GKWG baut in die Höhe: So entsteht neuer Wohnraum

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Weil im Kreis Lindau dringend neue Wohnungen gebraucht werden, freie Grundstücke aber oft zu teuer sind, nutzt die GKWG immer ö
Weil im Kreis Lindau dringend neue Wohnungen gebraucht werden, freie Grundstücke aber oft zu teuer sind, nutzt die GKWG immer öfter die Variante „Nachverdichten“: So ist in der Emil-Hasel-Siedlung in Enzisweiler ein Neubau mit 22 Mietswohnungen entstanden. Im Westallgäu ist hingegen Aufstocken angesagt, auf diese Weise sollen 40 neue Wohnungen entstehen. (Foto: Evi Eck-Gedler)

Die GKWG Kreis-Wohnbau-GmbH Lindau will weiter neuen Wohnraum schaffen: Zum jetzigen Bestand von rund 1000 Wohnungen sollen in den nächsten Jahren bis zu 100 neue kommen. Da neue Grundstücke aber kaum zu bezahlen sind, ist Erfindungsreichtum angesagt: Nachverdichten wie in der Emil-Hasel-Siedlung in Bodolz ist eine Variante. Der Abriss nicht mehr sanierungsfähiger Häuser, um Platz für neue Gebäude zu schaffen, eine weitere Möglichkeit. Verstärkt will die GKWG aber auch in die Höhe gehen: Im Westallgäu will die Kreiswohnbaugesellschaft einige Mietshäuser aufstocken. Das kündigte der neue GKWG-Geschäftsführer Oliver Messerer im Kreistag an.

Insgesamt sechs Mietshäuser in Lindenberg hat die GKWG dabei im Visier: Dort sollen – im Rahmen einer Generalsanierung der Gebäude – die Dächer entfernt und dann zusätzliche Etagen auf den derzeitigen Obergeschossen errichtet werden, wie der Geschäftsführer den Kreisräten schilderte. Insgesamt könnten so in den nächsten Jahren 40 neue Wohnungen entstehen.

Weitere 60 plant die GKWG nach Messerers Worten, indem sie auf Flächen, die ihr bereits gehören, „nachverdichtet“: Letzteres hat die Baugesellschaft beispielsweise in der Dr.-Emil-Hasel-Siedlung verwirklicht, wo Anfang dieses Jahres 22 neue Wohnungen bezogen werden konnten. Denn wie viele private Häuslebauer auch, kämpft die GKWG mit den steigenden Grundstückspreisen: Die sind „in den letzten Jahren exorbitant in die Höhe gegangen“, daran erinnerte der Lindauer Landrat Elmar Stegmann, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der GKWG, im Kreistag.

Denkbar sei aber auch, nicht mehr sanierungsfähige Häuser abzureißen und auf den Flächen dann größere Neubauten zu erstellen, sagte Messerer. Er habe dabei schon einige Objekte im Blick. Grundsätzlich habe die GKWG durchaus das Ziel, möglichst preiswerten Wohnraum anzubieten: Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Preis in GKWG-Wohnungen bei 5,86 Euro je Quadratmeter. Neubauwohnungen wie in Bodolz sind natürlich etwas teurer.

Grundsätzlich denkt die GKWG auch an weitere Neubauten. Das Unternehmen führe verschiedene Gespräche mit Grundstücksbesitzern sagte Messerer. Wobei er auch die Städte und Gemeinden anspreche: Wenn die GKWG Flächen von Kommunen bekomme, seien durchaus weitere Neubauten möglich.

Angesichts des Mangels an bezahlbaren Wohnungen dürften die derzeit geplanten 100 neuen Wohnungen aber „noch nicht das Ende der Fahnenstange sein“, wie der Kreisrat und Landtagsabgeordnete Eberhard Rotter es im Kreistag formulierte: Er verwies auf aktuelle Wohnbauprogramme – „derzeit sind die Förderbedingungen sensationell gut“, wie Rotter sagte.

GKWG erwirtschaftet 970 000 Euro Gewinn

Messerer, seit Jahresbeginn Geschäftsführer der GKWG, hatte den Kreisräten auch einige Zahlen zur Situation der Kreiswohnbaugesellschaft mitgebracht. Danach schloss die GKWG das vergangene Jahr mit einer Bilanzsumme von rund 54 Millionen Euro ab und erwirtschaftete dabei knapp 970 000 Euro Gewinn. So hoch werde das Ergebnis in diesem Jahr nicht mehr ausfallen, unter anderem, weil sich die GKWG weniger im Bauträgergeschäft engagieren, sondern sich auf ihren Kernbereich, das Vermieten von Wohnungen und deren Bestandspflege konzentrieren will. Für letzteres will die Kreiswohnbaugesellschaft in diesem Jahr gut 1,2 Millionen Euro investieren, heißt es im Prognosebericht, der den Kreisräten vorgelegt wurde.

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