GTL müssen die Kläranlage erweitern

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Einige Millionen Euro braucht Lindau, um die Kläranlage ausbauen.
Einige Millionen Euro braucht Lindau, um die Kläranlage ausbauen. (Foto: Archiv: GTL)
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Für viele Millionen Euro müssen die Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL) die Kläranlage erneuern und erweitern. Sinnvoll ist es, dabei das Verfahren zu ändern. Dem hat der Werkausschuss in der jüngsten Sitzung grundsätzlich zugestimmt.

Dr. Martin Wett und Kurt Reitter von der Fachfirma SAG-Ingenieure haben ausführlich vorgestellt, dass die Lindauer Kläranlage zuletzt 1990 auf die Größenordnung von 60 000 Einwohnerwerten ausgebaut worden ist. Auch wenn es damals noch Textilindustrie gab, die viel Abwasser produziert hat, ist durch Zuzug und neue Firmen in Lindau und Umgebung das tatsächlich anfallende Abwasser auf die Menge von fast 76 000 Einwohnerwerten gestiegen. Zusätzlicher Handlungsdruck entsteht, weil die wasserrechtliche Genehmigung ausläuft und die Stadt auch deshalb Maßnahmen gegen die „Missstände“ einleiten muss. „Ihr Klärwerk ist erheblich überbelastet“, fasste Wett zusammen. Nicht nur angesichts der geplanten weiteren Neubausiedlungen müsse die Stadt die Kläranlage erneut ausbauen.

Dabei lassen sich laut den Fachleuten weitere Probleme lösen. Denn 1990 hat Lindau das Klärwerk nach einem damals sehr innovativ geltenden Verfahren gebaut. Inzwischen ist das aber überholt und von anderen Verfahren abgelöst. Diese haben zudem den Vorteil, dass die Stadt weniger investieren muss und künftig fast eine Viertelmillion Euro bei den Stromkosten sparen wird. Zunächst aber stehen Neubauten für etwa 8,5 Millionen Euro an, und dies so schnell wie möglich. Hans Schupp, Fachbereichsleiter Abwasserwirtschaft bei den GTL, berichtet, dass die Mitarbeiter begeistert seien über den bevorstehenden Ausbau und den Wechsel des Verfahrens.

Zur Kenntnis nahmen die Räte, dass in den Folgejahren weitere Investitionen anstehen. Denn bei bestehenden Becken und anlagen sind Sanierungen fällig, außerdem muss Lindau die Maschinen erneuern. Das wird gemäß Preisliste des vergangenen Jahres etwa 3,4 Millionen Euro kosten. Senkungen der Abwassergebühren sind in den kommenden Jahren also wohl nicht drin.

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