Großeinsatz am Lindauer Hafen: Boot droht zu sinken

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Ein Großaufgebot aus Feuerwehr, Wasserwacht und Wasserschutzpolizei musste Sonntagmittag zum Lindauer Hafen ausrücken. Ein Bootsbesitzer hatte Hilfe angefordert.

Weil ein Motorboot plötzlich zu sinken begann, ist es am Sonntagnachmittag zu einem Großeinsatz im Lindauer Hafen gekommen. Die Feuerwehr baute im Bereich um das Boot eine Ölsperre auf. Denn zunächst war unklar, ob beim Auspumpen des Schiffs Schadstoffe austreten.

Viele Dutzend Schaulustige beobachteten den Einsatz, denn die Insel war am Sonntagnachmittag voll von Einheimischen, Besuchern und Touristen. Einige von ihnen drängelten sich ans Hafengeländer, um einen Blick auf die Arbeit von Feuerwehr, THW, Wasserrettung und Wasserschutzpolizei zu erhaschen. Die Einsatzkräfte waren mit fünf Booten im Hafen unterwegs, am Uferbereich standen jede Menge Einsatzfahrzeuge.

Wie das Wasser ins Boot gelangt ist, ist unklar

Kurz vor 14 Uhr hatte der Besitzer des Motorboots Alarm geschlagen. Er hatte bemerkt, dass sein Schiff im Bereich der Eilguthalle zu sinken begann. „Das Boot sinkt, weil Wasser in den Motorraum läuft“, erklärt Benjamin Rädler, Einsatzleiter der Wasserrettung, gegen 15 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt ist die Bergung des Schiffs in vollem Gange: Die Einsatzkräfte haben das Boot mit mehreren Seilen am Ufer befestigt, damit es nicht ganz untergeht. Einer von ihnen ist bereits, dick eingepackt in einen Neoprenanzug, ins Boot geklettert.

Wie das Wasser ins Boot gelangt ist, ist laut Max Witzigmann, Kommandant der Lindauer Feuerwehr, noch unklar. Nun wollen die Einsatzkräfte das Wasser wieder aus dem Motorraum pumpen. Doch vorher muss die Feuerwehr eine Ölsperre um das Schiff aufbauen. „Das ist rein prophylaktisch, damit beim Auspumpen keine Schadstoffe ins Wasser gelangen“, erklärt Witzigmann.

Doch bis an die Eilguthalle, vor der das Boot liegt, kann die Feuerwehr mit ihren großen Fahrzeugen nicht fahren. Die Feuerwehrautos sind im Bereich des Bahnhofs geparkt. Von dort aus transportieren die Einsatzkräfte die Ölsperre per Boot zum halb gesunkenen Schiff.

Endlich können die Einsatzkräfte mit dem Auspumpen des Motorraums beginnen. „Es sind keine Schadstoffe ausgetreten“, sagt Max Witzigmann, als der Einsatz um kurz vor 17 Uhr endlich beendet ist. Das Boot haben die Einsatzkräfte zur Slipanlage im Lindauer Yachthafen geschleppt und dort mit einem Kran aus dem Wasser geholt. Nun gilt es, herauszufinden, wo sich das Leck befindet.


Zur Sicherheit bringen die Einsatzkräfte eine Ölsperre aus.
Zur Sicherheit bringen die Einsatzkräfte eine Ölsperre aus. (Foto: Julia Baumann)
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