„Gott ist charmant und hat Humor“

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 Gedichte, Lieder und vor allem einen unterhaltsamen, aber auch nachdenklich machenden Vortrag von Pater Jörg Müller bekamen die
Gedichte, Lieder und vor allem einen unterhaltsamen, aber auch nachdenklich machenden Vortrag von Pater Jörg Müller bekamen die Teilnehmer beim Tag der Austragler in der Argenhalle geboten. (Foto: Olaf Winkler)
Olaf Winkler

Pater Jörg Müller ist sich sicher: „Gott hat Humor.“ Das hat er in seinem Leben selbst erfahren. Und dieses Gottesbild will er vermitteln. Das macht der Münchner Priester und Psychotherapeut in zahlreichen Publikationen – und das tat er jetzt beim „Tag der Austragler“ des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis. Einmal mehr fand dieser in der Gestratzer Argenhalle statt und rund 150 Austragler nahmen daran teil – unter ihnen auch einige Männer.

Kreisbäuerin Sonja Müller stellte den Glückwunsch an den Hausherrn, den Gestratzer Bürgermeister Johannes Buhmann, an den Beginn. Schließlich habe die Kommune gerade erst die Goldmedaille beim Landesentscheid des Dorfwettbewerbs „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen. Und Sonja Müller ließ den Dank an jene Generation folgen, die jetzt als Austragler zu den Senioren zählen. Heute bestimme das Smartphone den Alltag der Jugend, „bei uns waren es noch Brettspiele“. Und ohne die Weitergabe von Werten und Traditionen „sei selbst die Geburt Jesu heute vielleicht nur eine Schlagzeile unter vielen“. Dank ihrer Eltern aber wisse sie, was Weihnachten bedeutet.

Ähnlich nachdenkliche Worte gab es auch von Pater Jörg Müller. Beispielsweise, als er auf die Situation von Hartz-IV-Empfängern und Obdachlosen einging: „Für sie spendet in diesen Tagen niemand. Denn das kann man nicht von der Steuer absetzen.“

Aber vor allem ging es dem Pater darum, für mehr Humor im Leben zu werben. Besonders in Zeiten von Leid, Tod oder Mobbing zeige es sich, ob ein Mensch humorvoll sei. Müller war aber besonders dafür, auch Gott als humorvoll zu sehen. Er kenne „keinen Gott, der mich bestraft hat, dafür aber einen humorigen und charmanten Gott“. Allzu oft halte der Mensch Gott aus den Alltäglichkeiten fern, statt ihn einzubeziehen: „Gott ist bei uns arbeitslos, wir machen alles selber.“ Das gelte nicht zuletzt beim Beten: „Wir müssen auch mal schweigen, um Gott zu Wort kommen zu lassen.“ Nicht zuletzt gebe Gott in der Bibel auch eine Streitkultur vor: Zunächst unter vier Augen soll der Mensch versuchen, einen Konflikt zu lösen, dann mit Hilfe einer weiteren Person. Gelinge die Streitschlichtung auch dann nicht, sollte sich eine Gruppe darum kümmern.

Mit Gedichten und einigen Liedern lockerte Müller sein Referat auf. Ähnlich unterhaltsam ging es am Nachmittag weiter. In einem Sketch gingen Sandra Müller und Lore Rogg auf die Hektik bei der Vorbereitung des Weihnachtsessens ein, und Sandra Müller schilderte schließlich in einem Gedicht typische Weihnachtsturbulenzen.

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