das größte Glück aber sei, dass die Einheimischen – selbst durchaus kritische Lindauer – „ihre“ Hafenweihnacht ebenso schätzen. „Es sind viele Menschen, die am Gelingen der Hafenweihnacht beteiligt waren. Denn Bauhof, die Stadtgärtnerei. Die Firma Kiefer und die Gärtnerei Müller, die das Weihnachtstor gestaltet haben. MB-Light, die für die viele schönen Lichter sorgen, und vielem mehr. Natürlich meinem Team, besonders Ulrike Weiß, die das schöne Bühnenprogramm zusammengestellt hat“, bedankt sich der Marktleiter.

„Aaah, ist das schön!“

Als Ausblick auf die Hafenweihnacht 2019 versichert er, dass es dem Kulturamt weiterhin konsequent um Qualität vor Quantität gehe. Beim Essen bedeute das, so viel wie möglich Regionalität und bei den Waren am liebsten echtes Kunsthandwerk. Ziel sei, irgendwann den gesamten Reichsplatz mit Hafenweihnacht zu erfüllen, weil das dann eine runde Sache sei: Die Hafenweihnacht ist dann direkt an der Fußgängerzone angekommen, und die Verbindung vollkommen. „Aber alles mit der Ruhe.“ Weiteres Ziel sei auch, dass noch mehr Besucher mit der Bahn und mit den Schiffen anreisen.

In diese Richtung gehe auch die Außenwerbung, denn das könne wirklich nur Lindau bieten: raus aus dem Bus oder dem Zug und mit „aaah, ist das schön!“ in den Lichterglanz treten. Als hätten sie Weiner gehört, machen das Keri aus Schottland, Marcus aus dem Allgäu, Lisa und Franzi aus Biberach genauso: Das Fazit der vier, die sich bei heißem Bratapfellikör kennenlernen: „Aaah ist das schön! Wir haben wirklich schon viele Weihnachtsmärkte gesehen. Aber die Lindauer Hafenweihnacht ist die allerschönste!“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen