GWG baut in Lindau mit Verzögerung günstige Wohnungen

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Die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Hoecklegrundstück haben begonnen. Hier wird die Betonplatte für das erste Gebäude eingegosse
Die Bauarbeiten auf dem ehemaligen Hoecklegrundstück haben begonnen. Hier wird die Betonplatte für das erste Gebäude eingegossen. (Foto: Christian Flemming)
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Sozialwohnungen und günstige frei vermietbare Wohnungen sowie Reihenhäuser zum Verkauf plant die GWG auf dem früheren Hoeckle-Grundstück in Zech. Dort und in weiteren Baugebieten will die GWG einen Beitrag gegen den Mangel an bezahlbaren Wohnungen in Lindau leisten. Doch vor allem muss GWG-Chef Alexander Mayer mit Verzögerungen kämpfen.

Nach Vorarbeiten haben zum Ende dieser Woche die Bauarbeiten für die neue Siedlung zwischen Bregenzer Straße und Bahnlinie in Zech begonnen. 67 Mietwohnungen, zwölf Reihenhäuser und Gewerbeflächen zum Beispiel für ein Lebensmittelgeschäft entstehen dort im ersten Schritt. Das sogenannte Boardinghaus direkt an der Bregenzer Straße, in dem Firmen Wohnungen für solche Mitarbeiter mieten können, die nur ein paar Wochen oder Monate in Lindau sind, wird laut Mayer erst später gebaut. Insgesamt 19 Millionen Euro wird die GWG in die neue Siedlung investieren.

Nachdem die GWG schon vor Monaten die alten Firmengebäude auf dem Grundstück abgerissen hat und auch die Erschließungsstraße schon angelegt ist, haben mit dem Ausheben der Baugrube und dem Gießen der ersten Betonplatte am Freitag die Bauarbeiten begonnen. Gut anderthalb Jahre werden die Arbeiten dauern. Deshalb hält der GWG-Chef einen Bezug der ersten Wohnungen frühestens 2020 für möglich.

Dabei sollte die Siedlung schon lange in Bau sein. Allerdings gab es schon während des Genehmigungsverfahrens Verzögerungen, weil sich GWG, Stadt und Landratsamt nicht einig wurden über den Lärmschutz für die Bewohner, die zwischen eine vielbefahrende Bundesstraße und Bahnlinie ziehen. Als der Bebauungsplan bereits beschlossen war, zog das Bauamt die Pläne auch noch vor den Gestaltungsbeirat. Und zum Schluss verzögerte die boomende Baukonjunktur den Baubeginn weiter. Denn erst für einen Baubeginn mitten im Sommer fanden sich Firmen, die den Auftrag der GWG zu einem annehmbaren Preis verwirklichen wollten.

Bei allen großen Projekten der GWG geht es nur zögerlich voran

Aber jetzt ist Mayer glücklich, dass eines der großen Projekte, an denen er mit seinen Mitarbeitern seit Jahren arbeitet, tatsächlich umgesetzt wird. Immerhin hat sich die GWG eigentlich vorgenommen, jedes Jahr hundert zusätzliche Wohnungen fertigzustellen, um den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Lindau zu beheben. In diesem Bereich ist die GWG in der Stadt Lindau der einzige Anbieter, da die freien Bauträger ausschließlich hochpreisige Wohnungen errichten, die zudem meist zum Verkauf und nicht zur Miete stehen.

Deshalb hofft Mayer, dass er in diesem Jahr auch noch auf dem Münchhofgrundstück mit den Bauarbeiten beginnen kann. Der Stadtrat hatte im März mit dem Beschluss des Bebauungsplans Baurecht geschaffen. Dort sind knapp 80 Wohnungen geplant, von denen mindestens 60 Sozialwohnungen sein sollen. Auch dort sind die Wohnungen allerdings frühestens in knapp zwei Jahren bezugsfertig.

Noch länger wird es im Oberen Rothmoos dauern. Wie berichtet, kann die GWG erst bauen, wenn eine Grunddienstbarkeit des früheren Coca-Cola-Geländes gelöscht ist. Die will Eigentümer Lorenz Schlechter aber erst löschen, wenn er Baurecht für die Siedlung hat, die er mit dem Investor I+R auf seinem Grundstück plant. Und dafür hat der Stadtrat noch nicht mal das Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Ein Baubeginn dort ist noch nicht absehbar.

Noch länger wird es dauern, bis die GWG weitere Bauvorhaben angehen kann. Denn langfristig sollen vor allem auf der Hinteren Insel günstige Mietwohnungen entstehen. Umstritten ist im Stadtrat noch, ob der Bauhof tatsächlich auf das Gelände der Kläranlage ziehen soll. in dem Fall würde Mayer mit der GWG auch gerne dieses Grundstück am Bleicheweg bebauen.

GWG lässt nach Bltzschlag zwei Bäume fällen

Die GWG teilt mit, dass sie zwei akut umstürzgefährdete Bäume auf dem Hoecklegrundstück fällen lassen muss. Mit Sondergenehmigung ist das auch außerhalb der gesetzlichen Fällzeit erlaubt.

Grund ist ein Blitzschlag, der am 18. Mai in zwei Pappeln auf dem Hoeckle-Areal der GWG traf. Der Einschlag war laut Mitteilung der GWG so heftig, dass Baumrinde noch in 50 Metern Entfernung gefunden wurde. Die Bäume stehen in unmittelbarer Nähe zur Bahnlinie und angrenzenden Wohnhäusern. Deshalb fand noch am selben Abend eine Begutachtung durch die Lindauer Baumpflege statt.

Die Bäume wurden seit dem Blitzeinschlag jede Woche kontrolliert. Die Schädigung sei jedoch so schwerwiegend, dass die Bäume aus Sicherheitsgründen entfernt werden müssen. Aktuell ist zwar keine Fällsaison. Da die Bäume in diesem Zustand aber ein hohes Risiko darstellen, hat die untere Naturschutzbehörde des Landratsamts nach Prüfung die Fällgenehmigung erteilt. In Abstimmung mit der Bahn AG lässt die GWG die Bäume in der kommenden Woche fällen.

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