Golfclub Lindau-Bad Schachen hat neuen Vorstand

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Der Golfclub Lindau-Bad Schachen hat eine neue Vorstandschaft mit Werner Karg als Präsident, Achim Steinfurth für den Sport- und
Der Golfclub Lindau-Bad Schachen hat eine neue Vorstandschaft mit Werner Karg als Präsident, Achim Steinfurth für den Sport- und Turnierbetrieb, Silke Wenk als Vizepraesidentin und Wolfgang Haberl fuer die Finanzen (von links) (Foto: Christian Flemming)
Christian Flemming

Mit dem Ende einer sportlich wie wirtschaftlich äußerst erfolgreichen Saison am Schönbühl hat der Vorstand des Golfclubs Lindau-Bad Schachen um Jürgen Gaschler nach vier Jahren die Amtsführung abgegeben. In der Jahreshauptversammlung, die nach dem Umbau der Inselhalle erstmals wieder in Lindau abgehalten werden konnte, wurde ein neues Team, bestehend aus dem neuen Präsidenten Werner Karg, seiner Stellvertreterin Silke Wenk, Wolfgang Haberl, zuständig für Finanzen und Achim Steinfurth für den Sport- und Turnierbetrieb einstimmig von den 209 anwesenden Mitgliedern gewählt. Zeitgleich mit dem Rücktritt des alten Vorstands verlässt auch der Clubmanager Jürgen Thieme den Schönbühl.

Ein Grund für dieses erfolgreiche 2018 nannte Jürgen Gaschler auch gleich: „Wir hatten eigentlich nur Sommer“, mit der Folge, dass der Umsatz in diesem Jahr deutlich in die Höhe geschnellt war. Dazu trugen laut seiner Erkenntnis die Einnahmen von Greenfee, den Betrag, den Gäste entrichten müssen, wenn sie die Golfanlage nutzen wollen, entscheidend bei.

936 Mitglieder umfasst derzeit der Golfclub. Was sich sehr bewährt habe, seien die Wochenmitgliedschaften und die befristeten Mitgliedschaften, die eingeführt worden seien. Mit 20 befristeten hatte der Vorstand gerechnet, 43 zogen diese Option. Auch der Golfspieler an sich wolle sich nicht mehr so an einen Club binden und zahle lieber einen erhöhten Betrag, um sich frei und ungebunden zu fühlen, so der scheidende Clubpräsident.

Gutes Wetter zahlt sich aus

Das trockene Wetter ermöglichte jede Menge Turniere, auch clubinterne wie die Lindautour und vor allem die Clubmeisterschaft, die von Sophia Barnay bei den Minis gewonnen wurde, Ricarda Willemsen bei den Mädchen und David Schäfer bei den Jungen dürfen sich ebenfalls Clubmeister nennen, ebenso Livia Plaumann bei den Frauen und Gordian Curtius Seutter von Loetzen bei den Männern. Gabriele Kolb bei den Seniorinnen und Fritz Willemsen bei den Senioren sowie Herbert Vogel bei den Masters Senioren sind die älteren Clubmeister der Saison 2018.

Einen weiteren sportlichen Akzent setzte David Gött, der am 20. Mai den Platzrekord auf 63 Schläge drückte.

Auf dem Platz selbst und am Clubhaus wurde in diesem Jahr viel investiert. Um die Agenda 2018 zu erfüllen, wurden diverse Abschläge gerichtet, die Terrasse generalsaniert, dabei ist sie um 25 Quadratmeter größer und laut Gaschler „deutlich schöner“ und fast fertig. Alles in allem sei der Golfclub rund 100 000 Euro unter dem veranschlagten Budget geblieben.

Allerdings stehen weitere Maßnahmen an, auf dem Platz wie auch auf dem Clubhaus, denn das Dach muss dringend saniert werden, wie Silke Wenk bei der Vorstellung des Rechnungsberichtes sowie des Haushaltes fürs kommende Jahr erklärt. Ebenso sei noch immer die neue Maschinenhalle nicht unter Dach und Fach, nur so, wie es derzeit sei, könne es nicht bleiben, das sei den Greenkeepern nicht zuzumuten, auch nicht den Geräten selbst, so Wenk, die sich viel Gedanken um die Zukunft des Golfclubs macht, gerade auch in finanzieller Hinsicht. Denn angesichts des demografischen Wandels sei auf Dauer mit einer niedrigeren Mitgliederzahl zu rechnen, aber gerade das neue Haushaltsjahr stelle eine echte Herausforderung an die Clubkasse dar, das zwar von den Einlagen abgedeckt sei, aber den Club nicht unbedingt zukunftsfähiger mache, wenn das Konto geplündert sei. Daher regte sie eine „Investitionsumlage Beitrag II“ an, in Höhe von 250 Euro pro Mitglied pro Jahr, will das Ganze aber erst in einer kommenden außerordentlichen Mitgliederversammlung besprechen, die dann einberufen werden soll, wenn es konkret an die Maschinenhalle gehen soll. Auch da dürfte es wieder erhöhten Diskussionsbedarf geben.

Dann müsste aber auch die Zahlungsmoral der Clubmitglieder wieder steigen, denn Rechnungsprüfer Wolfgang Haberl stellte bei Durchsicht der Buchführung fest, das die Zahlungsmoral vieler Mitglieder schwer zu wünschen lasse.

Ob sich bis zur nächsten Versammlung auch jemand gefunden hat, der oder die den Pro Shop weiterführen will, steht noch in den Sternen. Gisela Steinfurth hat jedenfalls den Shop nach 13 Jahren aufgegeben, auch mangels qualifizierten Personal, das oftmals nach einer Saison des Eingelerntwerdens in der nächsten Saison nicht mehr gekommen sei.

Debatte um Dixieklo

Was auch in Zukunft nicht auf dem Golfplatz am Schönbühl zu finden sein wird, ist eine Dixieklo. Ein Antrag eines Mitglieds, auf dem Platz auch eine Toilette zu bauen, wurde von Vorstandsseite abgelehnt, da die Kosten in keiner Relation stünden, da auf dem Platz keine Anschlüsse gelegt seien. Und ein Dixie-Klo wollte sich eben auch niemand dort vorstellen, zumal das mit einem Lkw gebracht und geholt werden müsse und „das geht auf unserem Golfplatz nicht“, so der neue Präsident Werner Karg. Die fällige Abstimmung bestätigte seine Einstellung, obwohl die eine oder der andere gerne eine Austrittsmöglichkeit unterwegs gehabt hätte. Dafür kam die dringende Bitte einer anderen Frau, „die Papiertücher doch bitte nicht im Gebüsch oder unter den Bäumen nach dem kleinen Geschäft liegen zu lassen, sondern einzupacken“.

Ein anderer Antrag hingegen fand einstimmig Zustimmung: Der Ehrenpräsident Vincenz Graf Nemes beantragte, dem jahrzehntelangen Vorstandsmitglied Cornelius Wiedemann die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen.

Nemes hatte in seiner langen Zeit als Präsident Wiedemann an seiner Seite in den Zeiten, als es beispielsweise um Bahnverlegungen ging im Rahmen des B 31-Baus oder auch bei Kauf von Grundstücken für den Golfclub.

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